Archiv für ‘Satire’

Mai 1, 2012

Fußball zwischen Moral und Ethik

Kurz vor der Tür der Ausführung steht die Männer-Fußball-EM 2012. Bisherige geplante (abstrakte) Gastgeber sind die Staaten Polen und Ukraine. Viele Menschen sind nun, eher aktuell, aus moralischen Gründen für den Entzug der Spiele für die (bzw. in der) Ukraine. Manche freuen sich schon auf die Verlegung der Spiele nach Deutschland.

Aus dieser Sicht schlägt Fußball also doch Politik. Selbst in unserer ungeordnet-politisierten Umbruchzeit.

April 14, 2012

Unschuldigkeits-Rituale

Aufgrund vieler ähnlicher Sprüche mal (wieder) was kritisch-sophistisches:

Bürgerin und Bürger, zugleich gerne involviert und distanziert, je nach Bedarf.

Sagen, ohne nach weiteren Faktoren gar zu fragen.

Was auch verständlich, da kompliziert die Welt, und zu Komplexen fähig ist,

der Mensch

Ich bin an allem unschuldig, ich bin Wechselwähler.

April 6, 2012

Ka-Ching!

Das Lied “Ka Ching!” von Shania Twain ist irgendwie postmodern. Es erzählt vom Leben in einer Kredit- und Konsumgesellschaft. Dabei ist der Text bzw. Gehalt des Liedes vielleicht sogar postmodernistisch-reflektiert – bewusst oder unbewusst. Text und Melodie könnten eine Satire sein, die selbstkritisch (auf der mikrosozialen Ebene) und allgemein-kritisch (bezogen auf die makrosoziale Ebene) die eigene und allgemeine Verstrickung in Konsum-Strukturen beschreibt. Es könnte aber auch – zumindest in der ursprünglichen Absicht der Autoren des Liedtextes – ein oberflächlicher Text sein, der in herkömmlicher Weise (und dabei, da er aus einer [bisher noch] voll etablierten Unterhaltungsindustrie kommt: heuchlerisch) über die “Verfehlungen” der Masse lamentieren soll, mit denen man natürlich “nichts zu tun” hat.

April 2, 2012

Soyez inspiré, vieux continent

La Grèce: Je ne veux pas travailler (trop).

L’Union européenne: Si c’est le cas – moi non plus.

Achtung: Déviance pourrait être contagieuse

März 27, 2012

Per lubidine ad sinisterum

»“Rechts“ ist bewahren und “Links“ ist Verändern. Wir sind links.«

»Zumindest heute.«

»“Sinisteri sensuales!“ ist unser Motto. Oder eines unserer möglichen Motti.«

»Was heißt das?«

»Weiß nicht. Klingt aber gut. Könnte so etwas wie „Düstere Linke mit Gefühl“ heißen. Sinister klingt nach düster, aber auch nach ‘Links’. Das ist heute schon mal nicht falsch, formal-oberflächlich eingebettet im aktuellen Zeitgeist. Dabei sollte es aber offen genug sein, um flexibel auf kommende raum-zeitliche Veränderungen in der Auslegung von falsch und richtig reagieren zu können.«

»Bei der Re-Etablierung der Verhältnisse nach der Umbruchzeit sollten wir vorne mit dabei sein.«

»Diese Art der modernen – nicht postmodernen – Beliebigkeit scheinen unsere Postulate zu haben.«

»Flexibilität ist die Stärke unserer Organisation. ‘Authentizität durch Flexibilität’ ist auch eines unserer Elogia. Dieses kann zumindest als An-Schein die Assoziation des Lebendig-Dynamischen hervorrufen. Und es ist nicht modern-ironisch, sondern zeitlos gemeint. Mit etwas Glück wirken aufbauende Phrasen auch in Umbruchzeiten.«

»Ob morphomimetische Zeitgeist-Wiedergabe auch in so bewegten Zeiten wie heute für eine sozialstrukturelle Spitzenposition ausreicht, bleibt abzuwarten.«

»Der Geldschein wird derzeit in Frage gestellt. Der schöne Schein des zeitlich Angepassten vielleicht weithin nicht.«

»Vielleicht würde eine solche Revolution auch zu weit gehen.«

Oktober 31, 2011

Revolution ist anstrengend

„Wir brauchen keine geistigen Vaterlandsverräter – Wir brauchen richtige Vaterlandsverräter!“
rief er in den begeisterten Saal.
Aber der Saal war alt und erfahren. Die Leute darin waren jung und ob der großen Anforderungen des Redners nicht so begeistert.

Juni 24, 2011

Steuern sind auch zum Steuern von Trieben da

Steuern sind immer die Schuld und Pflicht des Anderen. (Ein abgewandeltes Rosa Luxemburg-Zitat. Könnte in dieser Haltung und Thematik auch von Johannes Claudius Juncker sein.)

Ich will doch nicht, dass mein Nachbar mit dem dicken Auto weniger Steuern zahlt. Nicht weniger als ich, also relativ. Aber vor allem nicht weniger als bisher, also absolut. Nein, das will ich absolut nicht.
Ich glaub, bei Dir piepst wohl, Westerwelli!
Reichtum ist immer der Reichtum des Anderen.

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April 23, 2011

Punks könnten Merkel bevorzugen

Ein möglicher (fiktiver) pragmatischer Punkphilosoph sagt: Ist Angela Merkel nicht die beste, erfolgversprechendste, weil vielleicht schnellste unter heutigen Bedingungen gegebene Möglichkeit zur Zerstörung dieser “unserer” Gesellschaft mit ihren eigenen Waffen?

Diese Waffen sind die selbst gewählte und gewollte Beliebigkeit. Und es ist die Widersprüchlichkeit als Grundgegebenheit der menschlichen Kultur. Die Widersprüchlichkeit kann aber so stark werden, oder die integrativen Kräfte des Ausgleichs so schwach, dass es über das zu exzentrisch Auseinanderdriftende ins Auseinanderfallende übergeht. Eine offen zu Tage tretende, die Schwerkraft der Mitte temporär verlassende, Auslebung einzelner Teile des vormals zusammen gebundenen Widerspruchs der Idee des Staates als Ordnung aller auf Kosten der Freiheit aller (frei nach Frédéric Bastiat).

Ein vielleicht drohendes Implodieren der biedermeierlich-bürgerlichen ausgewogen konstruierten Ordnung – Zusammen- und Auseinanderfallen im wirtschaftlichen wie kulturellen Bereich, auf Basis der sozialen Desintegration. Diese Desintegration läuft teils bewusst angestoßen und teils sozialdynamisch und in Wechselwirkung selbständig ab. Keine Explosion, da die demographische Struktur der deutschen und europäischen Gegenwart keine größeren Explosionen spekulativ vermuten lässt.

“Angela Merkel, eine Gefahr für die heutige Struktur?”
Wir sagen Ja. Wir sagen aber auch: Warum nicht?

Punks pro Merkel

April 18, 2011

Bundeswehr ist Freiwilligenarmee

Die militärischen Ränge bei der Bundeswehr sollen reformiert werden.

So soll u.a. die laut Bundeswehr-Marketingkorps veraltete“ Bezeichnung Oberstleutnant durch die neue Rangbezeichnug „Commander“ abgelöst werden. Offiziere im Rang des Oberst sollen in besonderer Verwendung den Zusatztitel „Total Commander“ erhalten.
Für Fregattenkapitäne sollen „Master and Commander“ die neuem Bezeichnung(en) sein.
Für Oberste der Luftwaffe soll entsprechend der Titel „Wing Commander“ gelten.

Mit dieser zukunftsweisenden Reform will die Bundeswehr wieder attraktiver für junge Leute der heutigen „Generation Internet“ werden, so ein Sprecher der oliv-grünen Vereinigung. Ob gezielt auch Mitglieder der pädagogisch umstrittenen „Generation Counterstrike“ angeworben werden sollen, ließ der Sprecher noch offen: „Wir sind aber auf jeden Fall eine bunte Truppe,“ fügte er lächelnd hinzu. „Outdoor-fun“ und „Indoor-Internet“ passten gut zusammen, wolle man den potenziellen neuen „comrades“ signalisieren.

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Juni 4, 2010

Jura – eine Wissenschaft für sich

§ 221 Lügengesetz verbietet Lügen in der Öffentlichkeit – mit Ausnahme von Lügen über das Aussehen von Mitmenschen und über die Freude, jemanden wiederzusehen.
§ 743 Nasenverwaltungsüberprüfungsvorstellungsgesetz schreibt bei einer Größe der Nase ab 7 cm eine Verlängerung der Fristzeiten bei geringerem Appetit in Tagesfällen auf.

Nasen haben kurze Beine! Aber haben Beine auch was zu sagen? Beim Tanz und Spiel bringen Sie viel. Theoretisch ist eher der Kopf entscheidend.