Artikel getaggt mit ‘Kapitel X’

Oktober 31, 2011

Kapitel X – Rituale

E demonstrierte als Ein-Mann-Demonstration für das öffentliche Gelöbnis. „Die Gesellschaft braucht Rituale.“ sagte er. Sowohl das Gelöbnis als auch die Demonstrationen dagegen sollten erhalten bleiben. Forderte er nicht. Aber er hielt es für dem logischen und empirischen Dualismus entsprechend.

Eine individuelle Lanze für das gemeinschaftliche Ritual. Für das Zelebrieren des Ist-Zustandes des Gruppenwesens Mensch. Das Ritual des Gelöbnis an X. Bestehend aus den Teilmengen Gelöbnis und X. X in diesem Fall das Grundgesetz. Aus mancher Perspektive war das Gelöbnis „überkommen“. Aber in der Interpretation des E war dieses konkrete Ritual und in dieser Konstellation (noch) nicht anachronistisch. E glaubte an die konstitutive Wirkung von Ritualen.

„In welcher Verfassung ist eigentlich das Grundgesetz?“ fragte der Schelm.

Oktober 31, 2011

Kapitel X – Poulon erzählt

Dr. Poulon war Sexualpsychologe und Therapeut.

Unter dem Titel „Masturbation und Häuslebauen“ hatte er eine Empirische Aufsatzsammlung über die moderaten sexuellen Eskapaden/Eskapismen des modernen Kleinbürgertums gesammelt.

Wissen Sie, die meisten Menschen haben, um es mal klar anzusprechen, eine kranke Phantasie. Wenn es denn eine Mehrheit ist, die solche Fantasien hat, warum bezeichnet man diese dann als krank? Ein Mehrheitsphänomen kann doch nicht krank sein. Man kann zwar sagen: Die meisten haben so kranke Fantasien. Aber wenn das wirklich so wäre, wäre doch die gesamte bzw. von der Mehrheit geprägte Gesellschaft krank. Oder nicht?

Ist es erst dann Krank in Praxis, wenn die kranken Fantasien auch ausgelebt/gelebt werden? Und machen das nur die Wenigen, obwohl die meisten solche haben?

Ist das der Unterschied zwischen krank und „echt krank“.

Das liegt formal bzw. kommunikativ/dem Wortlaut nach daran, dass Krankheit gar nicht mal ansatzweise eindeutig definierbar ist.

Auch ist es so, dass man auch hier zwischen Sein und Sollen unterscheidet, ob zurecht oder zu unrecht, es ist so.

Krank ist normativ in diesem Sinne und daher vorhanden, auch natürlichen Ursprungs, aber öffentlich unerwünscht.

 

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Oktober 31, 2011

Kapitel X – Sozialgefüge

„Da arbeiten sie vor sich hin, die Drohnen der Mittelschicht.“ resümierte Victoire halbernst. Sowohl Arbeit als auch Resümee waren teils auf eigene Rechnung, teils auf Kosten des Staates und damit wiederum auf Rechnung der eigenen, und der Oberschicht. Diese war aber im Korporatismus nicht weniger zu Hause als die Anderen. Alle hatten subjektiv zurecht im Grundsatz immer ein gutes Gewissen.