Meine derzeitige Einschätzung ist: Es gibt eher männliche und eher weibliche Eigenschaften im Sinne davon, dass es (zunächst bzw. philosophisch ‚als solche‚ ungeschlechtliche) Phänomene und Eigenschaften gibt, die statistisch quantitativ mehr bei männlichen oder mehr bei weiblichen Individuen auftreten.

Ohne hier essenziell fixierend sein zu wollen, also nur wabernd im Raum, aber dann eben doch, durch welche Tür auch immer (Vorder-; Hinter-, Seiten- etc.), eine Frage:
Sind statistisch mehr (und keinesfalls trennscharf) männliche Eigenschaften auf das Individuum bezogen und mehr weibliche Eigenschaften auf die Beziehung zwischen Menschen (von bürgerlichen Paarbeziehungen* bis Gemeinschafts-Bildung und -Erhaltung?)? Obwohl mir direkt Frauen einfallen, bei denen dies nicht so ist.

___
* Welche eher die Männer erfunden haben (Herrschaft), und die Strukturen (formal, bei inhaltlicher Kontingenz) bzw. das System (Funktionalität) hervorgebracht haben.

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6 Kommentare to “”

  1. Beziehungen hat nicht ein Geschlecht erfunden, sie sind ein Kompromiss um bei Fortpflanzung auf Qualität setzen zu können. Wenn die Frau Unterstützung bei der Aufzucht der Kinder erhält, dann kann man sich eben einen größeres gehirn , mehr unselbständigkeit des Kindes und längere kindheitsphasen erlauben

    • Was wäre dann zuerst gewesen? Das größere Gehirn oder die Beziehung, um sie dem unselbständiger werdenden Kind zu widmen? „Beides“ in Wechselwirkung ist keine Erklärung.
      Was aber den früheren Menschen angeht, hat der ja vermutlich nicht in der Mietwohnung oder im Eigentumshaus gewohnt, sondern in Über- und Lebensgemeinschaften.

  2. Ja, das vermutlich schon. Aber die Paarbeziehung und die sich historisch entwickelnden wie u.a. die derzeitigen (sozialstrukturell etc. abgestimmten) sozial geteilten oder debattierten Bilder und Strukturen von Beziehungen und Lebensformen sind ja nicht (bzw. nicht nur) biologisch-evolutionär determiniert bzw. uns Menschen angeboren.

    • warum sollte die Paarbeziehung uns nicht angeboren sein? Wir haben immerhin eine ganz bestimmte Liebeschemie genau dafür entwickelt, die Bindung und Fixierung auf den Partner bewirkt.

      Wenn wir nicht biologisch lieben könnten, wie die allermeisten Tiere, dann würden wir darin schlicht keinen Sinn sehen und allenfalls Sex haben, wahrscheinlich nur an fruchtbaren Tagen.
      Alleinerziehend wäre nicht weiter besonders, warum sollte der Mann irgendetwas beisteuern?
      Wir hätten wahrscheinlich auch keine Unterhaltsgesetze, weil uns das ein vollkommen fremdes Konzept wäre.

  3. „warum sollte die Paarbeziehung uns nicht angeboren sein? Wir haben immerhin eine ganz bestimmte Liebeschemie genau dafür entwickelt, die Bindung und Fixierung auf den Partner bewirkt.“

    Nun, Paarbeziehung mag manchen wie angeboren erscheinen, anderen nur als eine Möglichkeit und anderen gar nicht. Die Verliebtheit (im Gegensatz zu einer literarisch-geistigen, eben gerade nicht auf Ergebnisse ausgerichteten, Liebe) ist biochemisch ja eher für, relativ zur Lebensspanne, kurze Zeit, wenn ich richtig liege? Darüber hinaus kommen wir in den Bereich von Freundschaft, Kultur, Reaktion auf soziale Situation und gesellschaftliche Strukturen u.a.

    „Alleinerziehend wäre nicht weiter besonders, warum sollte der Mann irgendetwas beisteuern?
    Wir hätten wahrscheinlich auch keine Unterhaltsgesetze, weil uns das ein vollkommen fremdes Konzept wäre.“

    Historisch war das ja auch so weit ich glaube immer wieder anders. Unterhaltsgesetze sind ein (mögliches, nicht zwingendes) Konzept der gesellschaftlichen Lebensform.

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