Posts tagged ‘Existenzialismus’

30. Mai 2017

A: Die Struktur ist alles, die Existenz ist nichts.

B: Die Existenz ist basal, die Struktur ist kontingent.

11. September 2015

Die Zukunft ist nun

Im Jahre 1996 stellte ich mir u.a. folgende Zukunftspläne vor:
Ich wollte, ich glaube ab 1998, jedes Jahr einen romantisch-erotischen Film produzieren. 2008 wollte ich an den dann stattfindenden Studentenunruhen teilnehmen, 40 Jahre nach ‚1968‘. 2008 klang damals sehr weit weg.

Beides ist nichts geworden, aber dreams are my reality sowieso.

Danach gefragt, was aus den Zukunftsideen und Vorstellungen von früher geworden ist, kann mensch meiner Vermutung nach in folgenden Arten antworten. In einer vereinfachenden Typologi(e)sierung (die ich nicht mag, und doch immer wieder mache):

  • „A wondrous world where I like to be“ [Richard Sanderson – reality]

Aber davon abgesehen

  • a) Es ist nichts daraus geworden – ehrlich gegenüber sich selbst und nicht zufrieden damit.
  • b) Es ist nichts daraus geworden – und so tun, aber nicht (im existenzialisischen Sinne) authentisch, als sei es gut so und heute sei man „erwachsener“ „in der Realität angekommen“ etc.
  • c) Jetzt tatsächlich anders sein und damaliges Leben war nicht authentisch oder es hat sich grundlegend etwas geändert.
  • d) Es ist in etwa so geworden, wie ich es mir vorgestellt oder vorgenommen habe.
  • e) So tun, als ob es so geworden ist, wie mensch sich es vorgestellt hat – und sich selbst oder nach außen vorspielen, dass mensch noch so sei wie damals oder wie mensch damals werden wollte.

„It’s no better to be safe than sorry“ [A-Ha – take on me]

Das ist auch eine Frage: Sorry zu sein, dass mensch es nicht probiert hat. Oder sorry, dass es schiefgegangen ist. Safe zu sein, weil mensch es nicht riskiert hat. Oder safe zu sein, dass mensch etwas (von etwas bis vieles) probiert hat. Sich dann diesbezüglich in Rente begeben und schauen, was die Jugend oder Andere machen oder weiterhin das Leben versuchen (und/oder versuchen zu leben etc.).

20. April 2015

‎Ideale ohne ideale Realität

Existenzialismus als gleichzeitig non-politische und politische Herangehensweise: Etwas versuchen und praktizieren, obwohl (mensch weiß/erfahren hat, dass) die Welt nie so sein wird, wie sie sein soll.

Existenzialpraxis als Versuch und Praktizieren des kleinen und (Schritte zum) größeren (z.B. Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs oder Kommunenbildung, trotz Frustration und Relativierungen).

19. Januar 2015

Ist es befriedigender seinem Ideal einen kleinen Schritt näher zu kommen (oder diesem in der Praxis insgesamt treu zu bleiben) – oder in seiner subjektiv realistischen/nüchternen Erwartung/Welteinschätzung bestätigt zu werden?

8. September 2014

Imaginäres Begleitetsein (irdischer Art)

Meine imaginäre letzte Freundin. Mit der ich meine Perversionen und Angst teile. Meine Unzulänglichkeit und das Kapitulieren (aber Tocotronic hörte ich bisher ernsthaft/zuhörend/mitfühlend nur alleine). Eine Frau (ohne Genderfestlegung, wir sind ja nicht im werbungsmäßigen „Traum“), die mein Sein akzeptiert, ohne Taten. [-> Idiorrhythmisches Zusammenleben mit der imaginären Partnerin.]
Oder sollte ich ab jetzt nur noch Taten „sein“/tun, ohne (großgeschriebenes, adjektiv-nomisches) Sein [als postrukturaler Existenzialismus: nur noch im Handeln sein, ohne die Festlegung zur Festlegung kommen zu lassen]?.

Das würde meiner Vermutung der Parallelität des existenzialistischen Lebensangehens entsprechen: Depressive Verstimmungen und kopfüber in die Tat. Wäre eine Möglichkeit.

 

7. September 2014

Gustav Landauer, der im Angesicht des deutschen Kriegstaumels 1914 sagte: »Nichts ist zu hoffen, alles ist zu tun.«

http://www.freiheitsfabrik.de/was-wuerdest-du-tun-wenn-krieg-waere-keine-option/

Ein Satz der für mich die existenzialistische Parallelität zum sprachlichen Ausdruck bringt.

3. Juli 2012

Gibt es etwas wie keinen Sinn

Die Gegenfrage zu: Gibt es einen Sinn? (Lesevorschlag u.a.: Albert Camus und Jean-Paul Sartre)

 

Ich sammle gerne Sätze und textliche Fragmente verschiedener Art (Werbesprüche, Überschriften, Parodien, Parolen, etc.). Weil sie mir z.B. Freude machen, gefallen, albern oder interessant sind. Ich möchte ein ‚Museum von Sätzen und Möglichkeiten von Text in der Welt über die konkrete Zeit hinaus‘ eröffnen. Virtuell oder materiell-real.
Dann weiß ich wieder: Kein‘ interessiert das. Nicht mal mich bräuchte und sollte es interessieren.

Leider zurecht.

Ein Museum der nichtssagenden Relikte. Nihilismus in postmodernen Relativismus gegossen.

Solche Relikte, ohne konkrete Zeitbindung – außer im Stil der Sprache -, sind relativ asketische Texte. Sie existieren „einfach“, ohne eine (überhaupt oder noch) vorhandene Bindung an einen schon festgelegten oder eine noch vorhandene Denotation (Haupt- oder Erstbedeutung eines Wortes). Durch ihre Loslösung vom konkreten Gebrauch erhalten die Wortefakte eine primäre Irrelevanz. Dadurch sind sie postulierbar als Nominalismen. Sie sind keine – behaupteten oder echten – Realismen mehr. Als Wortkonserven ständen sie dann im Museum für die Bewahrung um der Bewahrung willen. Ihre Inhalte stünden dann nur als Repräsentanten für etwas ‚Bewahrtes‘, nicht z.B. für etwas „Bewährtes“ oder andere inhaltliche Auf- und Zu-Füllungen. Die Worte, Sätze und Anordnungen selbst stehen dann als Worte – an und für sich wie ein Philsosoph vielleicht sagen könnte – im Museum. Und nicht mehr nur als Träger für ihren ehemaligen Inhalt. Dadurch werden sie selbst zum Zweck und, ohne festgelegt zu sein, zum Inhalt des Museums des Bewahrens um des Bewahrens. Im Museum könnten die Worte und Sätze von ihrer ehemaligen Inhaltsfestlegung befreit werden, im Sinne von geöffnet: Für neuen, erweiterten, verbreiterten oder sogar vertieften Sinn. Wenn sie dabei noch vor neuer Wieder-Festlegung bewahrt werden könnten – konserviert und anti-konservativ offen gehalten zugleich – wären sie: immerhin potenziell zeitlos.

Nihilistische Wortbefreiung und Öffnung für emanzipatorische Neu-Ko-Notationen.

Wenn man nun mal kein anderes Hobby hat.

Außer Spiele spielen in einem Klub. Aber gute, distinguiert-augenzwinkernde, englische Klubs gibts hier leider nicht. Die machen keinen Sinn, im Unterschied zu selbst- und fremd-ernannten Sinnmachern und Sinnmachendem. Sie haben vermutlich (auch) keinen Sinn. Aber sie sind Sinn.

 

 

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