Utopie des Wahrnehmens und Bewusstlassens


In einer Zukunft. Wenn man das Gehirn umstellen kann (umschalten in irgendeiner Form), von ‚Strukturmodus‘ auf ‚Wahrnehmungsmodus‘. Den Strukturmodus bzw. das Strukturen- und Muster-Wahrnehmen und Einteilen der Welt brauchen wir zur Zusammenfassung und Verarbeitung der vielen Dinge, die uns begegnen und mit denen wir umgehen müssen (müssen, wenn wir nicht zu stark leiden wollen* und überleben). Strukturdenken, Vereinfachen, dabei verzerren und verfälschen und vieles ausblenden/nicht bewusst werden lassen, um ein funktionales Bild zu erzeugen, mit dem wir die Welt – und uns selbst – einteilen können.
Der Wahrnehmungsmodus wäre dann ein Zustand, in dem wir (bzw. der dies Erfahrende) Komplexität, Unterschiede, Neuheiten, Individualität wahrnehmen und verarbeiten könnten. So dass die Welt nicht nur mehr nach ewiger Wiederholung der gleichen Muster und Struktureinteilungen aussieht. Dass man (so geht es mir, also: Dass ich) nicht nur noch Strukturen ‚erkennen‘ würde (durch Einteilen aller oder der meisten Dinge in diese Strukturen), wo Individualität ist. Wo Unterschiede und Neuheiten in welcher Form auch immer sind.
Dieser Modus scheint mir utopisch. Aber der einzige, der aus der Welt noch etwas machen kann, was nicht die ewige Wiederholung der „Wiedererkennung“ (Wieder-Einteilung in das Korsett/Schema) des ‚Gleichen‘ ist, sondern das Zulassen-können der Unsicherheit und das Wahrnehmen der Nichtgleichheit der Dinge, der Individualität, der Komplexität. Ein anderes Leben im Leben (z.B. Adorno, aber nicht als Phrase, sondern als [Quasi-]Essenz).

Um dann wieder als soziales Objekt funktionieren zu können, könnten wir in dieser Utopie dann jederzeit wieder umschalten auf ‚Strukturmodus‘. Aber (für mich subjektiv wäre es vielleicht eine große qualitative Verbesserung), wenn man nicht mehr in der Beschränkung auf die Wahrnehmung und dauerwiederholte „Wiedererkennung“ der Strukturen eingestellt/programmiert wäre.

___
* Das aus dem eigenen menschlichen Standard perverse oder lächerliche und widersprüchliche am Menschen wie ich ihn erfahre, ist ja, dass er selbst oft leiden will. Nur halt begrenzt leiden und am liebsten kontrolliert (und doch gleichzeitig** wieder spontan, dass es auch ‚echt‘ ist).
** Vielleicht liegen alle oder diese Widersprüche des Menschen darin (eingelegt), dass es vielleicht fundamental keine Zeit (subjektiv von mir hier beschrieben) gibt. Sondern dass alles/vieles gleichzeitig stattfindet, aber wir es nicht als gleichzeitig wahrnehmen. Und es daher erst A und dann wieder -A heißt, aber ‚eigentlich‘ (auf einer anderen Ebene) ist das alles immer gleichzeitig.

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