Monat: Juni 2010

Hedonismus

Olnipur Hansen ging die Stufen seines Cabriolets hinauf. Es war ein großzügig ausgestattetes Kabrio, das er von Mario, seinem Freund aus alten Tagen geschenkt bekommen hatte. Er stand am Tresen seines Wagens – dieser hatte eine Bar im Innenraum, das war auch für einen Nihilisten wie Olnipur etwas „Wahres“ – zumindest etwas Praktisches.

„Wenn’s einem langweilig ist, geht man z.B. in den Puff,“ sagte er grob. Grob? Nur, weil das Wort „Puff“ vorkam? Es war ein Vorschlag zur Freizeitgestaltung, der Satz war herkömmlich formuliert, und verdiente dabei nicht das Prädikat „grob“. Man hätte es auch Bordell nennen können oder Erotisches Dienstleistungszentrum. Aber so war es umgangssprachlich. Die tatsächlichen Verhältnisse sollen gut sein, nicht der Mantel der beschönigenden Rede oder des Schweigens.

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Spinning Wheel

Das Pony reitet durch den nächtlichen Wind.
– Der ist nur gemalt.

Die Welt steht Kopf.

Obwohl finanziell am Tropf

des Nächsten hängt der Nächste.

Das wäre ja auch ganz normal.

Die Lebensweise ist sozial.

Doch wenn keiner mehr weiß

wer von wem tut leben

wird ganz schön anonym mit der Zeit

das Leben.

Vorteil Großstadt

Nachteil Großstadt.

Urbanes Leben

Ländliche Nähe.

Auch auf dem Lande kann man einsam sein.

In der Stadt geht man in solchem Falle öfters aus.

Was geht einem aus, bzw. ab?

Das sollte man sich fragen.

Ob Land oder Stadt.

Moderne Welten

Beim Treffen unseres Informatik-Clubs war man sich einig: Ursula von der Leyen sollte nicht Bundespräsident oder Bundespräsidentin werden. Für beide Ämter schien sie uns ungeeignet. Unser Vorsitzender formulierte es drastisch: „Aus unserer Sicht stellt die Internetzensur keine gangbare Alternative für eine offene Gesellschaft dar.“

Damit war unser Pulver aber nicht verschossen: „Die Frage, ob P gleich NP ist, bleibt weiterhin relevant,“ betonte er und wir stimmten, ohne förmlichen Beschluss, also eher liquid, zu. „Das ist ja schließlich auch nicht ganz unwichtig,“ untertrieb er abschließend.