Musik im Film, Offenheit und suggestive Festlegung


Musik in einem Film. Wenn es sich um Lieder und Teile von ganzen Werken handelt. Grundsätzlich mögliches (und für mich oft auftretendes) Problem damit: Wenn ein Film einem gleichzeitig zur Musik zeigt (in diesem Moment festzusetzen/suggerieren versucht), was mensch zu der Musik für Bilder haben soll. Und umgekehrt erzeugt die Musik eventuell Gefühle bzw. Stimmungen, durch die die Bilder/die jeweilige Szene im Film in ihrer Wirkung mit vorgegeben wird. Die Musik ist ein Teil der Szene, um diese im Sinne des Regisseurs zu betonen bzw. mit zu formen. Dafür und dadurch werden die Bilder und Filmszenen aber gefühlsmäßig (bzw. musikalisch, in einem weiterem Sinne des Begriffs) aufgeladen, und in eine Richtung geschoben. Auch in diese Richtung (Musik → Bilder/Szene) wird durch Musik (versucht,) die Wirkung im Voraus auf eine Aussage/Richtung festzulegen und der Teil des Films mit der (oftmals) starken Wirkung von Musik festzulegen. Das stört, oder verhindert sogar, das relativ offene und individuelle Schauen eines Films als Kunstwerk, welches (in der Regel oder letztlich vor allem) als offene Wirkung Potenzial gewinnt und dem Zuschauer Anregungen geben kann. Die Musik wird durch die Bilder und die Bilder durch die Musik in eine bestimmte Richtung festgelegt. Das verhindert einerseits das für den Zuschauer eigen-offene Schauen des Films. Anderseits legt es gleichzeitig auch die Musik, als eigenes Werk mit potenziell offener Wirkungsausstrahlung, auf die dazu gezeigten Bilder fest. Speziell für den Film gemachte bzw. unterlegte musikalische Effekte wirken anders. Sie sind direkter mit der Szene verbunden, sie wirken nicht wie meist Musik als doppelte (und oft eben der offenen Betrachtung entgegenwirkende) Spur aus eigenständigen Bildern und eigenständiger Musik. Sondern als eingebaute Verstärkung der Szene. Sie können auch Stimmungen erzeugen, aber sind dabei weniger ein-(und auf-)dringlich wie Lieder oder Werkteile, weil sie die (volle) Doppelwirkung nicht haben (außer sie sind als Kontrast in eine Szene eingebaut und damit ein wirklich künstlerisch eigenständiges Stilmittel). Musikalische und Klang-Filmelemente können eine Szene verstärken, und sind Teil der Szene. Wenn z.B. eine dramatische Musik/Klänge die Szene ausmachen und nicht die gezeigten Bilder kann das auch künstlerisch bewusst so gemacht sein, ist aber oftmals eine relativ einfache Art, einer eigentlich lauen Szene Stimmung einzuhauchen bzw. aufzusetzen. Musik im Film – offene Sache, kann auch künsterlisch qualitativ den Film erweiternd eingesetzt werden. Heute wird sie vielfach und für mich störend als Interpretations-“Hilfe“ bzw. -Festlegung von Szenen und Filmverläufen eingesetzt, was weder der Musik noch dem Film Wirkungsraum und potenzielle Offenheit (in ihrer Ausstrahlung und für die individuelle Interpretation/Wirkung) gibt.

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