Camus kann mir* beibringen, zu kämpfen, auch wenn es oft, vielleicht letztlich immer, müßig ist. Aufgeben wäre vielleicht das Aufgeben der einen Sache, die mensch noch gutes für jemanden anderes tun könnte. Und Aufgeben hieße komplett aufgeben, und damit sich selbst. Denn mal für die Vernunft einzustehen und mal nicht, das kommt in der Praxis leider vor. Aber in der Theorie ist es keine Grundlage.

Die Revolte gegen die Ungerechtigkeit und die Unvernunft bei Camus. Sich an diese(r) Haltung zum Leben zu halten, kann schwierig sein. Erstens, weil es Ehrlichkeit sich selbst und anderen gegenüber bedeutet und einen damit gegen die Unterordnung aus Bequemlichkeit zu verstoßen heißt, wenn es um Grundlagen der Vernunft geht, und um unseren Beitrag dazu, wie Gesellschaft und soziales Umfeld sich gestalten. Zweitens, weil es oft ein schwacher Halt ist. In einer Welt, in der aus Verletzung oft mehr Verletzung entsteht und Menschen, die in erzwungener Konformität leben, diesen Druck oft wieder als neuen Konformitätsdruck an Andere weitergeben. Der Andere soll es wenigstens auch nicht besser haben.
Aber der schwachte Halt ist alles, was ich* habe. Und manchmal ist er stark, in schönen Momenten ist er selbstverständlich, als wäre die Vernunft die Regel – und nicht die systemische Funktionalität und Stabilität, die Exzesse reguliert.

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* Was etwas „uns“ bedeutet, ist nicht von einem ich festzulegen, daher ist die, ernsthafte, ich-Form, der erste Schritt einer nicht-autoritären Kommunikation. Als Darstellung der Eigenheit, nur sinnvoll mit dem konstituierenden Respekt vor der Existenz der und des Anderen.

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