Monat: November 2009

Ratgeber ohne Gewähr: Skepsis

Skepsis als schickes Gewand oder als ernsthafes Laster

Was darf man und was eher nicht? Skeptiker sein. Klingt erst mal gut, nach Intelligenz, man denkt selbst, ist kritisch etc. Aber: Kommt Skeptiker sein gut an, und welche Art Skeptiker ist „angesagt“, welche Skeptiker sind wiederum zu skeptisch, um gut anzukommen? Als Salonskeptiker, oder wenn man es werden möchte, sollte man beachten: Skeptisch sein darf man im Rahmen dessen, was den jeweils vorherrschenden (Herrschaft ohne konkreten Herrscher) sozialen Rahmen nicht in Frage stellt. Als leichter Überwurf ist Skepsis also durchaus erlaubt. Man sollte halt nicht „übertreiben“. Als Haltung oder Positionierung zur Welt mag es eventuell Sinn stiften. Aber wohl nur, wenn man seine soziale Umwelt darauf abgestimmt hat.

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Små historier og humoristiske skisser fra spam e-post

Misty Neumann vet helt riktig påpeker at „Mange tyske er for feit.“ Schmidt, derimot, ønsker Esmaria „mye moro å være med Slim. Du er sannsynligvis henviser til Allison Grunewald, som skrev et par timer tidligere: „Sunn Aksept: Du også?

Professor Dr. Frieda Thomas (e-post adresse etter å dømme fra en russisk universitet) skriver på 11.11. carnivalesque ganske direkte, men unkarnevalistisk pessimistisk: „Spørsmål: Er det ikke like bra i senga?“ Takk Gud Prof. Dr. Annelise Krause (også i Russland forskning og undervisning) er allerede 5 timer og 2 minutter før (!) via Rundmail sendt et svar – som noe kryptisk formulert (f.eks mangler en „t) er“ som svar og utstyrt med et spørsmålstegn: „Svar: Du vil ha lenger enn jeg kan?“

Spamgeschichten

Geschichten aus Spam-E-Mails

Misty Neumann weißt völlig zurecht darauf hin, dass „VIele deutsche zu fett“ sind. Esmaria Schmidt hingegen wünscht „Viel spass beim Schlank sein“. Das bezieht Sie wohl auf Allison Grunewald, die ein paar Stunden vorher schrieb: „Gesund Abgenommen: Sie auch?“

Frau Professor Doktor Frieda Thomas (der E-Mail-Adresse nach zu urteilen von einer russischen Universität) schreibt am 11.11. ganz karnevalistisch direkt, aber unkarnevalistisch pessimistisch: „Frage: Laeuft es im Bett nicht so gut ?!“ Gott sei Dank hat Prof. Dr. Annelise Krause (auch in Russland forschend und lehrend) bereits 5 Stunden und 2 Minuten vorher (!) per Rundmail eine Antwort gesendet – welche allerdings etwas kryptisch formuliert (u.a. fehlt ein ‚t‘ in Antwort) und mit Fragezeichen versehen ist: „Anwort: Sie will laenger als ich kann?“

Traum-Geschichten

Ich habe heute von einem Text(auszug) geträumt, in dem die ‚Soziologie‘ als (erkenntnisbringende) Wissenschaft ziemlich verrissen wurde. Ein Zitat aus dem Traumtext (Traum hier keine Wertung, sondern eine Eigenschaftsbeschreibung): „Die einzige (nachweisbare) Leistung der Soziologie ist die Integrationslehre bzw. der Integrationswille. […] Was hat die Soziologie in all den Jahren ihres Bestehens hervorgebracht?“

Hintergrund des Traums ist vermutlich meine derzeitige, vom Studium ausgehende, Beschäftigung mit Wissenschaftstheorie und sozialanalytischen Theoriemodellen, wie unter anderem „Homo oeconomicus“ und „Homo sociologicus“.

Virus: Letzte Hoffnung auf Gleichheit

Der prominente Tennis-Sportler Tommy Haas gab laut Agenturmeldung bekannt, dass er an Schweinegrippe erkrankt sei. Als Reaktion darauf konnte man dann etliche private Internet-Kommentare dazu lesen, die direkt oder indirekt einer gewissen Art der Freude Ausdruck verliehen. Motive davon waren vemutlich u.a. Missgunst und allgemeiner Frust. Aber es wurden – teilweise gehören beide Phänomene zusammen, aber vielleicht nur teilweise – auch egalitäre Momente interpretiert und goutiert. Durch die erfreuten Kommentare wurde implizit festgestellt, dass die Tatsache, dass auch Prominente und „Reiche“ * erkranken, zeige, dass der Virus prinzipiell alle gleich behandle.**

Heißt das: Viren sind die wahren Sozialisten? Hoch lebe die virale Internationale?

Die These ‚Vor dem Virus sind wir alle gleich‘ mag zwar bestimmte Triebe befriedigen und vielleicht auch egalitaristischer Naturphilosophie entsprechen, aber kann sie weiter-(breiter- und tiefer-)gehend überzeugen? Zwar unterscheidet der Virus nicht nach Gehalt oder sozialer Rolle des von ihm erwählten Virengastgebers. Aber: Den Gesunden und den (Immunsystem-)Starken trifft ein eingefangener Virus in der Regel wesentlich weniger als den Schwachen und anderweitig Kranken. Daher könnte man dem Virus durchaus auch sogenannte sozialdarwinistische Züge unterstellen.

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* Es gibt viele Erscheinungsvarianten und Interpretationen von Reichtum, hier angeführt die von vielen verwendete Quantitativ-monetäre. In Anführungszeichen, da Reichtum im Gesamtheitlichen (und erst recht im idealistischen Ganzheitlichen) für viele wohl nicht durch monetäre Effizienz (allein?) zu erreichen ist. Für mich jedenfalls subjektiv derzeit nicht.
* Wie man auf den Virus reagiert ist natürlich jenseits egalitärer Interpretation wieder eine individual-gesundheitliche und sozial-umfeldliche Frage, und wie man medizinisch versorgt wird eine Frage der Kassenleistungen etc.