Archiv für ‘New Revolution’

April 8, 2012

CRS (2.0?)

Kapitalism Realism Socialism. One Idealism (idealism as such).

KRS-One. He’s a personality. Now also available as KRS 2.0. ;-)

Will there be Capitalism, Socialism and (more or less pragmatic) Realism after the break – when the dust of the turmoil phase of society has settled? Probably yes. But their abstract and theoretical meaning and interpretation, as well as their practical application, will have another shape.

You can have ideals – in some way everybody has some – and you  ought to think logical*. But don’t be ideological – because we are on a wrong track if only isolating our temporary world view and just repeating it instead of being open for inspiration.

___
* But remember the justified skepticism of Supertramp: The Logical Song.

Oktober 31, 2011

Story – New Revolution

Alexei war groß gewachsen und hatte blondes Haar. Er hatte leuchtende blaue Augen und schien aus “gutem Hause” zu sein.

Er diskutierte mit Igor über Sinn und Sinnlichkeit von Revolutionen, seit sie mit dem U-Boot abgelegt hatten. Dabei formulierten beide von unterschiedlichen Standpunkten aus, kamen sich aber durch ihre Gespräche auch näher.

Alexei hatte auch Lord Acton gelesen und bereits die Lebenserfahrung gemacht, dass Macht korrumpiert. Auch deshalb war er aber selbst an Macht interessiert. Auch er wollte korrumpiert werden, sich gehen lassen, sich nicht entschuldigen müssen, für seine Triebe und Leidenschaften. Ihm stand der Sinn nach Marquis de Sade.

Igor schaute Alexei länger an als sonst: Es war nun etwas Glühendes an ihm. Er schien ein Ziel, einen Zweck zu haben, für das er – zumindest im Jetzt und für die Gegenwart, praktisch nicht theoretisch – zu leben versuchte.

„Mit jeder Phase meines Körpers will ich die Revolution der Sinnlichkeit voranbringen. Ich will zeigen, dass man es kann! Dass es der Mensch kann, Frauen und Männer, Alte und Junge. Im Jetzt leben und die Normen für die Zukunft aufsparen – oder besser noch: In die Sonntagsvitrine der Vergangenheit stellen. Es wird Zeit die bürgerliche Moral hinter uns zu lassen,“ sagte er und grinste Igor an.

„Ich weiß nicht, ob das überhaupt möglich ist,“ wandte Igor ein.

Der Starke ist am mächtigsten allein,“ sagte Alexei zitierend.
Igor im übertragenen Sinne zwinkernd: „Wir sitzen alle in einem Boot.“

Lenja Sarafanja – die auch Matrjoschka genannt wurde, weil sie immer für Überraschungen gut war – läutete die Glocke zum Duschen: „Wer duschen will, jetzt anstellen!“ „Pjat, Pjat – immer fünf auf einmal, bitte!“ rief sie durch die Gänge.

„Wir sollten unsere soziale Einbettung nicht zu sehr verlassen“ mahnte der auf dem Land aufgewachsene Nikolai mit betont ernsthafter Stimme. Er war auf dem Weg zur Dusche und hatte nur seine Halskette mit einem Kreuz daran und ein Handtuch um. Vielleicht redete er deshalb etwas lauter.

„Einbettung habe ich genug“, sagte Alexei. „Und die soziale Interaktion fördern wir Abenteurer der Sinnlichkeit auch.“