Monat: Mai 2015

Phänomene: Mann; Staat;

Ich verfasse nun (ob’s wirklich was wird, ist eine andere Frage) eine Phänomenologie des Mannes. Und des Staates. Zwei verschiedene Dinge, zwei wechselwirkende Dinge.
Wer was dazu schreiben will schreibe, vielleicht auch mir, ich habe verschiedene Inspirationen.

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Kloster und Kibbutz

Ich würde derzeit gerne in einer (oder einer anderen) Form des Klosters leben. In einer Anlage, in der mensch arbeitet, z.B. im Garten. Und eine geistig nichtfixierte (der konkrete Glaube ist ja auch, nicht nur protestantisch, letztlich die Sphäre des Einzelnen), praktisch solidarische Gemeinschaft mitkonstitutiert. Allein, mir fehlt der religiöse Glaube (und der weltliche oft auch).
Auch ein Kibbuz wäre etwas, was ich gerne ausprobieren würde. Aber es ist mir zu gefährlich, und zu weit weg, in Israel zu leben.

Bleibt das literarische Leben, in diesem Fall im Einzelnen. Das ist Aufgabe genug, klar. Aber vielleicht überfordert es mich mal. Eine solidarische oder zumindest eine geistig offene und reflektierende Not-Gemeinschaft wäre vielleicht gut. Wenn es einem schlecht geht, irgendwo zugewiesen zu werden (z.B. ein Heim) ist eher Glückssache. Sich selbst eine Gemeinschaft aufzubauen – die nicht autoritär ist bzw. ein Fügen in ein „wir ertragen die Hierarchie, weil wir dafür geschützt oder mit dem Materiell nötigsten versorgt werden“ (Feudal-Strukturen) – erscheint mir fern.

Leben mit Kultur und von etwas leben

Sich philosophisch, geistes- und sozialwissenschaftlich weiterbilden, z.B. bzw. bei mir möglicherweise (u.a. zu verstehen) als bewusster oder unbewusster Versuch des Sammelns von kulturellem Kapital [vgl. Pierre Bourdieu]. Ohne dabei die direkte Verwertung in Aussicht zu haben, oder die persönliche Strukturiertheit, um das (An-)Gesammelte konzentriert/pointiert anzuwenden. Reicht das, um die negative Dialektik (?) oder sonstige Integration in die inhalts-unabhängige Verwertung (kulturelles Kapital einfach als Distinktion, deren Inhalt nicht entscheidend ist) zu vermeiden? Und andererseits: Mit und von Kultur leben könnte ich vermutlich eh nicht. Aber andere, wie können und könnten diese es, ohne sich inhaltlich zu verkaufen/austauschbar zu machen?

Liebe ist keine formelle Beziehung, Vermutungen

Liebe nach meinem Begriff. Liebe ist etwas anderes als eine Beziehung [Beziehung als ein formelles Paar- oder ggf. Gruppe-Sein]. Klar. Aber Liebe und sozialstrukturelle Beziehung sind wirklich zwei (innerhalb des Ganzen) unabhängige Bereiche. Liebe braucht keine Beziehung, eine Beziehung braucht keine Liebe. Liebe ist, oder sie ist nicht. An Beziehungen kann mensch arbeiten/diese mitentwickeln. Liebe nicht.

Empirisch sind vermutlich die meisten Beziehungen entweder Zweck- oder Freundschaftsbeziehungen.

Vermutlich nur wenige möchten dauerhaft alleine sein (bzw. sich fühlen). In einer auf Paarbeziehungen kanalisierten Gesellschaftskonstruktion läuft das meist auf das Suchen und Eingehen einer Paarbeziehung hinaus. Diejenigen, die suchen aber „keineN abkriegen“ sind gesellschaftlich und vor sich selbst alleiner als andere. Das ist nicht essenziell so. Denn was ist die Essenz von Alleinesein oder Nichtalleinesein? Aber das fühlt sich vermutlich bei vielen so an – eher von innen kommend, also eher selbst erzeugt, dabei auch gesellschaftlich mitbeeinflusst. Oder eher von außen der Situation des „Alleinstehenden“ zugeschrieben – also eher durch gesellschaftliche oder sozial-umfeldliche Normierung so in den Menschen hineingetragen. Tragt diejenigen der äußeren Dinge, die nicht in Euch (z.B. authentisch oder vernunft-reflektiv) anklingen, nicht mit Euch herum. Tragt sie wieder aus Euch heraus und geht kreativ-künstlerlisch damit um, oder entsorgt sie.

Selektive Ausflüge ins Lebendige

Junge Freizeit – Das Magazin für moderne junge Menschen, die in ihrer Freizeit mal (funktionalistisch-diszipliniert und maßvoll natürlich) ganz „locker“ sein dürfen.

Um dann wieder die Energie zu haben, ihre Karriere zu betreiben, in dem sie mit ordentlicher Frisur und anständig gekleidet mit Motivation und Sozialkompetenz* in ihren Berufen glänzen, ohne dabei das Privatleben vernachlässigen zu dürfen. Um glücklich zu sein. Ein ganzheitliches Leben zu führen.

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* Sozialkompetenz als Gouvernierungskompetenz hier in, vielleicht ironischer, systemfunktionalistischer Bedeutung.