Kategorie: Existenzialpraxis

Die mächtigste Waffe existenzial – z.B. des Primären gegenüber dem Sekundären oder anderweitig konzipiert – ist

– sekundär bzw. auf relativisierter ‚Ebene’/als relativisierte Aspekte der Existenzerfahrung: das Existenziale Nein.
– primär bzw. auf absoluter ‚Ebene‘: die basale Existenz als singuläre absolute Aspekte und Momente und deren Fantasie, Ideen, Projektionen, etc.

Struktur und Statistik sind machtlos gegenüber dem Existenzialen Nein (andersherum auch, aber hier geht es ja um die Existenz der Existenz, auf der anderen Seite um die Existenz der sekundären Strukturierungen und Hierarchisierungen etc.).

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Das Leben ist basal kein Ganzes, sekundär als abstrakt konstruiertes Ganzes ist es eine Balance. Aber eine Balance die in verschiedene Richtungen ausgreift und austreibt und dann wieder in eine andere Richtung. (Bzw. ein anderes Bild: die Energien nehmen verschiedene Formen an.) Balance stellt sich nie als solche ein – nur die Nulllinie wäre Balance. Die Inflation der Phrasen, in die sich die unterschiedlichen Energien (plural) hüllen*, formt immer neue Varianten des gleichen Spiels (mit gleichen Mustern) aus.

Die Balance herzustellen ist unmöglich. Die Balance zu überwinden (also den Grundmodus des sekundären Spiels der ewigen Wiederholung der Muster des Ausgleichs zwischen den Energien zu Nullsummen) scheint ebenso unmöglich.

Die Nullsumme ist die sekundäre Wahrheit des Menschen. Aber um dieser Leere zu entgehen gibt es die Konstruktion von Weltbildern und Ideologien mit ideologischen „Wir“ und „gut“ und ideologischen „Gegnern“ und „Feinden“ und „böse“. Das alles hält sich, da es strukturale Nullsummen sind, die Waage. Aber erfahren wird es als Kampf zwischen „Ungleichen“ – zwischen dem „Fortschritt“ und der „Reaktion“ und so weiter.

Genießen wir den Moment, das ist alles was wir basal haben.

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* Bzw. die Energie (Einzahl) unterschiedliche Formen annimmt.

Entkrampf im sich ständig wiederholenden “Endkampf“ um die “endgültige Etablierung des Guten“

„Manche der Anderen sind auf unserer Seite, die sind gut. Und die anderen Anderen sind gegen uns und die richtige Seite, für die wir stehen. Zusammen mit Ihnen, sie sind ja wohl auch auf der richtigen Seite. Wählen Sie uns, stoppen Sie die falschen Anderen.“

Politik (als sekundäre Zusammenfassung) besteht zu quantitativ großen (sekundären) “Teilen“ aus sich immer gleich wiederholenden Mustern. Wenn einem das langweilig ist, gibt es glücklicherweise andere Hobbies oder Berufe und Berufungen etc.
Manchmal ist es auch unterhaltsam, aber meist nur, wenn die mühsam aufrechterhaltenen Heucheleien sich als offensichtlich absurd entkrampfen und durch Lachen über die Absurdität menschlicher relativisierter Partikularisierungen und dualistischer Hierarchisierungen (Wir gut, ihr Böse, etc.) sich in Momenten ent-strukturalisieren / die absurden Energiekämpfe mit postulierten Zielen und ohne existentes Ziel (bzw. mit leerem Zentrum / Kern / etc.) im Erfahren des singulären Moments irrelevant werden. Das An-Erfahren der basalen Existenz der Momente und Dinge ist ‚potenziell’/ist existenzial interpretiert jederzeitlos möglich. Und gegebenenfalls kann De-Relativisierung auch (an)erfahren werden/singulär sein, als Serialisierung von Momenten — als absolute Ideen, Projekte, Nichtreduktionszusammenfassung und Nichtrelativisierung der basalen Parallelität.  Z.B. kann man Kunst (in komplett offenem Sinn) als absolut interpretieren und sie momentan erleben und fraktal anknüpfen ohne eine reduktive und sekundär abgeschlossene Hierarchie daraus zu machen / eine solche zu interpretieren (zu denken und zu handeln).

Die Muster der “Komplexitätsreduktion“ — des Gleichsetzens singulärer Wahrnehmungen & Interpretationen, sekundär erzählt als Erfahrungen etc. — sind auch Muster der Existenzreduktion. Die Muster existieren sekundär. Die Existenz existiert als (abstrakt-abstrakt auf einen Begriff gebracht:) ins Singuläre offene (finit oder infinit) Singularitäten (eigentlich: Singularität), die zeitlos parallel existieren. Sie nehmen verschiedene Ausformungen und Interpretationen an und ‚finden’/phänomenologisch: erscheinen als verschiedene Anklänge und Nichtanklänge. In singulären Momenten und als fraktale (nichtidentische, Ähnlichkeit habende oder reininterpretierte) Fortsetzungs-Erzählungen sekundär zusammengefügt.