non-atomistischer non-anti-atomismus


Ein wenig Idealismus und grundsätzliche Kritik

»Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.« Sagt mensch gern, anti-„atomistisch“ so dahin. Klingt gut, soll auf das Ansehen des Sagenden positiv zurückfallen. Dafür hat der Satz also eine Funktion. Aber hat er auch inhaltlich rationalen Gehalt?

Ein kleines (tatsächlich ansatzweise erfassbares) Ganzes vielleicht. Das abstrakte ausgedachte (aber nicht erfassbare) ‚Ganze‘ vielleicht auch. Aber das gruppische Ganze, die konkrete oder konstruierte (aber so konkret für gesellschaftliche Machtspiele etc. verwendbare) Gruppe, dass diese (auf eine mehr als rein von oben dekretierte Weise) „mehr“ist, ist eine Seltenheit. Mit vermutlich dann entsprechendem Seltenheitswert, aber kein Grund danach zu suchen wenn einer und einem nicht danach ist. Wenn die Zusammensetzung der Charaktere es ergibt, dann ergänzt sich die Gruppe vielleicht zu einer (konkret temporären) Verbindung, einer Gesamtheit, die die zu ihr passenden Individuen sein lässt und ihnen dabei noch etwas eigenes (gruppen-bezogenes) gibt. Die Gruppe ist meist hierarchisch. Grundsätzlich (und manchmal bietet sie dafür Ersatz) ist die Gruppe reduktional. Sie reduziert die Komplexität der in ihr enthaltenen Individuen und vielseitigen Beziehungen untereinander und zu Zusammenhängen. Das macht ihren funktionalen Vorteil/technischen Gebrauchsgrund aus, und ist zugleich (ob mehr oder weniger intentional, gesteuert, etc.) eine Reduzierung des Lebens. Funktional: Jeder kommt bezüglich der Gruppe in einer bestimmten Funktion (und alles innerhalb einer [unter evtl. mehreren] Rollen) zum Ausdruck. Es wird also das Innere (des Individuums und von anderen Komplexen) in der Übersetzung/Überfahrt nach draußen (in die Kommunikation/Ausdrucksform) in einen (relativ) festen Rollenrahmen gebracht. Regelmäßig*. Alles ist partikular eingebunden – und das relativ mehr als eventuell (so das idiorrhythmische Ideal) notwendig (also „naturgegeben“, unveränderlich, etc.). Von „Schicksal“ bis Befehl, Sachzwang, Umstände oder Zufall. Alles ist begründbar – aber auch immer unhintergehbar? Das Individuum ist in der üblichen Gruppe die ‚Rolle‘, nicht weniger (es ist immerhin ‚etwas‘, das macht die Gruppe für viele reizvoll, teilbefriedigend und vielleicht sogar (vor)letztlich relativ ausreichend.). Aber auch nicht mehr (sagt zumindest das Individuum, welches in diesen Rahmen nicht hineinpasst). Zumindest ist es nur in Ausnahmen inhaltlich mehr und in der Regel ist es eine Reduktion des Lebens auf das, was die Gruppe vorgeformt und damit fixiert hat. Mal bewusst repräsentiert durch die AnführerInnen der Gruppe, und grundlegend durch die Struktur der (üblichen Form) der ‚Gruppe‘. Die nicht die einzige sein muss, aber die (immer schon oder in bestimmten strukturellen Gesellschaftssituationen) weit mehrheitliche Form ist. Mensch kann eintreten oder etwas anderes versuchen. Mein Ideal ist derzeit die idiorrhythmische Kommune.

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* Die ‚idiorrhythmische‘ Gruppe als loser Zusammenhang und als Summe ihrer Teile könnte hier [als Ideal] diese Reduktion (relativ) besser vermeiden. Die übliche Gruppe ist jedoch eher ‚koinobitischer‘ Struktur.

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