Kurze Interpretation des Gedichts “Kampfweise” von John Henry Mackay erschienen im Jahr 1890:
Das Poém hat etwas Stirnerisches. Er hat auch etwas von Nietzsche (was spekulativ etwas Post-Stirnerisches ist). Das “Vornehme” interpretiere ich spontan als Zurückhaltung gegenüber Massenbewegungen und Massendynamiken. Eine (mehr oder minder weit-gehende) Zurücknahme von (und Verzicht auf ein/das) “Dabei sein”. Dieser Verzicht als ein Ausdruck (oder eine Möglichkeit) von “frei” sein/fühlen etc. Darin könnte man u.a. auch stoische Elemente verorten.
Das Entfachen zur That für die Schwächlichen könnte ein Aufruf sein. Das Wort soll wohl inspririeren, die Schwächlichkeit (vielleicht Unmündigkeit) durch Praxis zu entwöhnen. Die Folge der Schwächlichkeit könnte in den folgenden Zeilen beschrieben werden: Das Mitlaufen/sich Mitreißen lassen in der Masse, die den jeweils aktuellen Phrasen hinterherläuft bzw. diese vor sich herträgt, wie eine Ersatz-Monstranz. Dieser “Gott” sei der Gott des Freien nicht, so der Text (in meiner hierigen Interpretation).
Der dritte Vierzeiler spricht vom fernsten Land. Dieses kann u.a. eine politische Utopie oder eine Wunschvorstellung darstellen. Ich assoziiere hierzu gerade zwei Möglichkeiten: Entweder die Stirnerische Darstellung eines eigenständig zu vollziehenden Erkundens seines subjektiv eigentümlichen Universums durch den jeweils “Einzigen”. Oder ein optimistischer, auf die soziale Gesamtheit bezogener Ausblick: Das am Anfang sozial herausfordernde – und daher oft anstrengende bis gefährliche (“herbe Saat”) – Schreiten von Einzelnen auf unbekannten Pfaden (als “Vorreiter” in verschiedenen Gebieten, z.B. Schumpeters Unternehmer in der praktischen Wirtschaft) führt zur Erschließung neuer Bereiche (Erkenntnisse, Möglichkeiten, etc.). Diese werden, zumindest wenn sie später sozial rezipiert und adaptiert werden, in späteren Generationen zum Selbstverständlichen gehören: “Wie werden mühlos einst und leichten Schrittes
Die Enkel ernten unsere herbe Saat !”