Die ‘ominöse Mitte’ ist nicht greifbar, nicht klar und ein-deutig definierbar. Das macht sie aus und das macht sie zur Kunst(herausforderung) im psychologischen (Innen-)Bereich wie auch in sozialen Kontexten.
Auch und besonders in der Kulturdebatte gibt es die – für mich klassische, menschheits-traditionelle – (zumindest theoretische) Pol-Linie (z.B. als Stufenmodell oder Kontinuum darstellbar) zwischen Laissez-Faire und Autoritarismus:
- Ist “der Mensch” fähig, seine eigenen Potenziale und das “was gut für ihn ist” selbst zu suchen? (Von “Wir haben es gefunden” sprechen oftmals die Ideolog[i]en.)
- Oder muss ein Mensch, von ‘Individuum’ bis ‘Masse’, erst kulturell gebildet und erzogen werden, gezeigt bekommen, was “richtige” und was “falsche” Kultur, Lebensweise und Geschmack sind? Aber, da es keine im Voraus gesetzte Objektivität gibt, wer mögen die “auserwählten” Menschen sein, die den Menschen erziehen, wie Jean-Jaques [Rosseau] “seinen” Emile? Wie es Max Stirner radikal kritisiert.
Die “Kulturindustrie” (als abstrakte Zusammenfassung aller [offensichtlich] “kommerziellen” Unterhaltungen) hat hegemoniale Tendenzen (vgl. Adorno). Die “Wahre Kultur”, wenn sie bloße arrogante Gegenkonstruktion bleibt, ist aber ebenso nicht inter-subjektiv orientiert, sondern projiziert eigene Vorstellungen und ein subjektives “Das ist Kultur und das nicht” auf die gesamte Gesellschaft.

) ecclesiam salus non est”. Österreich