Archive for Dezember, 2012

18. Dezember 2012

Begriffe „richtig“ verstehen, Privatheitsutopie

Begriffe sind wie Schall und Rauch. Nicht objektiv und nicht über den Zeitgeist hinaus festgelegt. Aber hören oder riechen kann man sie trotzdem. Bin ich – z.B. – mehr „Mann“ als ich „Deutscher“ bin? Welche sozialen Konstruktionen sind heute ‚in‘ und welche ‚out‘? Mit welchen Behauptungen von Begriffen und Weltbild schießt man sich an die Spitze, an der es eng zugeht, und mit welchen ins Aus, das nur von Innen betrachtet manchmal romantisch wirkt? Lieber als Nebendarsteller dabei statt exklusiv und individuell: draußen.

Was ist zu tun und was zu lassen? Fragen Sie ihren Zeitgeist und ihre Gouvernementalität. Wenn Sie dann im Bilde sind, stellt sich die Frage wie sie zum jeweiligen Rahmen der Zeit stehen. Ob Sie sich anpassen können oder eher den gepflegten Rückzug antreten sollten, liegt an ihrer Biographie (von Intelligenz bis Sozialisation) und ihrer Sinnstiftung. Liegt zweitere in einem Sich-Beweisen innerhalb der Gesellschaft sollten sie anpassungsfähig sein. Liegt sie im Prinzipiellen, also in der Erhaltung der Haltung unabhängig vom Wechsel der Zeiten sollten sie, wenn die Zeit ihren Ideen nicht entspricht, die gepflegte Zurückhaltung üben. Und dafür gibt es Hobbies. Wenn es doch hin und wieder aus ihnen herausbricht, hoffen sie, dass man sie als Narr abstempelt und nicht als Gefahr für die dann gerade herrschende Gouvernementalität einstuft. Sonst müssen sie schon sehr „glaubhaft“ Abbitte leisten. Daher wenn es geht: Rückzug ins „Private“. Das es eigentlich nicht gibt und gerade deshalb die letzte und wichtigste (und eventuell einzige) Rückzugsoase der zeitgeistlich Unpassenden ist. Immer. Verlässlich. Und doch schwer zu erreichen, der Zustand des Privaten. Und schwer sich selbst von Ausbrüchen ins Unveränderliche, das „Öffentliche“, abzuhalten. Und auch schwer, das Eindringen des Heteronom-Öffentlichen in das individuelle private Gebilde/den privaten (Nicht-)Ort (oder sogar die entfaltete Utopie der Privatheit) zu vermeiden.

18. Dezember 2012

Sensibel für Sinnfragen

Er sagte: Wissen Sie, ich bin 30. Mit ist inzwischen alles egal. Also fast alles, sonst wäre mir ja auch das egal-sein egal. Im Mittelalter, als das Leben noch ohne ersatzreligiöse Verrenkungen einen Sinn hatte, und nicht einmal zu machen brauchte, war man in diesem Alter oft schon tot.

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