Archiv für ‘Tradition & Moderne’

Mai 12, 2012

Herdprämie versus Kühlschrankboni

Ich will auch die Herdprämie. In meinem Besitz befindet sich ein Herd. Nicht in meinem Eigentum, aber es sollten doch nicht nur die eh schon Vermögenden belohnt werden. Ich habe zwar keine Kinder, aber auch hier sollte es keine nicht mehr zeitgemäßen Bevorzugungen mehr geben.

Und ich möchte weiter solche albernen Schlagzeilen lesen:

Zoff ums Betreuungsgeld

Merkel ködert die Feinde der Herdprämie


Quelle: Spiegel Online

Februar 25, 2011

Mörtel ist grundlegend

Die Kirche gehört ins Dorf  – und der Opernball gehört denen, die ihn gestalten.

Mörtel ist das Unterhaltsamste, was der Opernball die letzten Jahre zu bieten hatte. Wenn er Ruby einladen will, ist das nicht Schlimmer als jede andere Einladung. Er ist ein Macher. Er machte was, er machte was her und damit auch für den Opernball. Er ist Richard Lugner, er lebt die Rolle. Wenn er eine attraktive junge Frau einlädt, dann lädt er sie ein. Der Opernball ist eine Institution – Lugner ist einer ihrer heutigen Säulen. Er ist der Mörtel des Fundaments des derzeitigen Opernballs.

Man kann immer sagen: “Was hat dieser Gast denn geleistet?”, aber da wirds schon sehr subjektiv und eine weitere Diskussion darüber kann maximal noch unterhaltsam sein. Geleistet hat der/die Gast/Gästin, dass er/sie zum Opernball eingeladen wird, von dem Mann, der den Opernball die letzten Jahre mit geprägt hat.

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Juli 10, 2010

Menschlich betrachtet

„Meine politischen Vorbilder sind Silvio Berlusconi und Franz-Josef Strauß.“

„Interessant, – *Gähn* – weil Sie uns ehrlich zeigen, wie Politik funktioniert?“

„Njet, mein Freund. Das zeigen uns die anderen Politiker mit ihrem betont seriösen Image auch. Man kann hinschauen und man kann wegsehen. Beides auch vollkommen in Ordnung und menschlich erklärbar. Aber hinschauen und Nicht sehen – wollen – ist ein Skandal, tawaritsch.“

„Unwohl wahr, Genosse Steinzeit.“

März 8, 2010

Showbiz

Wenn es Westerwelle nicht gäbe, müssten die Konkurrenzparteien und die Medien ihn erfinden.

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Januar 30, 2010

Genji-monogatari no Machi-zukuri

Stadtplanung im 21. Jahrhundert? Wie sieht Sie aus, wie kann Sie nachhaltig und lebenswert, ökonomisch und gesund für die Menschen gelingen?

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November 2, 2009

Virus: Letzte Hoffnung auf Gleichheit

Der prominente Tennis-Sportler Tommy Haas gab laut Agenturmeldung bekannt, dass er an Schweinegrippe erkrankt sei. Als Reaktion darauf konnte man dann etliche private Internet-Kommentare dazu lesen, die direkt oder indirekt einer gewissen Art der Freude Ausdruck verliehen. Motive davon waren vemutlich u.a. Missgunst und allgemeiner Frust. Aber es wurden – teilweise gehören beide Phänomene zusammen, aber vielleicht nur teilweise – auch egalitäre Momente interpretiert und goutiert. Durch die erfreuten Kommentare wurde implizit festgestellt, dass die Tatsache, dass auch Prominente und “Reiche” * erkranken, zeige, dass der Virus prinzipiell alle gleich behandle.**

Heißt das: Viren sind die wahren Sozialisten? Hoch lebe die virale Internationale?

Die These ‘Vor dem Virus sind wir alle gleich’ mag zwar bestimmte Triebe befriedigen und vielleicht auch egalitaristischer Naturphilosophie entsprechen, aber kann sie weiter-(breiter- und tiefer-)gehend überzeugen? Zwar unterscheidet der Virus nicht nach Gehalt oder sozialer Rolle des von ihm erwählten Virengastgebers. Aber: Den Gesunden und den (Immunsystem-)Starken trifft ein eingefangener Virus in der Regel wesentlich weniger als den Schwachen und anderweitig Kranken. Daher könnte man dem Virus durchaus auch sogenannte sozialdarwinistische Züge unterstellen.

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* Es gibt viele Erscheinungsvarianten und Interpretationen von Reichtum, hier angeführt die von vielen verwendete Quantitativ-monetäre. In Anführungszeichen, da Reichtum im Gesamtheitlichen (und erst recht im idealistischen Ganzheitlichen) für viele wohl nicht durch monetäre Effizienz (allein?) zu erreichen ist. Für mich jedenfalls subjektiv derzeit nicht.
* Wie man auf den Virus reagiert ist natürlich jenseits egalitärer Interpretation wieder eine individual-gesundheitliche und sozial-umfeldliche Frage, und wie man medizinisch versorgt wird eine Frage der Kassenleistungen etc.

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Oktober 31, 2009

Hallo Wien

Der Begriff ‘Angelsachsen’ wird auch für einen geographischen Raum, oft aber als Verbildlichung einer bestimmten Art von Kultur (darunter u.a. Wirtschaftsweise, Rechtsphilosophie, Unterhaltungs- und Kunst-Kultur) verwendet. Von Seiten des alt-europäischen Intelligenz- und Kulturadels wird diesem Raum gerne der Besitz einer (“wahren”, “echten”) Kultur abgesprochen, bzw. als seicht abgetan. Aus dieser Ecke der kulturellen Welt stammt auch Halloween. Aus diesem Grund und aufgrund seiner heidnischen Herkunft werden diesem Feiertag noch* gewisse Ressentiments entgegengebracht. Aber gegen eine richtig leckere Hallo-Wiener Wurst kann ja nun kääner was sagen.

* Die Zeiten “gebären” ihre eigenen (neu kombinierten) Traditionen.

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Oktober 30, 2009

Was wäre wenn

Was wäre, wenn eine Persönlichkeit in einem für wichtig erachteten Amte, wie der (deutsche/österreichische)* Bundespräsident, seine offiziellen Texte mit persönlichen Randnotizen bzw. Unterschriften versehen würde? Z.B. mit “Schalke 04 forever” oder “HDgdl”. Wäre das volksnah, bürgerfreundlich, bildungsfern, populistisch, der Untergang des Abendlandes oder moderner Präsidialstil?

 

 

*Der preussische und der österreichische Bundespräsident sind selbstverständlich zwei verschiedene Ämter und Persönlichkeiten.

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Oktober 14, 2009

Guten Morgen

Mit Erschrecken habe ich feststellen müssen, dass die (bei mir) beliebte ORF-Nachmittags-Fernsehsendung “Willkommen Österreich (WÖ)” im Zuge einer Programmreform bereits 2007 eingestellt wurde.

Zu Willkommen Österreich konnte man entspannte, gemütliche und faule Nachmittage verbringen. Das Programm war bunt – es gab Informatives, Gewinnspiele, interessante Vorstellungen von Vereinsleben und Brauchtum in ganz Österreich, Konsumenten- und Gesundheitsservice. Die ModeratorInnen waren charmant, teils wirklich lustig und die ganze Sendung hatte einen gewissen ruhigen, klassischen Charme. Der Werdegang eines Reporters und Redakteurs von WÖ lautet: “Er besuchte das Christliche Gymnasium der Schulbrüder in Strebersdorf und machte Matura.” Das ist klassisch.

Aufgefallen ist mir dieser Verlust für das an guter Unterhaltung arme TV-Nachmittagsprogramm erst, als ich eine gleichnamige Late-Night-Show mit Christoph Grissemann & Dirk Stermann (u.a. Salon Helga, FM4) auf 3sat schaute.

Die Absenz der informativ-entspannenden Sendung konnte mir leider nicht live im ORF auffallen, da ich ob der Digitalisierung des Antennenfernsehens seit etwa Anfang 2007 kein ORF mehr schauen konnte. Die Anschaffung einer digitalen Empfangsbox würde sich empfehlen. Aber in “letzter Zeit” kam verstärkte Kritik auf, über politische Inhalte und Personal des ORF würde mehr und mehr von der SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) entschieden. Tradition verpflichtet. Sowohl KritikerInnen als auch Kritisierte. Aber mal wirklich: Politische Einflussnahme auf Medien, das gibts vielleicht in Italien, aber doch ned in Österreich oder Deutschland.

Politik ist Politik, und Fernsehunterhaltung ist Fernsehunterhaltung.

Ein Hoffnungsschimmer scheint mir die Information zu sein, dass es ein Nachfolgeprogramm für WÖ geben soll: Eine als Sommerzeit gestartete Sendung wurde inzwischen als durchgängiges Jahreszeitenprogramm etabliert. So heißt es derzeit Herbstzeit und soll von Stil und Inhalt WÖ sehr ähnlich sein. Außerdem moderiert zumindest eine meiner Lieblingsmoderatoren und -Innen aus WÖ auch in der Herbstzeit wieder mit.

ORF2 – manche Sachen sollten sich nicht ändern. :-)

Oktober 12, 2009

Human vices and financial crises

Sex and drugs and real estate – (some of the) things you can get hooked on.

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