Mittelschicht als Probleme und deren Lösung


Kritik der (vermutlich prinzipiell immerwährenden und technisch immer existierenden) Mittelschicht:

Das wahre Problem hat und stellt letztlich stellt auch dar, die Mittelschicht, das darf man nicht vergessen, auch wenn es unpopulär ist. Ohne die Mittelschicht kein Engagement gegen die Probleme, die es ohne Mittelschicht nicht gäbe. Da es die Mittelschicht aber immer gibt, ist das Wegdenken jener keine praktische Option. Und für Probleme wie Lösungen stellt die Mittelschicht immer noch (und immer wieder neu strukturiert) die Ausgangs-Plattform für die Gesamtgesellschaft dar. Aus diesen Schichten kommen die meisten Repräsentanten in den gesellschaftlichen Teilbereichen. In ihrer Perspektive und den Worten ihrer sozialen Position sind die meisten Maßstäbe, die der Gesellschaft angelegt werden, formuliert. Wie ein Korsett, stützend, stabilisierend und einengend zugleich. Je nach subjektiver Situation.

Die Mittelschichten tragen den meisten Druck aus den jeweiligen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen. Sie können absinken oder aufsteigen. Sie wollen meist beides nicht. Sicherheit ist Trumpf, scheint aus dieser (möglichen, aber nicht einzigen) Lagebeschreibung nachvollziehbar zu sein.

Daher blockieren die Mittelschichten auch oft die strukturelle Inspiration, die von den „Rändern“ ausgeht. Aber sie stoppen auch Exzesse, Übertreibungen und Ausbrüche, wenn sie (wie zumindest meist) der ihrigen sozialen Situation nicht innerlich sind.

Ohne Mittelschichten geht gar nichts? Doch, aber auf Dauer eben nur Variationen von Rand-Geschichten. Nicht schlechter oder besser an sich, aber (in der Regel?) weniger breitenwirksam für das Ganze.

Die Mittelschicht, als Achse, um die sich alles dreht, die selbst aber starr bleibt, in ihrer Funktion und im Dasein unbeweglich. Wo das Leben zum Stillstand kommt.

In Umbruchzeiten sind die Mittelschichten als abstrakte Masse eine soziale Konstruktion, die im, oftmals sehr geordneten, Nachspielen von Revolutionen sichtbar wird und sich ihrer Wichtigkeit vergewissert. In stabilen Zeiten wird dann wieder in erfahrener Weisheit die Gegenwart so aufgefasst, als wäre alles halb so wild, und die Vergagenheit so, als sei man selbst umso wilder gewesen. Nostalgie und Biedermeier sind eine (zumindest in der Makroperspektive) notwendige Seite von Medaillen. Aber Oberschicht und Unterschicht sollten auch einen Teil dieses Kuchens bekommen. „Sollen Sie halt Brot essen“ hört man die abstraktre Mittelschicht, nach oben und nach unten tretend, sagen. Konkrete Mittelschichtler sind natürlich Menschen wie Du und ich. Also sehr nett. Oder?

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