Archiv für ‘Polis’

Mai 22, 2012

Steuern sind nicht steuerbar

Steuern runter, Bürger munter.

Das ist aus klassisch-liberaler Perspektive durchaus nicht falsch. Nach dieser ist der Staat das Gegenüber des Bürgers. Aus einer klassisch-konservativen Sicht jedoch ist das Konstrukt ‘Der Staat und seine Bürger’ (und umgekehrt) eine begrifflich-konstruktivistische Gemeinschaft – ohne gefragt zu werden, grundgegeben: Solange es die Institutionen ‘Staat’ und ‘Bürger’ gibt. Soll und Haben sind zwischen Staatsbürgern und Staatsinstitution immer gleich groß. Hier ist dann “nur” die Frage, wessen Steuern wann gesenkt und erhöht und gezahlt werden. Und für was sie ausgegeben werden. Letztlich bleibt alles im Kreislauf.

Mai 3, 2012

L’Européanisation par la dette

Angela chante à l’oreille de Nicolas: «Boy, vous devez apprendre à vivre sans dette.»

Nicolas dit: «Peut-on faire une division du travail?»

Angela demande: «Qui fait quoi?»

Nicolas: «Cette année, l’art cher d’épargner est à vous. L’année prochaine, vous avez des élections. Et voilà, nous allons recommencer à épargner. Au moins, nous sauvons les apparences.»

Angela: «Cela ressemble à un judicieux Realpolitik.»

 

Nicolas 2012, Angela 2013. Francois 2012, Frank-Walter 2013.
Les élections pourraient obtenir une légère touche européanisé.

April 18, 2012

Stability through elaborated flexibility

 

Che Schäuble Stability by Realpolitik

 

April 14, 2012

Unschuldigkeits-Rituale

Aufgrund vieler ähnlicher Sprüche mal (wieder) was kritisch-sophistisches:

Bürgerin und Bürger, zugleich gerne involviert und distanziert, je nach Bedarf.

Sagen, ohne nach weiteren Faktoren gar zu fragen.

Was auch verständlich, da kompliziert die Welt, und zu Komplexen fähig ist,

der Mensch

Ich bin an allem unschuldig, ich bin Wechselwähler.

April 9, 2012

In der Hitze der Oberfläche

Die deutschsprachige Welt dichtet. Wie Henryk M. Broder zurecht schreibt, erlebt – neben der schon informell institutionalisierten Empörung auf allen Seiten – eine Art Gedicht-Kultur gerade einen Boom. Die Lyrikindustrie bedankt sich bei Günter Grass. Wie lange die Konjunktur von gut gefühlten und gut gemeinten politischen Kommentaren in Gedichtform anhält ist vermutlich eine Frage des Osterlochs. Und der weltpolitischen Entwicklung. Die Spätmoderne ist kompliziert.

Ich empfehle: Grass lesen, das Wortverwandte rauchen, und nach hitziger Diskussion erst mal differenziert(er) reflektieren.

 

P.S.: Guter, Fieberkonjunktur-analysierender Artikel auf NZZ Online: Sieglinde Geisel – immer schön die erregungskurve oben halten

Juni 24, 2011

Steuern sind auch zum Steuern von Trieben da

Steuern sind immer die Schuld und Pflicht des Anderen. (Ein abgewandeltes Rosa Luxemburg-Zitat. Könnte in dieser Haltung und Thematik auch von Johannes Claudius Juncker sein.)

Ich will doch nicht, dass mein Nachbar mit dem dicken Auto weniger Steuern zahlt. Nicht weniger als ich, also relativ. Aber vor allem nicht weniger als bisher, also absolut. Nein, das will ich absolut nicht.
Ich glaub, bei Dir piepst wohl, Westerwelli!
Reichtum ist immer der Reichtum des Anderen.

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April 23, 2011

Punks könnten Merkel bevorzugen

Ein möglicher (fiktiver) pragmatischer Punkphilosoph sagt: Ist Angela Merkel nicht die beste, erfolgversprechendste, weil vielleicht schnellste unter heutigen Bedingungen gegebene Möglichkeit zur Zerstörung dieser “unserer” Gesellschaft mit ihren eigenen Waffen?

Diese Waffen sind die selbst gewählte und gewollte Beliebigkeit. Und es ist die Widersprüchlichkeit als Grundgegebenheit der menschlichen Kultur. Die Widersprüchlichkeit kann aber so stark werden, oder die integrativen Kräfte des Ausgleichs so schwach, dass es über das zu exzentrisch Auseinanderdriftende ins Auseinanderfallende übergeht. Eine offen zu Tage tretende, die Schwerkraft der Mitte temporär verlassende, Auslebung einzelner Teile des vormals zusammen gebundenen Widerspruchs der Idee des Staates als Ordnung aller auf Kosten der Freiheit aller (frei nach Frédéric Bastiat).

Ein vielleicht drohendes Implodieren der biedermeierlich-bürgerlichen ausgewogen konstruierten Ordnung – Zusammen- und Auseinanderfallen im wirtschaftlichen wie kulturellen Bereich, auf Basis der sozialen Desintegration. Diese Desintegration läuft teils bewusst angestoßen und teils sozialdynamisch und in Wechselwirkung selbständig ab. Keine Explosion, da die demographische Struktur der deutschen und europäischen Gegenwart keine größeren Explosionen spekulativ vermuten lässt.

“Angela Merkel, eine Gefahr für die heutige Struktur?”
Wir sagen Ja. Wir sagen aber auch: Warum nicht?

Punks pro Merkel

Dezember 15, 2010

Pragmatischer Genussmensch

Kann man sagen, dass Rainer Brüderle (derzeit Bundeswirtschaftsminister, FDP) der Erich Streissler (Professor, emeritiert, Universität Wien) der deutschen Politik ist? So als Analogie vermutlich nicht. Aber als Ähnlichkeiten-Assoziation vielleicht schon.

Juni 15, 2010

Spinning Wheel

Das Pony reitet durch den nächtlichen Wind.
- Der ist nur gemalt.

Die Welt steht Kopf.

Obwohl finanziell am Tropf

des Nächsten hängt der Nächste.

Das wäre ja auch ganz normal.

Die Lebensweise ist sozial.

Doch wenn keiner mehr weiß

wer von wem tut leben

wird ganz schön anonym mit der Zeit

das Leben.

Vorteil Großstadt

Nachteil Großstadt.

Urbanes Leben

Ländliche Nähe.

Auch auf dem Lande kann man einsam sein.

In der Stadt geht man in solchem Falle öfters aus.

Was geht einem aus, bzw. ab.

Das sollte man sich fragen.

Ob Land oder Stadt, ob

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Juni 3, 2010

Moderne Welten

Beim Treffen unseres Informatik-Clubs war man sich einig: Ursula von der Leyen sollte nicht Bundespräsident oder Bundespräsidentin werden. Für beide Ämter schien sie uns ungeeignet. Hennes Ludenbichler, unser friesisch-stämmiger Vorsitzender formulierte es drastisch: “Aus unserer Sicht stellt die Internetzensur keine gangbare Alternative für eine offene Gesellschaft dar.”

Damit war unser Pulver aber nicht verschossen: “Die Frage, ob P gleich NP ist, bleibt weiterhin relevant,” betonte Ludenbichler. “Das ist ja schließlich auch nicht ganz unwichtig,” untertrieb er abschließend.