Archive for November, 2012

27. November 2012

Die historische Figur und die Gegenwart

Was „macht“ den Menschen (aus, zum Helden und/oder Bösewicht)? Als Strukturalist sage ich natürlich: Die Struktur. Auf der großen Ebene. Und im Kleinen das – zumindest vorstellbare – Potenzial zur Abweichung von der ‚Notwendigkeit‘ der Struktur/en. Und in der Mitte zwischen dem ganz Abstrakten und dem Individuellen?: Die Plattform der sozialen Konstruktion. Die Show der Selbstdarstellung auf der Bühne der Gesellschaft, mit ihren Zuschreibungen und Projektionen. Und vor dem gesellschaftlichen Hintergrund: Die Welten der relativ fest organisierten, regelmäßig bestehenden Gruppen. Von anachronistisch bis unabsichtliche/unplanbare Avantgarde. So lange sie existieren repräsentieren die Gruppen einen Teil des Gesamtzustandes der Gesellschaft. Und die Gruppen werden repräsentiert durch die Mitglieder. Aber nicht durch deren Individualität, sondern in ihren Rollen innerhalb der Gruppen und (mit diesen oder auch mal alleine abgeordnet) auf der Bühne der Gesellschaft.

Welche Ebene ist nun wichtig? Subjektiv. Welche zeigt Veränderungen? Die große, abstrakte – wenn die Veränderung zur Strukturveränderung wird. Diese Veränderungen macht der Mensch, von schlecht bis gut (anpassungsfähig) mit. Das Potenzial zur eigenen Veränderung und gegenseitigen Inspiration liegt in der gegenseitigen Kommunikation. Und die ist auf der Individualebene zu Hause. In der Mitte (auf die im politischen Sinn immer wieder alle Spitzenrepräsentanten und alles inhaltlich Tragfähige hin[aus]läuft) ist in Zeiten von Stabilität und auch der Veränderung von „Oben“ (von der großen Ebene getragen, eventuell im Kleinen non-intentional und unplanbar angestoßen) die Bühne. Für die, die gegen die Windmühlen kämpfen (anachronistisch, heterogen zur Strukturentwicklung), bishin zu denen, die „für die Veränderung stehen“, also diese – ohne konkretes Verschulden oder Verdienst – repräsentieren. Die Masse – und das macht sie in diesem Fall irgendwie sympathisch, sieht dem Treiben apathisch, oder konformistisch-bauernschlau, zu. Und harrt der Dinge, die da kommen. Und mancher aus der Masse trauert – aber nicht zu lange und nicht zu tief – um die „alte Zeit“. Und mancher freut sich – aber nicht zu sehr und nicht zu vorfestgelegt darauf, wie sie denn genau aussehen wird – auf die „neue Zeit“.

Eine bestimmte Art Konservativer sagt: Die Strukturen sind so, die Person, die darin ihren Platz zugewiesen bekam (und eventuell wieder neu bekommt), kann die kalten Strukturen mit gutem Leben ausfüllen.
Der dem kontrastiv entsprechende Liberale sagt: Die Person kann die Strukturen verändern und für sich einen neuen Platz in der – durch die Vielzahl der einzelnen Geister und dynamischen Individuen – sich verändernden Gesellschaft erlangen.
Ein bestimmter Sozialist sagt: Die Strukturen können durch das gemeinsame Handeln der Akteure geändert werden. Das könnte so auch von Hannah Arendt sein. Aber er fügt an: Die Strukturen ändern sich durch die Taten der Akteure – wenn die Zeit reif ist (Revolution) oder Schritt für Schritt (Reform).

Vermeintlich ist es die individuelle Ebene, wo Helden etc. geboren werden bzw. zu Ruhm gelangen. Diese Art von Helden- oder Bösewichts- (oder sonstigen) Rollen findet aber durch Zuschreibung und (negativer oder positiv besetzter) Ideal-Projektion in den (hier als mittlere Ebene bezeichneten) Bereichen statt: Der Gesellschaft und den Großgruppen (größere bis große Gruppen semikonkreter und relativ fest positions-strukturierter Art). Auch die kleinen Gruppen haben ihre „Helden“. Aber diese sind nicht so groß (konstruiert). Außer für das einzelne Gruppenmitglied vielleicht. Einerseits ist auch dieser Held der kleinen Clique etc. nur ein Konstrukt. Aber sein (oftmals) verringerter Anspruch bzw. seine automatisch verringerte Wirksamkeit macht ihn vielleicht sympathischer als den großen Helden. Der aber auch nichts dafür kann, dass er es geworden ist. Der Held der nur kurz einer ist, der nicht zum Symbol oder zur lebenden Statue wird. Der ist kein Held relativ fester Gruppen, sondern ein ad hoc Held. Bald wieder ist er in der Masse verschwunden bzw. nimmt er eine andere Rolle ein. Aber diese flexible Rolle (die Poststrukturalisierung des Helden? oder „einfach“ irgendwas) ist der „Gesellschaft“ (<- hier als abstrakter Bösewicht) „nicht genug“. Sie „braucht“ die Helden, Bösewichte, etc. die sie längere Zeit hochhalten oder vor denen sie warnen kann. Auf die projiziert werden kann. Als Repräsentanten von gut oder edel oder mutig oder böse. Welche Rolle dem einzelnen Menschen als Rolle (nicht als Individuum) zufällt, ist eine Frage seiner Existenz und seines Charakters (Zufall) innerhalb der jeweils gegeben Struktur (sozusagen Schicksal).

Position und/oder Charakter  (oder was anderes)?

War er so nett, weil er nicht in einer (unter anderem so genannten) Machtposition war? Oder war er nicht in einer Machtposition, weil er nett war?

20. November 2012

Gegen und für nichts – gut und gleichzeitig geht nicht

Gegen alle. Und (damit und allgemein) für niemanden. Das einzige Konzept, das Sinn (vor)scheint. Auch gegen sich selbst -> dadurch zumindest unideologisch. Aber: Praktisch ist es nicht. Und theoretisch ist es (eben nicht relativistischer) Absolutismus. Also nur mal theoretisch-theoretisch, aber eben nicht praktisch-theoretisch, weil nicht relativ und nicht ausgewogen. Und praktisch schon gar nicht, weil man es nicht so haben kann. Aber emotional ist es, und subjektiv gut. Und eben unideologisch, wenn man es nicht absolut setzt. Also die Relativierung wieder als Retter des Ideals. Absolutismus könnte der Zerstörer (je?)des Ideals sein, obwohl der ‚Idealismus‘ oft (oder immer?) auf einem Absolutsetzen [als Tätigkeit und als temporär stabile Gewissheit] aufbaut (oder dieses erzeugt?).

5. November 2012

Klarheit

Clarity as: Reliability and thus more freedom (?) to decide between distinct choices. And/or: Having fixed meanings (socially constructed) and being predetermined from without.
Non-clarity as: Troubling, challenging, demanding. And a (n at least potential) leeway and possibilities to reformulate and to question the social „order“ and distribution of social roles, attributions and meanings on the level of society in general and of concrete groups. On the (basic) level of indivduals: With a non-clarity background/basic assumption one can cater (broader and/or even more in-depth etc.) for somebody’s (theoretically every one’s) subjectivity and individuality.

Perception of Postmodernity (and ideal of postmodernist philosophy?): No escape in clarity. Post-Postmodernity: Return to Clarity?

Assuming that there’s currently a basis-structural change going on, from sth. that can be called „Postmodernity“ to a „Post-Postmodernity“. Then we’re going to experience (from our subjective points of view) in the years ahead the development of ‚clarity‘.

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