Schlagwort: Existenzialismus

Die mächtigste Waffe existenzial – z.B. des Primären gegenüber dem Sekundären oder anderweitig konzipiert – ist

– sekundär bzw. auf relativisierter ‚Ebene’/als relativisierte Aspekte der Existenzerfahrung: das Existenziale Nein.
– primär bzw. auf absoluter ‚Ebene‘: die basale Existenz als singuläre absolute Aspekte und Momente und deren Fantasie, Ideen, Projektionen, etc.

Struktur und Statistik sind machtlos gegenüber dem Existenzialen Nein (andersherum auch, aber hier geht es ja um die Existenz der Existenz, auf der anderen Seite um die Existenz der sekundären Strukturierungen und Hierarchisierungen etc.).

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„Doktor Dragowitsch kümmert sich um ihre Zähne“, sagt er.
„Aber er ist doch gar kein Zahnarzt.“
„Sie ja auch nicht.“
„Ich weiß, das Leben ist als abstrakt-generelle Ganzheitskonstruktion egalitär.
Ich brauche aber, das könnte z.B. der Parallelität der Existenz geschuldet sein, immer noch eine weitere Meinung. Aber – zumindest sage ich das – nicht um einen Dualismus zu konstruieren. Eher momenthaft und zeitlos anklingend mit einer offenen Existenzwahrnehmung.“
„Viele sagen ja Offenheit sei nicht zukunftsfähig. Keine Struktur, keine Hierarchie, und damit kein Antrieb.“
„Ich bin träge, das stimmt zumindest. Aber ich bin auch ein Konstrukt, das träumt. Ich träume nicht von klaren Strukturen.“
„Dann bleibt es beim Träumen.“
„Ja, der Traum hat seine eigene Existenz.“

Die Zukunft ist nun

Im Jahre 1996 stellte ich mir u.a. folgende Zukunftspläne vor:
Ich wollte, ich glaube ab 1998, jedes Jahr einen romantisch-erotischen Film produzieren. 2008 wollte ich an den dann stattfindenden Studentenunruhen teilnehmen, 40 Jahre nach ‚1968‘. 2008 klang damals sehr weit weg.

Beides ist nichts geworden, aber dreams are my reality sowieso.

Danach gefragt, was aus den Zukunftsideen und Vorstellungen von früher geworden ist, kann mensch meiner Vermutung nach in folgenden Arten antworten. In einer vereinfachenden Typologi(e)sierung (die ich nicht mag, und doch immer wieder mache):

  • „A wondrous world where I like to be“ [Richard Sanderson – reality]

Aber davon abgesehen

  • a) Es ist nichts daraus geworden – ehrlich gegenüber sich selbst und nicht zufrieden damit.
  • b) Es ist nichts daraus geworden – und so tun, aber nicht (im existenzialisischen Sinne) authentisch, als sei es gut so und heute sei man „erwachsener“ „in der Realität angekommen“ etc.
  • c) Jetzt tatsächlich anders sein und damaliges Leben war nicht authentisch oder es hat sich grundlegend etwas geändert.
  • d) Es ist in etwa so geworden, wie ich es mir vorgestellt oder vorgenommen habe.
  • e) So tun, als ob es so geworden ist, wie mensch sich es vorgestellt hat – und sich selbst oder nach außen vorspielen, dass mensch noch so sei wie damals oder wie mensch damals werden wollte.

„It’s no better to be safe than sorry“ [A-Ha – take on me]

Das ist auch eine Frage: Sorry zu sein, dass mensch es nicht probiert hat. Oder sorry, dass es schiefgegangen ist. Safe zu sein, weil mensch es nicht riskiert hat. Oder safe zu sein, dass mensch etwas (von etwas bis vieles) probiert hat. Sich dann diesbezüglich in Rente begeben und schauen, was die Jugend oder Andere machen oder weiterhin das Leben versuchen (und/oder versuchen zu leben etc.).

‎Ideale ohne ideale Realität

Existenzialismus als gleichzeitig non-politische und politische Herangehensweise: Etwas versuchen und praktizieren, obwohl (mensch weiß/erfahren hat, dass) die Welt nie so sein wird, wie sie sein soll.

Existenzialpraxis als Versuch und Praktizieren des kleinen und (Schritte zum) größeren (z.B. Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs oder Kommunenbildung, trotz Frustration und Relativierungen).