Kapitel X – Poulon erzählt


Dr. Poulon war Sexualpsychologe und Therapeut.

Unter dem Titel „Masturbation und Häuslebauen“ hatte er eine Empirische Aufsatzsammlung über die moderaten sexuellen Eskapaden/Eskapismen des modernen Kleinbürgertums gesammelt.

Wissen Sie, die meisten Menschen haben, um es mal klar anzusprechen, eine kranke Phantasie. Wenn es denn eine Mehrheit ist, die solche Fantasien hat, warum bezeichnet man diese dann als krank? Ein Mehrheitsphänomen kann doch nicht krank sein. Man kann zwar sagen: Die meisten haben so kranke Fantasien. Aber wenn das wirklich so wäre, wäre doch die gesamte bzw. von der Mehrheit geprägte Gesellschaft krank. Oder nicht?

Ist es erst dann Krank in Praxis, wenn die kranken Fantasien auch ausgelebt/gelebt werden? Und machen das nur die Wenigen, obwohl die meisten solche haben?

Ist das der Unterschied zwischen krank und „echt krank“.

Das liegt formal bzw. kommunikativ/dem Wortlaut nach daran, dass Krankheit gar nicht mal ansatzweise eindeutig definierbar ist.

Auch ist es so, dass man auch hier zwischen Sein und Sollen unterscheidet, ob zurecht oder zu unrecht, es ist so.

Krank ist normativ in diesem Sinne und daher vorhanden, auch natürlichen Ursprungs, aber öffentlich unerwünscht.

 

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