Archive for November, 2011

30. November 2011

Faulheit als eine der Möglichkeiten der Lebenskunst

A: Ich mache keine faulen Kompromisse. Annähernd alles was ich mache, mache ich aus Faulheit.

B: Der Fleiß des Faulen. Sollte auch mehr gewürdigt werden eigentlich.

A: In der Tat bzw. in der Nicht-Tat. Durch Taten soll man sie erkennen. Allerdings in diesem Fall nicht, weil man so viel von irgend etwas tut, sondern weil man es nicht tut. Auch wenn das vielleicht nicht Pareto-zufrieden macht. Mit der Zeit oft auch sehr unzufrieden.

B: Die tatsächliche Pflege der Faulheit ist nicht einfach. Eine Herausforderung. Vielleicht besonders in unserer Zeit, wo allem einen Sinn beigemessen wird. Wenn er fehlt, muss man ihn suchen. Oder zumindest eine glaubwürdige Attrappe aufstellen.

A: Heute ist auch die Faulheit komplex.

B: Eine Frage, wie man sich und sein Leben in einer Umwelt austariert, die ständig damit beschäftigt ist, sich mehr oder weniger gut auszutarieren.

A: Das ist Arbeit. Für die Griechen und Römer kam die Muße noch vor der Arbeit. Also in der Hierarchie der Beschäftigungen.

B: Allerdings basierte die Denkbarkeit eines für größere Bevölkerungsteile möglichen Müßiggangs, als ausgedehnte Beschäftigung, auf der Sklavenwirtschaft. Die einen „arbeiten“, die anderen „Denken“. Zwar denken viele beim Arbeiten und intensives Denken ist auch Arbeit. Aber diese Arbeitsteilung gibt es öfters.

A: Ja, Arbeitsteilung. Dann teilt man die Arbeit. Aber es bleibt Arbeit. Ob gut oder schlecht.

B: Mir deucht, die Arbeit in einem weiteren Sinne ist unentrinnbar.

A: Vielleicht hilft dann nur noch eine Umdefinition.

B: Arbeit abschaffen durch Veränderung des Begriffs bzw. seiner sozialen Deutung. Sozusagen eine diskursive Methode.

A: Die Arbeit abschaffen? Warum nicht? Natürlich fällt einem viel ein, ‚warum nicht‘. Aber die Frage bleibt trotzdem bestehen. Vielleicht gerade, weil sie perspektivisch unterschiedlich beantwortbar ist.

B: Oder die Arbeit zu etwas machen, was mehr hergibt, was erfüllender ist als „herkömmliche Arbeit“.

A: Marketing und subversive Diskurs-Beiträge verbinden, das klingt gut. Kann etwas, das gut klingt, praktikabel sein?

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26. November 2011

Spiel ohne Würfel

Vergiss die Spiele. Die Vorstellung von Zufall und Wahl. Spiele hier und da. Aber eben nicht da. Die Spieltheorien, das Rational Choice etc. Die Sprachspiele auch? Sieh es als Sprachgebundenheit und es passt. »Wir« sind die Realität. »Wir«, die Dir entgegentreten, im Alltag des Wortes (und im wahrsten Sinne des All-Tages). Die, die Dir vorschreiben, was „man tun soll“ und was Du zu lassen hast. Die Dir Deine Grenzen malen. Die Dich zum Laufen im Hamsterrad bewegen, ohne dass da überhaupt ein Hamsterrad sein muss. Und siehe da – guess what: Für ‚uns‘ ist es genauso (wenn auch aufgrund der Subjektivität perspektivisch nicht genau so). Wenn ‚wir‘ morgen aufwachen, steht »Wir« uns auch gegenüber und sagt uns, wer wir »sind«. Hosen anziehen!, sonst großes Geschrei. Falsch angezogen?, anzügliche Blicke → die soziale Schere im Kopf gilt auch für Dich, uns, ‚wir‘. »Wir« verdienen weder Geld damit, noch macht es uns „Spaß“, noch ‚haben‘ »Wir« irgend etwas anderes davon. Sein und Haben sind aus »Wir«-Sicht zwei Phänomene. »Wir« ‚brauchen‘ es auch nicht. Aber trotzdem ist es. Das hat schon fast etwas Transzendentales. Ist aber trotzdem genauso auch profan. Von der Morgentoilette bis zur abendlichen Reflexion.

»Wir« ist viel mehr als 99%. »Wir« ist 100%. Intern kann man »Wir«,  zur Schaffung von Ordnung definiert, in Kontraste unterteilen. »Wir« bestehen aus Vielem in Vielem. ‚Unsere‘ Rollen darin sind Rollen. Aber wir füllen sie brav aus.
Ob nun die eine ‚gute‘ Partei die Wahl gewinnt, oder die andere ‚gute‘ Partei. Als „PositivistIn“ der Gegenwart ist man immer auch, und „im Zweifel“ immer, auf der ‚richtigen‘ Seite. Als „KritikerIn“ ist man entweder kritisch oder pseudokritischer Opportunist. Als Opportunist ist man entweder erfolgreich oder nicht. In ersterem Falle gilt man als „authentisch“. ‚Wir‘ sind zum Beispiel der Zeit zu 99% gut, → und die eigentlich kontrastiv notwendigen 1% solidarisieren sich mit uns und der Gutheit.

  • Entweder die nicht-guten 1% geben sich selbst – bzw. ihre Rolle – auf, und wechseln auf die gute Seite. (Aber) dann wären die 100% voll und alle(s) wäre(n) ‚gut‘. Und damit wäre wohl entweder das Ende der Sprache (des Kontrasts, der Differenz etc.) gekommen oder es würden sich just in diesem Moment neue Kontraste ergeben (logisch und menschlich bedingt).
  • Oder die 1% werden sich ihrer Verantwortung „bewusst“ und „gerecht“ und bleiben auf Weiteres/noch (etwas) länger der Kontrast, der die 99% des Guten erst möglich macht. Für andere Prozentzahlen gilt das Gleiche, wenn nicht sogar – logisch und prinzipiell – das Selbe.

 

Ob 10%, 51 oder 99, das ist ein Frage der sozialsituationär bedingten Verteilung und Zuschreibung. Aber 100% ist – es kann nicht konstruiert, ohne Kontrast nicht einmal gedacht, und praktisch nicht „gemacht“ werden. Für die 100% gilt, dass sie vor und nach einer Revolution stabil sind. Die „Revolution“ als mit Worten füllbarer Begriff kann u.a. als Mythos erzählt werden. Die eigentliche Revolution ist im Hegel’schen Sinne eher Weltgeist in Aktion, als eine Tat. Man kann sich die „Welt“, bzw. seine Welt, anders denken, wenn die ‚Welt‘ anders in einen fährt. Aber auch wenn ‚wir‘ (von Zeit zu Zeit) in anderen Strukturen bzw. in einer persönlich veränderten konkreten Situation sind, ist »Wir« immer noch das, was uns gegenübersteht – und dessen Teil ‚wir‘ gleichzeitig sind. Zeit- und »Wir«-gebunden.

Der kleine Mann im Kopf

Was wir sind | Was wir sein wollen | Was wir tun

Die Kieker (Die Spoekenkiekerei )

Blick in die Zukunft des politisch-medialen Komplexes

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Ölmalerei, Acrylmalerei und Fotografie.

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