Archiv für ‘Literatur’

April 14, 2012

Unschuldigkeits-Rituale

Aufgrund vieler ähnlicher Sprüche mal (wieder) was kritisch-sophistisches:

Bürgerin und Bürger, zugleich gerne involviert und distanziert, je nach Bedarf.

Sagen, ohne nach weiteren Faktoren gar zu fragen.

Was auch verständlich, da kompliziert die Welt, und zu Komplexen fähig ist,

der Mensch

Ich bin an allem unschuldig, ich bin Wechselwähler.

Juli 17, 2011

Fritz the Hayek and… the Lord

Fritz the Hayek

Friedrich August von Hayek was so totally “neoliberal” that he almost could be considered as classical-liberal. Or even as a classical liberal. He was serious! – in thinking as well as in lifestyle.

Dezember 1, 2010

Morgens im Winter

Der Weg zur Bushaltestelle ist kurz. Kurz ist auch die Zeit, die mir bleibt, die Hausaufgaben noch zu erledigen. Das Wetter ist kalt, trockene, klirrende Kälte, die auf Körper und Psyche einwirkt. Die Gedanken kommen in die Gänge, werden angeregt durch die Anforderungen des Bewegens im öffentlichen Verkehr. Einstieg, der suchende Blick nach einem Sitzplatz: Gefunden, ein Platz allein im hinteren Abteil. Hinsitzen. Ruhe durch Distanz. Blick aus dem Fenster: Die Landschaft zieht vorbei. In Schnee gehüllte Wiesen, Äcker, Bäume. Ein Wintertraum? Traum von Ferien. Faire rien, obwohl man nie nichts macht, wirklich. Wirklichkeitswahrnehmung, morgens im Kalten anders als Mittags in der wärmenden Sonne. Haltestelle nach Haltestelle, Ausstieg, Einstieg, das geschäftige Gewusel am Morgen, dynamisch oder getrieben, die Menschen folgen ihren gewohnten Spuren. Halt! Hier muss ich schon raus. Ich träumte doch gerade so schön. Es ist fordernd, das alltägliche Leben, es ist unnachgiebig, das alltägliche Leben, es braucht Struktur, das alltägliche Leben, dann gibt es Orientierung, das alltägliche Leben.

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November 23, 2010

Surrealer spontaner Text

Akademisch klingend, philosophisch anmutend, vielleicht ja auf s/eine Art sinnhaft.

Man kann begründet behaupten, und das steht außer Frage, dass Zeitgeist keine Mühen scheut, um aus der kleinen Welt der Koketterie eine große Welt jenseits der Illusionen zu gestalten. Trotz erheblicher Widrigkeiten im Zuge des Zusammenhangs außerordentlicher Ereignisse, einschneidend, und daher von geschichtlichem Rang, bleiben die Prämissen grundsätzlich die selben.
Ein weiteres Zusammenspiel bewährter – weil durchsetzungsfähig gewesener – und neuer Kräfte mischt die Karte(n?) neu. Wenn Freiheit ein politisches Novum der Neuzeit sei, zumindest Freiheit die man in trockenen Zeilen/Büchern darzulegen vermag [also nicht die Romantische Freiheit], wäre es folgerichtig, sie im Diesseits der Aufklärung zu verorten.
Doch gröbere Klötze schmiedet/n die Realität. Wahrheit und Wirklichkeit treffen manchmal zusammen, dann gibt es “Aha-Momente” der Geschichte; Erkenntnis(se), die (ihm/r) im Sturm der Wünsche wieder verfliegt/en.
Transformierter Wahnsinn im Kleide der Weltheilung.

Juli 10, 2010

Solaria

„Willkommen in der Ökodiktatur,“ sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses freundlich. Er sagte es nicht ironisch, denn Ironie war der Feind des Kampfes für eine Wende. Wende war das neue Wort für Revolution, weil bisher weniger abgenutzt. Auch hatte man sich eingestanden, dass eine gewisse gute Sache auch überzeugte Vorreiter brauchte. Die Funktionsträger von Solaria hatten sich für diese Rolle geopfert. Der Vorsitzende begrüßte die Neubürger, die den solarianischen Pass erhalten hatten. Er war auch einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Kommission für nachhaltige und verantwortungsbewusste Entwicklung, die für die Organisation des verantwortlichen Lebens in Solaria Verantwortung übernahm. Von den Menschen.

Der die neuen Einwanderer aus weniger nachhaltigen “Gesellschaften” begrüßende Verantwortungsträger hieß Scheinmeier. Er hatte eine ungewöhnliche Brille, aber gewöhnliche Ansichten. Man gewöhnte sich nicht so gut an seine besserwisserische Art, das war vielleicht ein Marketing-Problem. Die Neuankömmlinge wussten das und vieles andere aber noch nicht. Sie konnten nur erahnen, welche zukünftige Freude noch lauern würde – Zukunft war sehr wichtig in Solaria. Sie nahmen zunächst nur die Beflissenheit wahr, mit der der äußerst abgestimmt gekleidete Vorsitzende sie in die Regeln und Pflichten des Lebens in Solaria einweihte.

Neben der Nachhaltigkeitskommission war die Agentur für Gesundheitsfürsorge, die vom Gesundheitsausschuss geleitet wurde, eine der wichtigsten Behörden der Nachhaltigkeitsvorsorge in Solaria.

’Intellektuelle gegen den Klimawandel’ stand auf einem Plakat in der Chaussee Claudia Roth. Es war nicht zu übersehen, dass hier viel getan wurde, für die gute Sache, aber vor allem gegen die Angst, die seltsamerweise oft gerade dann zunahm, wenn man sich besonders davor wappnen wollte.

Natürlich ist es eine Utopie. Deshalb ist die Frage: Wie utopisch sind die Utopisten?

Hermann fragte: “Bleiben Sie bei dem, was sie umsetzen können oder versteigen sie sich – und vor allem: die vormals von diesen Segnungen ausgeschlossenen Menschen – in nicht technisch machbare Veränderungen im Geiste, die politisch nicht planbar sind?”

„Und nicht beherrschbar?“ merkte Olio ungewollt konterrevolutionär an.

„Es geht uns nur um die Sache.“ sagte Scheinmeier mit leicht angesäuertem Gesicht.

Juli 10, 2010

Er wohnte in Zahnstadt

Er wohnte in Zahnstadt, Plummerlande. Und war keineswegs betrübt darüber, dass die „große Stadt“ so weit weg war. Diese nur in einem bestimmten, subjektiven Erlebnis-Gefühls-Bereich zu recht mystifizierte, jedoch für menschliches Verhalten ebenso wie jede andere Lebenswelt repräsentative urbane Gesellschaft war für ihn kein rotes Tuch, und doch zog sie ihn nicht an, obwohl er mindestens so Motte war, wie alle anderen. Wenn alle anderen gleich sind, ist keiner mehr oder weniger etwas. Allgemein kann man das sagen, aber allgemein in Bezug auf bestimmte Sachen nicht. Denn dort sind die Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Ob mit oder ohne Hemmschuh, die Menschen sind unterschiedlich und in der Unterschiedlichkeit in Gruppen wieder gemeinsam. Der Mensch als einsame Kopie seiner selbst? Hoffentlich kann er aus seiner Individualität, die ihn in seinem Körper, weniger in seinem Geist – und doch konstruiert dieser gerade die Individualität als Idee – gegeben ist.

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Juli 10, 2010

Alexei Romanows Zigaretten-Freiheit

Alexei Romanov ging mir auf den Sack. Er kaufte sich immer die gleichen Zigaretten. Natürlich nicht die selben, denn er rauchte sie ja. Aber die Gleichen. Ob er ein Egalitätsfanatiker war, war nicht bekannt. Der Mensch ist sowohl egalitär als auch anti-egalitär. Im Ergebnis ist das, konstituierend für das menschliche Dasein, ein Widerspruch zwischen verschiedenen, nicht kompatiblen subjektiven und intersubjektiven Ansprüchen und der naturgegebenen Wirklichkeit. Denn an den Grenzen der Wünsche erfährt man die Wirklichkeit, bzw. dort ist sie zu Haus.

Juli 10, 2010

Menschlich betrachtet

„Meine politischen Vorbilder sind Silvio Berlusconi und Franz-Josef Strauß.“

„Interessant, – *Gähn* – weil Sie uns ehrlich zeigen, wie Politik funktioniert?“

„Njet, mein Freund. Das zeigen uns die anderen Politiker mit ihrem betont seriösen Image auch. Man kann hinschauen und man kann wegsehen. Beides auch vollkommen in Ordnung und menschlich erklärbar. Aber hinschauen und Nicht sehen – wollen – ist ein Skandal, tawaritsch.“

„Unwohl wahr, Genosse Steinzeit.“

Juni 25, 2010

Hedonismus

Olnipur Hansen ging die Stufen seines Cabriolets hinauf. Es war ein großzügig ausgestattetes Kabrio, das er von Mario, seinem Freund aus alten Tagen geschenkt bekomen hatte. Er stand am Tresen seines Wagens – dieser hatte eine Bar im Innenraum, das war auch für einen Nihilisten wie Olnipur etwas “Wahres” – zumindest etwas Praktisches.

“Wenn’s einem langweilig ist, geht man z.B. in den Puff,” sagte er grob. Grob? Nur, weil das Wort “Puff” vorkam? Es war ein Vorschlag zur Freizeitgestaltung, der Satz war herkömmlich formuliert, und verdiente dabei nicht das Prädikat “grob”. Man hätte es auch Bordell nennen können oder Erotisches Dienstleistungszentrum. Aber so war es umgangssprachlich. Die tatsächlichen Verhältnisse müssen gut sein, nicht der Mantel der beschönigenden Rede oder des Schweigens.

Juni 15, 2010

Spinning Wheel

Das Pony reitet durch den nächtlichen Wind.
- Der ist nur gemalt.

Die Welt steht Kopf.

Obwohl finanziell am Tropf

des Nächsten hängt der Nächste.

Das wäre ja auch ganz normal.

Die Lebensweise ist sozial.

Doch wenn keiner mehr weiß

wer von wem tut leben

wird ganz schön anonym mit der Zeit

das Leben.

Vorteil Großstadt

Nachteil Großstadt.

Urbanes Leben

Ländliche Nähe.

Auch auf dem Lande kann man einsam sein.

In der Stadt geht man in solchem Falle öfters aus.

Was geht einem aus, bzw. ab.

Das sollte man sich fragen.

Ob Land oder Stadt, ob

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