Artikel getaggt mit ‘Kultur’

April 10, 2012

Kunst der ungreifbaren Mitte auch in der Kultur

Die ‘ominöse Mitte’ ist nicht greifbar, nicht klar und ein-deutig definierbar. Das macht sie aus und das macht sie zur Kunst(herausforderung) im psychologischen (Innen-)Bereich wie auch in sozialen Kontexten.

Laissez autoritaire b

Auch und besonders in der Kulturdebatte gibt es die – für mich klassische, menschheits-traditionelle – (zumindest theoretische) Pol-Linie (z.B. als Stufenmodell oder Kontinuum darstellbar) zwischen Laissez-Faire und Autoritarismus:

- Ist “der Mensch” fähig, seine eigenen Potenziale und das “was gut für ihn ist” selbst zu suchen? (Von “Wir haben es gefunden” sprechen oftmals die Ideolog[i]en.)
- Oder muss ein Mensch, von ‘Individuum’ bis ‘Masse’, erst kulturell gebildet und erzogen werden, gezeigt bekommen, was “richtige” und was “falsche” Kultur, Lebensweise und Geschmack sind? Aber, da es keine im Voraus gesetzte Objektivität gibt, wer mögen die “auserwählten” Menschen sein, die den Menschen erziehen, wie Jean-Jaques [Rosseau] “seinen” Emile? Wie es Max Stirner radikal kritisiert.

Die “Kulturindustrie” (als abstrakte Zusammenfassung aller [offensichtlich] “kommerziellen” Unterhaltungen) hat hegemoniale Tendenzen (vgl. Adorno). Die “Wahre Kultur”, wenn sie bloße arrogante Gegenkonstruktion bleibt, ist aber ebenso nicht inter-subjektiv orientiert, sondern projiziert eigene Vorstellungen und ein subjektives “Das ist Kultur und das nicht” auf die gesamte Gesellschaft.

April 24, 2011

Österlicher Dialog

Das Verhältnis zwischen Leistung und Entspannung

Fred: Waast, mit da Disziplin, des is es, mit da Disziplin, daas die heut kaaner meea hott, des hott oeß ins Wanken bracht.
Oscar: Wissen Sie, Herr Fred, der Witz is hjo daas: Des stimmt aach noch. Es klingt nach allfelliger Kulturkritik-Routiine. Isses vielläächt auch – aba nicht in diesämm Zusammenhaange.
Fred: Germanien als Sparta, wer hätte das zu römischer Zäät gedacht? Durch das Wirtschaftssparta zum “Wirtschaftswunder”. Höötezutage als lässiges “Komm ich hööt nicht, komm ich moagen – vielläächt.”
Oscar: Vom Wirtschaftssparta zum Zaahlmäista würden maanche EU-Defaitisten sagn.
Fred: Vielleicht ham die Teutschen die Disziplin abgelegt, aber nicht die dazu gehörende Kultur entwickelt. Eine Kultur der Relativität des Läästungsgedankns.
Oscar: So wie sie zum Bäschpill die Italiener haben.
Fred: Ja, also Kultur, nicht pauschal jedes einzelne Individuum oder jede Region und so wääta.
Oscar: Oder wie die Franzosen – die Probleme einfach wegstreiken.
Fred: Währenddessen die Italiener sich einfach nicht zu sehr damit beschäftigen.
Oscar: Die sand mit ihrär kultuviertn Gelossenheit viellächt ganz gut auf die zukümftigen Enderungn vorberätet.
Fred: Italianità per Urbi et Orbi?
Oscar: Per haps.

März 23, 2011

Duplikiter Vitae

Für den rechtspositivistisch denkenden Menschen gilt in Fragen des Rechts der Satz als Grund: “Nulla salus sine lege”.   Preußen

Für den gut- und deshalb rechtgläubigen Menschen, der recht gläubig sein kann aber nicht muss, gilt: “Ecstra (oder ekstra oder egstra?) ecclesiam salus non est”.   Österreich

Oktober 17, 2009

Begriffswelten (welch Wort)

Wichtige österreichische, K&K-kulturelle oder zumindest österreichisch klingende Begriffe suche ich:

Eingefallen sind mir spontan: Leiwand, Tandler, Sandler, Schneckerl, Wuchtel, Buchtel, Leiberl, Gwand, Schwaanderl, Piefke.

Dies ist ein fiktives, aber durchaus praktisch wirksames, Wörtersammel-Projekt der Stiftung “Österreichische Kultur als Anker in einer komplexen, sich ändernden und doch auf Konstanten beruhenden Welt”.

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