Monat: September 2015

Gutes Mörgeli ihnen allen.

Es gibt (weil privilegienmäßig Schweizer und Deutsche auf gleichem strukturellem Level sind: lustige) Fernseh-Dokus über (aus Langeweile, Identitäts-Fragen, etc. aufgebauschte und pauschalierte) Probleme im Verhältnis zwischen sogenannten Schweizern und sogenannten Deutschen. Dort hört mensch u.a. konkrete Schweizer über abstrahierte Deutsche sagen: „Die Deutschen“ seien (wirken oder sind) arrogant und überheblich*. Das ist – so mein unvollständiges Hören und Hörensagen – doch auch das, was man innerhalb der Schweiz „den Zürchern“ nachsagt. In Zürich scheinen „die Deutschen“ sich wiederum am wenigsten wohlfühlen zu wollen und/oder zu können.

Auch hört mensch (und auch das ist ob – auch in Deutschland – unterschiedlicher Kommunikationsgewohnheiten verständlich): Ein Redeschwall käme von den Deutschen. Die Norddeutschen in der Doku, deren Kommunikationsverhalten als ein schwierig als Ganzes zu verarbeitender Redeschwall interpretiert wird, gelten in Deutschland hingegen klischeemäßig als Wenigsprecher und wortkarg.

Als Antwort auf einen deutschen Redeschwall könnte ein betroffener Schweizer vielleicht auf schwizerdüütsch räppen. Denn da verstehe ich dann auch einiges nicht, obwohl ich schweizerisch als Oberschwabe (nicht Ober-Schwabe!, möchte ich anmerken 🙂 ) eigentlich ganz gut verstehe.

Nun, die Menschen, darunter auch Schweizer und Deutsche, sind ja nicht aufs Köppeli gefallen. Daher: Lasset uns Fehr zueinander sein. (lol, excusez.)

Gilbert Gress‘ Optimismus kann uns allen eine Inspiration sein.

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* Das ist in etlichen konkreten Fällen sehr wahrscheinlich der Fall. U.a. eine von manchen Deutschen als Gäste in der Schweiz anmaßend-chauvinistisch geforderte Sprachanpassung der Schweizer an das Schriftdeutsche. Oder auch eine rücksichtsarme und überhebliche „Jetzt komme ich“-Mentalität.

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Die Leute im post-bildungsbürgerlichen Literaturzirkel sind nicht per se besser oder schlechter als die Leute vom Stammtisch im „gutbürgerlichen“ Lokal oder die vereinzelten Gäste in der zwielichtigen Kneipe.

Grunnsakker (ikke Grønnsaker)

Ein Mensch kann nicht besser sein, er kann sich nur besser verhalten.
Und über dieses Verhalten gilt es ernsthaft kritisch zu reflektieren und anderen ebenso ernsthaft die Chance zu geben, sich zu verhalten bzw. zu positionieren (Haltungs-Handlung) und zu handeln. – Wie auch immer sie das dann tun, und Strukturen nicht vergessen und nicht über den Menschen stellen, im Entschuldigenden wie im Anklagenden.

Angebot und Ausrichtung und umgekehrt

Ein Mensch als Anbieter von Produkten (Waren, Dienstleistungen) kann sein Angebot u.a. aus und mit diesen drei verschiedenen Motiven und Ausrichtungen (von Anfang der Produkterstellung bis Angebotsunterbreitung) versehen:

– „Zeitgemäß“heit, oder
– konkrete Kundennachfrage, oder
– Ergebnis der Eigenheit des Anbieters (in irgendeiner Form, ob als Kombination von bereits [aktuell] Daseiendem oder Eigenkreationen)

Growing old in authenticity?

Where is this Authenti City?
Die Schwerkraft des jeweils in einer Gegenwart Faktischen (Faktisches kurz-, mittel- und längerfristiger Art) ist stark, sehr stark. Schwer zu entgehen (außer temporärer Biedermeier), schwer überhaupt zu kritisieren. Aber nicht unmöglich (sapre aude).
Aber die Überdeterminiertheit und Widersprüchlichkeit des Lebens (als Ganzes) schlägt den einzelnen Kraftfeldern immer wieder doch ein Schnippchen. Schön. Und was draus zu machen (?) (als Frage und Potenzial).
Träume von Kommunen und anderem Leben etc. gibt es. Aber ein Mensch wird älter und sucht Sicherheit. Und braucht Sicherheit. Aber diese muss nicht deckungsgleich mit dem jeweils gerade vorliegenden, inhaltlich fixierten, gesellschaftlich üblichen oder erfolgreich verkauften Verständnis oder Angebot von Sicherheit sein.