Archive for März, 2012

27. März 2012

Per lubidine ad sinisterum

»“Rechts“ ist bewahren und “Links“ ist Verändern. Wir sind links.«

»Zumindest heute.«

»“Sinisteri sensuales!“ ist unser Motto. Oder eines unserer möglichen Motti.«

»Was heißt das?«

»Weiß nicht. Klingt aber gut. Könnte so etwas wie „Düstere Linke mit Gefühl“ heißen. Sinister klingt nach düster, aber auch nach ‚Links‘. Das ist heute schon mal nicht falsch, formal-oberflächlich eingebettet im aktuellen Zeitgeist. Dabei sollte es aber offen genug sein, um flexibel auf kommende raum-zeitliche Veränderungen in der Auslegung von falsch und richtig reagieren zu können.«

»Bei der Re-Etablierung der Verhältnisse nach der Umbruchzeit sollten wir vorne mit dabei sein.«

»Diese Art der modernen – nicht postmodernen – Beliebigkeit scheinen unsere Postulate zu haben.«

»Flexibilität ist die Stärke unserer Organisation. ‚Authentizität durch Flexibilität‘ ist auch eines unserer Elogia. Dieses kann zumindest als An-Schein die Assoziation des Lebendig-Dynamischen hervorrufen. Und es ist nicht modern-ironisch, sondern zeitlos gemeint. Mit etwas Glück wirken aufbauende Phrasen auch in Umbruchzeiten.«

»Ob morphomimetische Zeitgeist-Wiedergabe auch in so bewegten Zeiten wie heute für eine sozialstrukturelle Spitzenposition ausreicht, bleibt abzuwarten.«

»Der Geldschein wird derzeit in Frage gestellt. Der schöne Schein des zeitlich Angepassten vielleicht weithin nicht.«

»Vielleicht würde eine solche Revolution auch zu weit gehen.«

23. März 2012

Kunst für die Umbruchzeit

Easy Rider war einer von einigen Filmen, die in künstlerischer Darstellung über Geist(e) und Geister (im vielseitigen Sinn, als Ideen, Erfahrungen, Interpretationen, Postulate etc.) ihrer ‚Zeit’* berichteten.
Wir leben meiner Interpretation und erzählerischen (Re-)Konstruktion nach aktuell in einer grundstrukturellen Umbruchzeit. Da kam mir spontan die Frage: Brauchen wir einen neuen Easy Rider? Neue Filme, Musik, Literatur, die diesen Umbruch ansatzweise (im Sinne Quines angedockt bzw. vermittelt über die geistig vielleicht bewegliche[re]n Ecken unserer Weltsicht und -verarbeitung) aufnehmen lassen und ein gemeinsam teilbare** Symbole und Kommunikations-Anknüpfungspunkte für die gewandelte Struktur – die Grundstruktur und die Substrukturen in den ausdifferenzierten partiellen Welten – der Zeit sein könnten?

Künstlerische Verarbeitung konkreter Erfahrungen und abstrakter Ideen der Zeit. Aus der Zeit, für die Menschen in der Zeit, über die Zeit hinaus. Repräsentativ und reflexiv.

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* Die Zeit von u.a. Easy Rider ist als „physikalische“ Zeit mit dem Begriff ‚1960er-Jahre‘ nur grob zusammengefasst. Für die Zeit-Repräsentation und -Reflektion entscheidend sind die „60er“ als (sozusagen metaphysische) strukturell-kulturelle Zeit, die sich in verschiedenen Räumen (im „Westen“ und darüber hinaus) ereignete.
** Intersubjektiv teilbar als ‚Eines für (möglichst) viele (potenzielle) Einzigartige‘, im Sinne Hannah Arendts, eventuell auch Ludwig Marcuses und anderer Humanisten. ‚Unus pro (et per) multa‘ (und/oder multis etc.?).

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20. März 2012

Permanente Herausforderung und Recht auf Pause

Michel Foucault → Abweichung ist Trumpf. Permanent minority report. Minderheit und Potenzial des Menschen in der und durch die Abweichung (U.a. Marcuse [Herbert]: Randgruppen als Träger des/eines kritischen Potenzials).

Permanent deconstruction – nicht immer (weil anstrengend) aber grundsätzlich immer möglich (zeitlich) und auf alle Themen bezogen bzw. anwendbar (und grundsätzlich auch allem gegenüber egalitär anzuwenden). Not saving any topic from having the right to be deconstructed (just because you like it) → no conservation or Aussparung der jeweils eigenen Lieblinge etc. (But) at the same time teilweise Akzeptanz of some kind of partial construction: Als Referenz (und praktische Grundlage etc.) ‚A‚, auf die sich die jeweilige Dekonstruktion von Thema ‚B‚ beziehen kann. Denn man kann nicht (oder doch?, aber wäre das Nihilismus?) alles gleichzeitig – und zeitunabhängig vermutlich überhaupt nie inhaltlich alles dekonstruieren. Irgend einen Anker des Bezugs braucht der kritischste Mensch. Viele vermeintliche Supra-Kritiker sind sogar sehr verankert (bishin zu ideologisch zementiert) in bestimmten Urteils-„Gewissheiten“. Reflektierter und (selbst-)kritikoffener Steckenpferds-Konservatismus ist also praktischer und menschennäher als die postulierte Gewissheit, keine liebgewonnenen Gewohnheiten zu haben. Oasen der persönlichen Vorliebe (als lebendiger oder auch schläfrig-müßiggängerischer Garten oder Museum etc.) sind es, die uns offen machen für neue Eindrücke. Wer keine Oase hat, der sucht den Halt oft dort, wo er die Offenheit pflegen sollte und projiziert das Museum der Privatheit in eine Ideologie des öffentlichen Raums.

5. März 2012

The slow rider will always be a lone rider?

„Man müsste einen Zeitraffer nehmen und dich 20 Stunden filmen; dann das Ganze in, sagen wir, 2 Minuten abspielen. Dann würde man sehen, dass Du etwas leistest. Ich will Dir ja gar nicht in Abrede stellen, dass Du arbeitest. Aber Du arbeitest so unglaublich langsam.“

Wie immer wieder versuchte ich, meine Zeit zu nutzen und hörte nicht mehr recht hin – war das Gesagte doch vielfach gehört. Ich dachte angestrengt an etwas anderes: ‚Sind mächtige Menschen so unsicher weil sie mächtig sind und Angst um diese erreichte Macht haben? Oder wollten Sie so mächtig werden, weil Sie von vorne herein bzw. schon zuvor ängstliche Menschen waren, die ihre Unsicherheit durch Macht kompensieren wollen?’

„Wechselwirkung…. – Wechselwirkung“ hörte ich Tarski im Hintergrund sagen.

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