Harte und weiche (?) Schönheitsstandardisierung


„Schönheits“-Festlegungen (und da es kein Dualismus ist, das Potenzial der Abweichung davon) gibt es in verschiedenen Formen. In anderen Zeiten war es teils mehr das „richtige“ Aussehen – das Züchtige, das Vorgesehene, für Verheiratete, für Ledige, für Frauen, für Männer, usw. (als Kleidungs-Feudalismus).

Heute ist die Kleidung nur noch teilweise, in bestimmte Lebenssituationen, sozial festgeschrieben. Nach der Liberalisierung der festen feudalen Ordnung wurde die Kleidung als „Mode“ und „Style“ zu weicherer, Marktdynamik und Konformitätsdrang vereinender Symbolik. Eine Ablösung des formalen Kleidungs- (und Verhaltens- etc.)-Feudalismus durch die Gouvernementalität (Sozial- und Selbst-Disziplinierung als Wechselwirkung) der Moden und rekombinierten Wiederholungen.

In beiden Rahmenbedingungen ist wirkliche Individualität schwer zu finden. Aber die Suche danach kann auch Spaß machen. Auch wenn man dafür manchmal schräg angekuckt wird. Z.B. alleine dadurch, dass man heute als Frau (ich bin – biologisch zumindest – keine) immer noch und wieder mal sozial auffallen kann, wenn man seine Körperbehaarung außerhalb des Kopfes nicht komplett eliminiert, ist ein Indiz für die teils noch stärker gewordene Durchdringung der heutigen Gesellschaft/Zeit mit Körper-Polizey und Aussehens-Autoritarismus als in früheren Jahrhunderten.

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