Der ‚Sacco di Roma‘ als ein Beispiel


Individuen – Gruppen – Gesellschaft

 

Der Sacco di Roma (der von 1527).

Eines von vielen historischen und aktuellen Beispielen für Männliche Gewalt (nicht: allgemein männliche Gewalt) und weitere gruppengenerierte Verhaltensmuster. Bei Zusammentreffen/Vorhandensein entsprechender Strukturen: wiederholen diese sich, wiederholen sich, … zeitlos. Eine der Konstanten der menschlichen Geschichte (neben auch guten) in verschiedenen Variationen.

Unter Menschen gibt es Gewalt- und Gewalt-Sex-Konstruktionen, allgemeiner: Dominanz- und Herrschafts-Fantasien. (U.a. kann ein Teil der Erklärung dafür in der Suche nach Kontrolle über das eigenen Leben – mit seinen sozial ausgerichteten Trieben, Wünschen und Sicherheitsbedürfnissen sein.) Individuell wird von verschiedenen Menschen mit solchen Fantasien dabei mehr oder weniger an Umsetzung gedacht, und an Umsetzung orientiert gehandelt. Für manche sind es eher Fantasien, für andere aktuelle soziale Ziele.
Umgesetzt (versucht) werden – zumindest in sozialen Kontexten etabliert werden (innerhalb von Gruppen, Parallelgesellschaften oder Gesellschaften) – können solche sozial orientierten Gewalt-(Hierarchie-)Vorstellungen nur in Gruppen. In der Gruppe geteilt als Konstruktionen in den Gehirnen der beteiligten Menschen. Konstruktionen, die durch Wechselwirkung mit bestimmten – in der Gruppe und/oder der Gesellschaft – effektiv etablierten/Wirkung entfaltenden/ausstrahlenden sozialen Strukturen ihre Form bekommen. Diese Konstruktionen und Gruppen-Leitbilder etc. können kurz- oder mittelfristig, situationär oder dauerhafter sein. Sie sind dabei mehr oder weniger ausgelegt/“geplant“/gruppenideologisch herausgearbeitet und entwickeln sich (wechselwirkend) mit der gesellschaftlichen Reaktion, dem Aufeinandertreffen mit anderen sozialen Kontexten etc.

Mit dem sozialtechnischen Instrument (der Gruppe als solche und) dieser Gruppen-Konstruktionen und geteilten (teilweise vermeintlich originellen) Ziele bestätigen sich die Gruppenmitglieder selbst und gegenseitig in ihren Zielen/Vorstellungen  — als Gruppenmitglied (etwas darstellend/eine soziale Position besitzend) und als Gesamteinheit ‚Gruppe‘. So ist die Gruppe mit den Konstruktionen verbunden und die Sinn-, Ziel-, Wert- etc.-Konstruktionen der Mitglieder auf die Gruppe ausgerichtet.
Die Mitglieder der Gruppe binden sich aus verschiedenen Gründen/Motiven/treibenden Kräften an „ihre“ Gruppe und deren Konstruktionen und Handlungen – welche sie als einzelne Menschen gar nicht teilen müssen/bzw. vor ihrem Eintritt in den Gruppenzustand vielleicht gar nicht solche Konstruktionen entwickelt hätten, befürwortet hätten etc.

Geschichtlich bekannt (ob eher strukturell bedingt oder biologisch oder was auch immer – jedenfalls empirisch) waren und sind dies fast alles Strukturen und Handlungen repräsentiert und praktiziert/reproduziert von Männern, begangen an Frauen und Männern.

Dieses menschliche Phänomen hat nichts essenziell mit Herkunft oder einfach zuzuordnenden Unterscheidungen zwischen z.B. einer „immer guten“ Gruppe von Menschen und einer „immer schlechten“ zu tun. Aber es hat mit Strukturen zu tun. Und mit der Welt, wie sie ist, nicht wie sie theoretisch sein sollte.
Ich vermute: Wie eine Gesellschaft (als Gesamtstruktur, nicht als bewusstes [individuelles, kooperatives] Handeln) mit den strukturellen Kämpfen um Geltung, Status, Ränge (in einer Gesellschaft in einem Angebot mehrerer Hierarchien), Anerkennung etc. „umgeht“, prägt ihre gesellschaftlich-allgemeine Atmosphäre und wie (nicht grundsätzlich: ob) dieser Kampf ausgetragen wird. Unterschiedliche Strukturelle Parameter (Rahmenbedingungen) erzeugen bei gleichen beteiligten Menschen unterschiedliche strukturelle Effekte/Folgen -> also unterschiedliche Formen, Mittel (eher gewaltsam oder eher friedlich [kanalisiert oder anderes] etc.) und Auswirkungen, Folgewirkungen/Weiterwirkungen dieses Kampfes.

Unterschiedliche gesellschaftliche Strukturverhältnisse erzeugen also nach der hier dargestellten Struktur-(Ausgangspunkt-)Perspektive:

– eine unterschiedliche (soziologisch formuliert) ‚Aushandlung‘ der gesellschaftlichen Zuordnung von Positionen, Rollen, etc. — innerhalb des gegebenen Spielfelds einer Grundstruktur, mit seinen „zu“ besetzenden („zu“ erobernden, verteidigenden, legitimierenden und delegitimierenden etc.) Positionen, Rollen u.a.

– Und zu der Frage nach der Gestaltbarkeit des Spielfelds selbst: In beschränktem Maße

— je nach dem für wie – poststrukturalisisch oder anderweitig – flexibel/offen, oder gar bewusst gestaltbar, man die strukturellen Grundbedingungen hält [deren Erzeugung bzw. Veränderbarkeit] —

erzeugen unterschiedliche (Sekundär-/Nichtgrund-)Strukturen vielleicht auch eine unterschiedliche konkrete Erscheinungsform/Gestaltung dieses Kampfes/Aushandlung/“Spiel“/Sprachspiels etc., oder beeinflussen/verändern zumindest seine Wirkungen und die Interpretation seiner Wirkungen durch uns Menschen/die Gesellschaft.
– Durch eine (einen eigenständigen Effekt entwickelnde/habende) unterschiedliche (die Ausschmückung sozial-konstruierende) Narrierung/Ausschmückung dieses Kampfes und der Gesamtheit des Lebens.
Und durch die Wirkung dieser Ausschmückung (als eine Inneneinrichtung der strukturellen Rahmenbedingungen/des Gesamt-Gebäudes) darauf, wie dieser Kampf sich auf alle Beteiligten auswirkt. (Die als mehr oder weniger verändernd einschätzbare Wirkung des Erzählungs-Aspekts des Lebens).

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