Monat: Januar 2014

Goodbye Litart und Secondlitart. Werte Schreiber des Blogs, es war schön, (von) Euch lesen zu dürfen. Grüße.

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Zu viele Richter (würde der Postmodernismus [vielleicht] sagen)

Alle gegen alle, Hobbes und Bastiat hatten schon recht. Aber es funktioniert irgendwie. Die Bewegung der Menschen scheint so, wie ich mir den italienischen Straßenverkehr vorstelle. Eine spontane Ordnung. Oft verstehen wir uns wohl auf solche Art falsch, dass es unintentional wieder zusammen passt. Wo ist die Vernunft? Rationalistische Theorien versuchen Ordnung in die menschlichen Bewegungen auf der Welt zu bekommen.

Vorstellbar ist eine unpersönliche unsichtbare Hand im Hintergrund. Ein Bild, dem auch engagierte Akteure wie die Illuminaten unterworfen sind. Zur Entspannung schauen wir uns Bilder von Kaspar David Friedrich an, oder Verfilmungen von Inga Lindström und Rosamunde Pilcher.

Jeder Richter hat im Leben auch seinen metaphorischen Henker. Der Tod kennt keine Gender-Festlegung. Sieer ist egalitär, das muss mensch ihr lassen.

Struktur, Wünsche, Status, Show, Vernunft

Die feuilletonistische Vorherrschaft der Linken* ist gesellschaftlich eine oberflächliche. Teilweise liegt das vermutlich an der (perspektivisch großen) Lücke zwischen Menschen, die sich mit Gesellschaftstheorie beschäftigen und denen, die es nicht tun.
Wichtig für soziale Stabilität und Veränderung ist die strukturelle Basis, die sozialstrukturellen Bedingungen. Zwischen diesen Bedingungen – als Feld auf dem funktioniert werden soll, aber auch geträumt werden kann – und den Wünschen und der (teils) auch inhaltlich ernstgemeinten Rhetorik scheint oft eine Lücke zu sein, also eine zwischen Struktur und Idee. Dazu kommt noch, dass viele rhetorische „Linke“/Veränderer ihre Rhetorik großteils als Vehikel für Status und Identitäts-Konstruktion nutzen, nicht für eine praktische Herausforderung der Verhältnisse. Dadurch sind sie implizit an einer Bewahrung dieser Verhältnisse, der Feindbilder und des eingespielten rituellen Schlagabtausches, interessiert. Auch wenn sie darüber hinaus denken und handeln könnten bleibt es daher oft bei einer strukturkonservativen Beibehaltung der abgesteckten Positionen, Lager und den darin eingerichteten Identitäts-(Selbst-)Erzählungen.

Dass trotzdem die Menschen immer wieder vernünftige Äußerungen tätigen und formale, also halbwegs intentional geschaffene Institutionen nicht nur reine Partikular-Instrumente sind, kann einen sogar optimistisch stimmen. Es scheint strukturelle (aus vielem zusammen entstehende) und persönliche (intentions-mitbestimmbare) Vernunft zu geben. Vielleicht ist das auch nur mein Hinbiegen für einen (für meinen existenzialistischen Lebensbereich zuträglichen) Zweck-Vernunftsoptimismus. Aber es muss (pragmatisch) oder soll (als Konstruktion der Möglichkeit) auch das Bewusstsein das Sein inspirieren.

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* Links breit gefasst als der Wunsch nach Veränderung durch Reformierung, Restrukturierung etc.

Lebenssphären

Mein Nachbar, der unter mir wohnt, ist weder Pietist noch Rationalist, sondern ein Holländer, indolent und ausgebuttert wie der Käse, womit er handelt. Nichts kann ihn in Bewegung setzen, er ist das Bild der nüchternsten Ruhe, und sogar wenn er sich mit meiner Wirtin über sein Lieblingsthema, das Einsalzen der Fische, unterhält, erhebt sich seine Stimme nicht aus der plattesten Monotonie. Leider, wegen des dünnen Bretterbodens, muß ich manchmal dergleichen Gespräche anhören, und während ich hier oben mit dem Preußen über die Dreieinigkeit sprach, erklärte unten der Holländer, wie man Kabeljau, Laberdan und Stockfisch von einander unterscheidet; es sei im Grunde ein und dasselbe.

Heinrich Heine – Über Ludwig Börne. Zweites Buch.

Eines meiner literarischen Lieblingszitate.

Révolte dans le contexte d’une absence d’univocité en raison d’une morale objective

Nous sommes (ah oui, effectivement: moi, je suis) les révolteurs [les insurgés] domenechiens. We don’t always want to fight, but we have a certain patience. We are sensitive but somehow persistent–mental power or stoicism or just phlegm. Notre nom, c’est domene-chiens, pas domene-chattes, nous sommes pas en grande partie indépendant. Mais nous aimerons les chattes et qu’elles ne sont pas apprivoisables.

We have the patience, you got the energy. Let’s try to revolt together.


The name Domenech: http://en.wikipedia.org/wiki/Domenech

Thomas Hobbes ist nicht zu lassen

Ich bin älter geworden und Hobbesianer. Ich höre 90er-Jahre Technopop-Musik und der Klang versetzt mich meist sofort in eine empfundene Berührung mit der Vergangenheit. Ich mag die Botschaften von ungezwungener Gemeinsamkeit, Ländern der Liebe und, so meine Reininterpretation, des gegenseitigen Verständnisses. Persönlich eingeladen, also als Individuum wertgeschätzt, mit einem einladenden „follow me“ – was heute bei Blogs möglich ist, aber nicht gerade eine offene Welt darstellt, sondern eine virtuelle Auswahl aus Zufälligkeit und bereits vorhandenen Präferenzen.

I can’t stop raving. I can’t stop relying on the state.

Come and take a trip with me
To a land where love is free
Follow me into the light
Everything’s gonna be alright

Was muss ich dafür tun?

Just to go and take my hand
I will show you the promised land
Stay with me in paradise
So our future can be nice.

Dune – can’t stop raving (1995)

I want to live in Techno wonderland.

Eskapismus und sich verlassen auf den Sozialstaat und eine Mindestausstattung an Rechtssstaat.

Holzschnittartig

Holzschnittartig.
Gouvernementalitätsartig. Soziomentalkonform. „Man darf doch alles. Aber übertreib’s nicht. Und ästhetisch muss es schon sein.“ Artig. Soll „man“, und davon oft besonders „frau“ sein.

Männerchor singt: „Am Ende zählen nackte Tatsachen.“

Was sind das für Tatsachen? In der richtigen Art verhüllt, in der „richtigen“ Art preisgegeben, in der richtigen Art „offen“, aber bitte nicht mit individueller Geschichte nerven.

]…[