Archiv für ‘Kunst’

April 26, 2012

Französisch Film 1970er

Hallo allerseits,

Ich suche einen vielleicht französischen oder italienischen Film, von vermutlich Anfang bis Mitte 1970er-Jahre (vielleicht auch Ende 60er). Ich versuche so die Handlung wiederzugeben:

Einige Gauner treffen sich in einer Kneippe, ich glaube in Paris, und planen eine Geschäftsumstrukturierung. Sie erkennen den Geist ihrer Zeit und wollen, um auch etwas vom Kuchen abzubekommen, eine Gewerkschaft gründen. Das tun sie glaube ich auch.
Es gibt auch eine Prostituierten-Versammlung im Stile der Zeit, auf der die Damen neue und bessere Rechte von ihren Zuhältern fordern.
Zwischendurch machen die Hauptrollen auch Geschäfte mit einem korrupten Politiker, der gerade Diktator in vermutlich Afrika oder der Karibik ist.
Am Ende betätigen sich einige der Ganoven als umjubelte Revolutionsführer in Afrika.

Geiler Film, der so ziemlich alles in Politik, Macht und Korruption auf sehr unterhaltsame Weise darstellt. Leider Titel vergessen.

April 5, 2012

Idealismus: John Henry Mackay

Kurze Interpretation des Gedichts “Kampfweise” von John Henry Mackay erschienen im Jahr 1890:

Das Poém hat etwas Stirnerisches. Er hat auch etwas von Nietzsche (was spekulativ etwas Post-Stirnerisches ist). Das “Vornehme” interpretiere ich spontan als Zurückhaltung gegenüber Massenbewegungen und Massendynamiken. Eine (mehr oder minder weit-gehende) Zurücknahme von (und Verzicht auf ein/das) “Dabei sein”. Dieser Verzicht als ein Ausdruck (oder eine Möglichkeit) von “frei” sein/fühlen etc. Darin könnte man u.a. auch stoische Elemente verorten.

Das Entfachen zur That für die Schwächlichen könnte ein Aufruf sein. Das Wort soll wohl inspririeren, die Schwächlichkeit (vielleicht Unmündigkeit) durch Praxis zu entwöhnen. Die Folge der Schwächlichkeit könnte in den folgenden Zeilen beschrieben werden: Das Mitlaufen/sich Mitreißen lassen in der Masse, die den jeweils aktuellen Phrasen hinterherläuft bzw. diese vor sich herträgt, wie eine Ersatz-Monstranz. Dieser “Gott” sei der Gott des Freien nicht, so der Text (in meiner hierigen Interpretation).

Der dritte Vierzeiler spricht vom fernsten Land. Dieses kann u.a. eine politische Utopie oder eine Wunschvorstellung darstellen. Ich assoziiere hierzu gerade zwei Möglichkeiten: Entweder die Stirnerische Darstellung eines eigenständig zu vollziehenden Erkundens seines subjektiv eigentümlichen Universums durch den jeweils “Einzigen”. Oder ein optimistischer, auf die soziale Gesamtheit bezogener Ausblick: Das am Anfang sozial herausfordernde – und daher oft anstrengende bis gefährliche (“herbe Saat”) – Schreiten von Einzelnen auf unbekannten Pfaden (als “Vorreiter” in verschiedenen Gebieten, z.B. Schumpeters Unternehmer in der praktischen Wirtschaft) führt zur Erschließung neuer Bereiche (Erkenntnisse, Möglichkeiten, etc.). Diese werden, zumindest wenn sie später sozial rezipiert und adaptiert werden, in späteren Generationen zum Selbstverständlichen gehören: “Wie werden mühlos einst und leichten Schrittes
Die Enkel ernten unsere herbe Saat !”

März 23, 2012

Kunst für die Umbruchzeit

Easy Rider war einer von einigen Filmen, die in künstlerischer Darstellung über Geist(e) und Geister (im vielseitigen Sinn, als Ideen, Erfahrungen, Interpretationen, Postulate etc.) ihrer ‘Zeit’* berichteten.
Wir leben meiner Interpretation und erzählerischen (Re-)Konstruktion nach aktuell in einer grundstrukturellen Umbruchzeit. Da kam mir spontan die Frage: Brauchen wir einen neuen Easy Rider? Neue Filme, Musik, Literatur, die diesen Umbruch ansatzweise (im Sinne Quines angedockt bzw. vermittelt über die geistig vielleicht bewegliche[re]n Ecken unserer Weltsicht und -verarbeitung) aufnehmen lassen und ein gemeinsam teilbare** Symbole und Kommunikations-Anknüpfungspunkte für die gewandelte Struktur – die Grundstruktur und die Substrukturen in den ausdifferenzierten partiellen Welten – der Zeit sein könnten?

Künstlerische Verarbeitung konkreter Erfahrungen und abstrakter Ideen der Zeit. Aus der Zeit, für die Menschen in der Zeit, über die Zeit hinaus. Repräsentativ und reflexiv.

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* Die Zeit von u.a. Easy Rider ist als “physikalische” Zeit mit dem Begriff ’1960er-Jahre’ nur grob zusammengefasst. Für die Zeit-Repräsentation und -Reflektion entscheidend sind die “60er” als (sozusagen metaphysische) strukturell-kulturelle Zeit, die sich in verschiedenen Räumen (im “Westen” und darüber hinaus) ereignete.
** Intersubjektiv teilbar als ‘Eines für (möglichst) viele (potenzielle) Einzigartige’, im Sinne Hannah Arendts, eventuell auch Ludwig Marcuses und anderer Humanisten. ‘Unus pro (et per) multa’ (und/oder multis etc.?).

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Februar 16, 2012

Liste bedrohter abstrahierender Beschäftigungen

Was auf die (z.B. lila-blassblaue, aber umso seriösere) Liste der von Marginalisierung bedrohten Human-Beschäftigungen gehört,
u.a.:

- Die Neoklassik
Die Beschäftigung mit der Schönheit der Wirtschaft als Theorie, als Modell und Form. Nicht als schnöde Anpassung an die “Realität”. Das klingt teils ironisch, ist es doch auch die Kritik an der Neoklassik und ihrer Modellwelt(en). Es ist aber auch ihre Stärke gegenüber allen soziologischen und (sonstigen) empirischen Herangehensweisen, von denen ein Teil derzeit (strukturell immer zurecht) wieder en vogue ist.

Mai 27, 2011

All is dark but some is darker

“Dark is the night for all” vertonen A-Ha den Gedanken als eine mögliche Perspektive zurecht.
Zudem kann man praktisch erfahren: Für manche ist die Nacht dunkler. Weil sie alleine sind. Weil es keinen gibt, keinen Sinn, keinen konkreten Bezug, keine Orientierung, kein Halt, keine Oase der Ruhe.

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