Posts tagged ‘Kultur’

20. September 2015

Willkommenskultur klingt ein wenig nach den Slogans einer schlechten Unternehmensberatung – welche trotzdem effektiven Erfolg („oberflächlichen!“ rufen die Existenzialisten auf den preiswerten Plätzen) haben können/kann.

A: „Wer keine philosophische Orientierung hat, braucht eine extra Kultur zum Willkommen heißen. Und wie Kultur das so an sich hat, ist sie fragil und ein immer wieder bzw. inhaltlich offener ’neuer Anlauf mit Gefühl‘.“

B: „Das mit der Orientierung könnte auch von einem Theologen sein. Aber diese Kulturkritik, ist die elitär oder kulturpessimistisch?“

A: „Ha noi. Wobei ich gegenüber dem Begriff Kultur durchaus skeptisch bin. Aber allgemein, nicht selektiv.“

B: „Und die Offenheit des Kulturbegriffes? Ist das nicht aus postmodernistischer Perspektive eine interessante Eigenschaft der Kultur? Und zu unserer Spät- und Postmoderne passend?“

A: „Ja, das könnte sein.“ (Ein „Ha jå!“ von manchen der Poststrukturalisten zwischen den Stühlen.) „Müsst ich drüber nachdenken. Aber da ist auch weiterhin der Unterschied zwischen Sein und Sollen. Und u.a. daher ist mit dem Heraufbeschwören oder Konstatieren einer Kultur noch nichts über deren Gehalt oder Moralität ausgesagt. Und das entspräche, zumindest widerspräche es nicht, meiner Skepsis gegenüber dem Begriff der Kultur.“

26. Mai 2015

Leben mit Kultur und von etwas leben

Sich philosophisch, geistes- und sozialwissenschaftlich weiterbilden, z.B. bzw. bei mir möglicherweise (u.a. zu verstehen) als bewusster oder unbewusster Versuch des Sammelns von kulturellem Kapital [vgl. Pierre Bourdieu]. Ohne dabei die direkte Verwertung in Aussicht zu haben, oder die persönliche Strukturiertheit, um das (An-)Gesammelte konzentriert/pointiert anzuwenden. Reicht das, um die negative Dialektik (?) oder sonstige Integration in die inhalts-unabhängige Verwertung (kulturelles Kapital einfach als Distinktion, deren Inhalt nicht entscheidend ist) zu vermeiden? Und andererseits: Mit und von Kultur leben könnte ich vermutlich eh nicht. Aber andere, wie können und könnten diese es, ohne sich inhaltlich zu verkaufen/austauschbar zu machen?

16. März 2015

Werte

It’s the economy stupid. Oder auch: Firstly (and/or ultimately), it’s the economy.

Ist eine (mehr oder weniger, strukturell und [optimistisch] potenziell akteurbewusst) kritische Masse so weit zufrieden, dann ist das Gesamtsystem (als imperfektes, aber funktionierendes Zusammenspiel von einzelnen selbstbezogenen Teilsystemen) stabil.

Wo bleibt die Kultur als veränderndes, als „Stop! Wie soll’s weitergehen?“-Potenzial, das zur Aktion/gesellschaftlichen Wirkung wird?

Wenn mensch sich die Werte mancher bzw. manche Werte anschaut, dann darf mensch aber froh sein, dass regelmäßig nicht diese dominieren.

Ist die materielle Jacke näher als die konstruierte Hose? Eine klassische Frage der Sozialtheorie.

 

11. Februar 2014

Ich habe derzeit die kritisch-rational widerlegbare These, dass cultural appropriation* ähnlich ambivalent** ist wie Kultur(en) selbst. Kultur(en) als Phänomen und ihre intern wie zwischeneinander strukturierenden Wirkungen.

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* als die Aneignung (als unterdrückt definierter) nicht“eigener“ Kulturen
** vieldeutig, nicht dualistisch nur mit zwei Bedeutungen/Wirkungen

10. April 2012

Kunst der ungreifbaren Mitte auch in der Kultur

Die ‚ominöse Mitte‘ ist nicht greifbar, nicht klar und ein-deutig definierbar. Das macht sie aus und das macht sie zur Kunst(herausforderung) im psychologischen (Innen-)Bereich wie auch in sozialen Kontexten.

Laissez autoritaire b

Auch und besonders in der Kulturdebatte gibt es die – für mich klassische, menschheits-traditionelle – (zumindest theoretische) Pol-Linie (z.B. als Stufenmodell oder Kontinuum darstellbar) zwischen Laissez-Faire und Autoritarismus:

– Ist „der Mensch“ fähig, seine eigenen Potenziale und das „was gut für ihn ist“ selbst zu suchen? (Von „Wir haben es gefunden“ sprechen oftmals die Ideolog[i]en.)
– Oder muss ein Mensch, von ‚Individuum‘ bis ‚Masse‘, erst kulturell gebildet und erzogen werden, gezeigt bekommen, was „richtige“ und was „falsche“ Kultur, Lebensweise und Geschmack sind? Aber, da es keine im Voraus gesetzte Objektivität gibt, wer mögen die „auserwählten“ Menschen sein, die den Menschen erziehen, wie Jean-Jaques [Rosseau] „seinen“ Emile? Wie es Max Stirner radikal kritisiert.

Die „Kulturindustrie“ (als abstrakte Zusammenfassung aller [offensichtlich] „kommerziellen“ Unterhaltungen) hat hegemoniale Tendenzen (vgl. Adorno). Die „Wahre Kultur“, wenn sie bloße arrogante Gegenkonstruktion bleibt, ist aber ebenso nicht inter-subjektiv orientiert, sondern projiziert eigene Vorstellungen und ein subjektives „Das ist Kultur und das nicht“ auf die gesamte Gesellschaft.

24. April 2011

Österlicher Dialog

Das Verhältnis zwischen Leistung und Entspannung

Fred: Waast, mit da Disziplin, des is es, mit da Disziplin, daas die heut kaaner meea hott, des hott oeß ins Wanken bracht.
Oscar: Wissen Sie, Herr Fred, der Witz is hjo daas: Des stimmt aach noch. Es klingt nach allfelliger Kulturkritik-Routiine. Isses vielläächt auch – aba nicht in diesämm Zusammenhaange.
Fred: Germanien als Sparta, wer hätte das zu römischer Zäät gedacht? Durch das Wirtschaftssparta zum „Wirtschaftswunder“. Höötezutage als lässiges „Komm ich hööt nicht, komm ich moagen – vielläächt.“
Oscar: Vom Wirtschaftssparta zum Zaahlmäista würden maanche EU-Defaitisten sagn.
Fred: Vielleicht ham die Teutschen die Disziplin abgelegt, aber nicht die dazu gehörende Kultur entwickelt. Eine Kultur der Relativität des Läästungsgedankns.
Oscar: So wie sie zum Bäschpill die Italiener haben.
Fred: Ja, also Kultur, nicht pauschal jedes einzelne Individuum oder jede Region und so wääta.
Oscar: Oder wie die Franzosen – die Probleme einfach wegstreiken.
Fred: Währenddessen die Italiener sich einfach nicht zu sehr damit beschäftigen.
Oscar: Die sand mit ihrär kultuviertn Gelossenheit viellächt ganz gut auf die zukümftigen Enderungn vorberätet.
Fred: Italianità per Urbi et Orbi?
Oscar: Per haps.

23. März 2011

Duplikiter Vitae

Für den rechtspositivistisch denkenden Menschen gilt in Fragen des Rechts der Satz als Grund: „Nulla salus sine lege“.   Preußen

Für den gut- und deshalb rechtgläubigen Menschen, der recht gläubig sein kann aber nicht muss, gilt: „Ecstra (oder ekstra oder egstra?) ecclesiam salus non est“.   Österreich

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Der kleine Mann im Kopf

Was wir sind | Was wir sein wollen | Was wir tun

Die Kieker (Die Spoekenkiekerei )

Blick in die Zukunft des politisch-medialen Komplexes