Posts tagged ‘Gouvernementalität’

3. Januar 2016

Rationalität, Kritik etc. und gesellschaftlich-systemischer und -struktureller Rahmen

Es gibt in einer Gesellschaft – vereinfacht zusammengefasst formuliert – die erlaubten und die nicht erlaubten Dinge:

– unmoralische/vernunftethisch falsche Dinge, die gesellschaftlich erlaubt (oder stärker: institutionalisiert) sind, also systemisch erlaubt/nicht „zu bekämpfen“ sind. Diese erlaubten Dinge werden von den wichtigen gesellschaftlichen Akteuren (welche system-funktional und strukturell für die konkrete Ausgestaltung des vorgegebenen System-Rahmens zuständig sind) entweder toleriert oder gefördert (rhetorisch, materiell etc.). Z.B. als ‚erlaubte Abweichung‘ aka ‚künstlerisch wertvoll‘, als ’notwendiges Übel‘ deklariert oder als ‚moralisch‘ und ‚gut‘ (um)deklariert.

– ethisch falsche Dinge, die nicht erlaubt sind.

Ähnlich dazu gibt es auch gesellschaftlich als ‚gut‘ und als ’nicht gut‘ eingestufte Dinge (Ideen, Handlungen, Gruppen, etc.). Ein Beispiel für die einzelnen Erscheinungsformen/Folgen dieser systemisch-strukturell begründeten* (Zu-)Ordnung der Dinge [vergleiche Michel Foucault]: Die Religionsausübung.

Offizielle und gesellschaftlich-gouvernemental geordnet erfasste Kirchen ’sind‘ (d.h.: werden systemisch und gesellschafts-strukturell eingeordnet und bezeichnet als) gesellschaftlich gut. Als „Sekten“ bezeichnete Formen Religionsausübung sind gesellschaftlich-gouvernemental schlecht.

Ebenso gibt es irrationale und rationale** Dinge, die erlaubt sind oder erwünscht. Und irrationale und rationale Dinge, die verpönt sind oder system-bedingt (und durch die entsprechenden system- und struktur-tragenden Akteure) ausgegrenzt werden.

Alles, was gesellschaftlich inkorporiert, diszipliniert, gesteuert und kontrolliert werden kann, kann erlaubt sein. Was sich der gouvernementalen Rahmung und Eingliederung entzieht wird gesellschaftlich als negativ zugeordnet.

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* Die systemischen und strukturellen Rahmenbedingungen (Grundlagen und darauf aufbauenden Strukturen) sind die relativ ursprüngliche (im sozialen Bereich, nicht im naturwissenschaftlichen, was wieder dahinter stecken mag) (Ver)Ursache dessen, was Menschen in Systemen und Strukturen dann dem entsprechen/das nachvollziehend ausführen, in dem sie es in Handlungen umsetzen.

Auch dabei können Abweichungen (sozusagen Mutationen) passieren. Diese werden aber in der Regel schnell wieder disziplinert/“unschädlich“ gemacht. Einige Wenige davon verändern
– kulminierend, zusammen mit anderen Veränderungen, graduell oder in einem punktuellen Umbruch; nicht-intentional und nicht bewusst steuer-, plan- oder gestaltbar –
bestimmte Parameter des Systems. Allerdings verändern auch diese unbeabsichtigten/unabsehbaren systemisch-strukturellen Veränderungen vermutlich niemals die Grundlogik und die Grund-Bedingungen von Systemen und Strukturen als solche. Allen voran (in der gesellschaftlichen Status-Konstruktion hierarchisch) die system-repräsentierenden/-anführenden Akteure (Funktions-Eliten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen).
** Was in einer Gesellschaft als rational gilt ist auch (ko-)bedingt durch systemische und strukturelle Anforderungen, Logiken und Dynamiken. Aber auch wenn wir uns ‚Als ob‘ auf eine umfassende Rationalität einigen würden, würde die Gesellschaft qua strukturaler und systemischer Anforderungen immer noch zwischen erlaubten (systemisch und strukturell gestatteten) und unerlaubten, erwünschten und unerwünschten etc. rationalen Handlungen und Kritik unterscheiden. Die gestattete/erwünschte oder zumindest tolerierte Kritik wäre dann aus Sicht der system- und struktur-tragenden Akteure und Institutionen „hilfreich“, „konstruktiv“ etc. und die ‚falsche‘ (auch die noch so rationale) Kritik wäre „destruktiv“, „utopisch“, „verrückt“, „fantasierend“, „obskur“, „düstere Absichten“, „überzogen“, „maßlos“, „radikal“, „unausgewogen“ und viele sich im Laufe der Menschheitsgeschichte dauerhaft wiederholenden Sprechschablonen mehr.

21. Juli 2015

Aus Kommunen-Sicht – bezogen auf kommunitaristische und evtl.-potenzielle nichtkommunitaristische Arten von Kommunen/Lebensgemeinschaften – kann mensch vorschlagen: Lieber eine Kommune als sozietale Gouverne- und Gesellschafts-Mentalität.

Aus postmodernistisch inspirierter konservativer Sicht könnte mensch noch sagen: Lieber ein Monarch als überall, mehr oder weniger, und schwer lokalisierbar, Macht.

Im Zweifel Gesellschaft sage ich für mich.

2. Juli 2014

Das Internet ist – bezüglich seiner Reproduktions- oder Veränderungs-Effekte -, z.B., ähnlich dem Punk anno etwa 1980. Es ist im Stadium der Wiederholung angekommen. Es ist integriert in den gouvernementalen Lauf der Dinge. In Anachronismen, Nischen und Abspaltungen hat es noch Potenzial. Same procedure as every social phenomenon.

10. April 2013

Normautokratismus

Geschichte und Gegenwart der Gouvernementalität. Hardcore: http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/kein-nuetzliches-glied-der-gesellschaft-1.18061130

Ob es einen sozialkulturellen Fortschritt gibt ist unklar. Einen Entgegenschritt sollte es immer geben. „Anders“- und Seinsein als Notwehr und Lebens(sinn)rettung.

18. Oktober 2012

Das Leben ist anstrengend, aber gar nicht so kompliziert

1. Wir arbeiten für die soziale Sicherheit – um unsere Sozialbeiträge zu bezahlen etc.
2. Wir arbeiten für Essen und Trinken und Obdach.
3. Wir arbeiten um uns die Dinge leisten zu können, die gesellschaftlich als notwendig normiert sind – bezüglich Kleidung, Kosmetik, Aussehen, etc.
4. Wir arbeiten für Statussymbole. Dafür, wie wir uns sozial definieren und inszenieren wollen.

5. Den Rest der Zeit verbringen wir mit allem anderen. Ob politisch oder kulturell groß daherredend. Oder ob mensch tatsächlich mal etwas macht – im Guten wie im Schlechten.
Alles das ist das Auffüllen der Langeweile.

21. August 2012

Alles in Ordnung

Wenn Axe für die Anarchie zuständig ist, ist mit der Gouvernementalität alles in Ordnung. Sie ändert nur von Zeit(geist) zu Zeit ihre Farbe und vollzieht den jeweiligen Strukturwandel nach.

Übrigens: Rauchen für den menschlichen Spielraum!

28. April 2012

Im Park

Wege, Wiesen, Bänke und Nischen

Der Mann läuft schnellen Schrittes über den gepflasterten Weg durch die Naherholungsgrünanlage. Er schaut auf den Weg und scheint fokussiert zu sein. Auf sein Vorankommen, zumindest das zu Fuß. Er schaut kurz herüber zu der Person, die auf der Bank neben dem Weg sitzt. Der Bereich mit der Bank ist eine Heterotopie zum und in dazugehörigem Bezug zum Weg – vorgesehen als Raum/Örtlichkeit des Verweilens und mit angelegtem Anschluss zum Weg. Vielleicht ist es eine Frage der Zeit, wie lange man auf der Bank sitzt, wo (bzw. wann) die Grenze/der Übergang/der Unterschied zwischen Verweilen (Pause) und Abweichung liegt. Der Mensch kann nicht nur Pausieren. Ohne Gegenstück keine Pause, so ist der allgültige (aber vielleicht nicht vollständig untranszendierbare) Dualismus. Aber wo ist liegt der inhaltliche Gehalt der Pause, das Heterotope, wenn alles vorgegeben ist? Weg, Arbeit, Pause, (Weg,) Arbeit, Weg, Pause etc. Sind die Pausen normiert ist der Mensch frustriert? Weniger oder mehr oberflächliche Stabilität zum Preis der nicht gesuchten Qualität?

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Der kleine Mann im Kopf

Was wir sind | Was wir sein wollen | Was wir tun

Die Kieker (Die Spoekenkiekerei )

Blick in die Zukunft des politisch-medialen Komplexes

meermoabit

Moabiter Seefahrten

catveldmaus

Ölmalerei, Acrylmalerei und Fotografie.

systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen