Archive for Dezember, 2011

31. Dezember 2011

Markt der Illusionen

„Einen interessanten Fang haben wir uns hier eingefangen,“ sagte der Hobby-Kryptozoologe Dornkaat Wallenstein. „Aber Markt Euch keine Illusionen,“ fuhr er rhetorludisch fort. „Wir brauchen mehr als das, um vom wirtschaftlichen System Support zu erhalten. Nur eine gute Geschichte zählt heute nicht mehr. Wir brauchen eine gute Mischung aus Sex, Intrige und Volksnähe.“

„Wie sollen wir das alles in unser Projekt integrieren?“ fragte Lohbichler Michi sorgenvoll.

„Vielleicht müssen wir unser ‚Projekt‘ auch in den heute gefragten Standard integrieren.“ mutmaßte Manfred.

„Wissenschaft schafft Arbeitskraft, also Motivation, aber auch Arbeit. Das sind zwei Seiten eines Tetraeders.“ sagte Dornkaat.

„So lange das Paradigma stimmt, würde Kuhn vielleicht sagen, passt das.“

„Der Eine verteidigt zwanghaft das Bestehende, der andere propagiert ebenso zwanghaft das Neue.“

„Der Eine betreibt eine Routine und konstituiert sie dadurch. Der Andere wird davon angetrieben, letztlich eine neue Routine zu etablieren.“

„Bring Dich auf einen allgemeinen Überblick über den Stand unseres auskonstruierten Fachgebietes. Dann entscheide Dich: Routine und sichere Wege zu etabliertem Ansehen und Position im Betrieb. Oder Herausforderung des Alten um der Herausforderung willen. Neuer, steiniger Weg, mit dem ambivalenten Ruhm des Außenseiters. Mit der Möglichkeit sozial bekannt zu Scheitern oder zu Obsiegen. Als Vorreiter eines neuen Paradigmas.“

„Is eigentlich egal.“

„Könnte eine Typfrage sein.“

„Letztlich entscheidet also wohl wieder die Psychologie innerhalb der soziologischen Strukturen über Position und Positionierung. In der Religion wie in der Wissenschaft.“

„Wissenskonstruktion und Glaubenskonstruktion sind nicht weit auseinander. Und doch zwei verschiedene gesellschaftliche Funktionsbereiche.“

24. Dezember 2011

AmazonInnen und Weihnachten

Wildgewordene und teils wild gewordene AmazonInnen ziehen durch die Straßen und Landschaften. Sie überfallen Menschen und nötigen Sie, Grimassen zu schneiden oder über Ihr Leben nachzudenken (nicht höflich, vor allem aber: In vielen Fällen nicht nett). Sie steigern sich in ihrem Aktionismus in mehreren Etappen bis zum Plündern von Zitaten und Aufrufen der Revolutionsgeschichte – von Versuch über Darstellung und Pose. Wer sich Ihnen in den Weg stellt wird mit einem Stimmen-Gewirr von Fragen ge- und über-fordert. „Bist Du glücklich?“ „Was ist Dein erster Lebensinhalt?“ „Was willst Du erreichen?“ „Was fehlt Dir in Deinem Leben?“ etc. Dabei wird mit der Du-Form die übliche Distanz überschritten, was unangenehm sein kann. Oder es wird gelacht, der Vorbeigehende betrachtet und in seinen Reaktionen beobachtet. Danach zieht die Horde weiter und ver-un-sichert die nächste soziale Situation.

Heute ist Weihnachts-Abend. Allen Menschen einen ruhigen oder unruhigen Abend, so wie Sie ihn sich wünschen.

20. Dezember 2011

Große Welt in den kleinen Welten

Wolfgang I. war der Slavoj Žižek des Gymnasiums A., fällt mir gerade assoziativ ein. Volker K. vielleicht ein bisschen der Antonio Gramsci und aber auch die friedliche Version von Leo Trotzki.

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5. Dezember 2011

Slavoj Žižek bleibt stehen

Großartitsch. http://www.welt.de/kultur/article13741294/Occupy-Dieser-Hippie-Scheiss-ist-so-oede.html

Die Bewegung definiert sich, Žižek zieht weiter. Und andersherum: Die Bewegung bewegt sich, so ist das bei Bewegungen. Žižek bleibt stehen und denkt (weiter, anders?).

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