Es lebt und lebe das Versagen


Was wären wir ohne das sogenannte Markt- und Staatsversagen? Eine Perfect World? Man weiß es nicht, kann es aber spekulieren. Gemessen an der Dystopie eines fehlerfreien Staates und eines fehlerfreien  Marktes „versagen“ Markt und Staat ja praktisch am laufenden Fließband. Weil die Gesellschaft kein Fließband ist. Das ist humanistisch begrüßenswert. Und für die menschliche Praxis ist es realistisch. Nicht alles was als real interpretiert werden kann ist gut. Aber die Imperfektion – im „Postiven“ wie „Negativen, im Ambivalenten und in der Gesamtbetrachtung – ist mit der Menschlichen (Selbst- und Fremd-)Erfahrungs kongruenter als (vermeintliche) Ideale der Perfektion. Auch und gerade Fehler und Abweichungen (nonintentionaler Art oder mehr oder weniger bewusste, wie bei Foucault) in großen, komplexen und systemischen Dingen, sind ein Zeichen der Lebendigkeit. Ein vollkommener Markt, oder gar ein vollkommener Markt? Ein „perfekter Staat“, ein Staat ohne Fehler im System, ohne das Potenzial zur (in der Regel ungeplanten und in der Folge unvorhersehbaren) Abweichung*? Nein, das ist nicht und das bräuchte nicht zu sein – wenn man darüber nach frei wählbaren Optionen entscheiden könnte (was man nicht kann, das ist auch ein Teil der Imperfektion, in diesem Fall derjeningen der menschlichen Demokratie bzw. Autonomie im Bezug auf die komplexen, vielquelligen, abstrakten strukturellen Gefüge).

___
* Im Sinne einer bestimmten (evtl. paläostrukturalistischen) Foucault-Interpretation.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s