Schlagwort: Kunst

Fragmentarische Treffen von Individuellem in und zwischen Dingen (besonders oder u.a. in Kunst, Literatur, Philosophie)

Kunst, Literatur, Philosophie, u.a. Z.B. Texte von George Orwell, von Jean-Paul Sartre und Albert Camus. Alle beschreiben etwas, das mir etwas sagt/das ich an- und mit-denken kann in meiner Subjektivität.
Sie haben alle recht, in einer absoluten/individualistischen, oder plural-pluralistischen Sichtweise. Und keiner hat „Recht“ in einer relativistischen oder einer ganzheits-pluralistischen Sichtweise.
Man kann die einzelnen Absolutheiten oder Perspektiven nicht „für“ das Ganze oder auf ein universales ‚Ganzes‘ bezogen zusammenfassen. Sie werden kein Ganzes, nicht, wenn sie zusammengemischt werden (was ontologisch nur ein Gemenge weiterhin einzelner Stoffe, keinen neuen Stoff gibt) oder wenn man einen Durchschnitt oder einen „Mittelweg“ sucht oder proklamiert. Jeder „Mittel“weg wäre ein eigener Weg und nicht ein „Best of“ der anderen Wege, die man behauptet erfasst, zusammengefasst oder z.B. ihre besten Eigenschaften herausgenommen zu haben, etc.

 

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Erotik im und zum System

Ist eigentlich Verklemmtheit bzw. darum herum reden (welches in verschiedener Form vorkommt) ein wichtiger Teil der Erotik, im systemischen Sinn?

Das heißt, veschämt zu tun, Sachen nicht an- und auszusprechen, „unausgeprochen zu lassen“, nicht über seine Vorstellungen, „Perversionen“ zu sprechen etc. Alles etwas im Unklaren lassen, nicht deutlich aussprechen, etc. Um die ‚Romantik‘ zu erhalten, oder aus dieser Sicht den schönen Schein zu wahren, als Bedingung für „gepflegte“, kultivierte, „saubere“ etc. Erotik. Und die Instinkte, den Trieb, die teilweise Grobheit der Natur „rauszuhalten“.

Und ist es notwendig, dass dies teils unbewusst geschieht  ist es also eine notwendige Illusion der Funktionalität wegen (und nur ein kleiner Teil der Menschen kann diesen Pfad der systemisch-adäquaten Erotik verlassen, wenn es mehr wären, würde das Systemfunktionieren gefährdet)? Um die Erotik des Gesamtsystems am Laufen zu halten. Die Erotik als Teil des Gesamtsystems, als der sie im wirtschaftlichen Bereich ein Geschäftszweig und einer der großen grundlegenden Antriebe ist, in der Kultur ebenfalls ein grundlegender Faktor, und die auch im sozialen Umgang und in der nichtformalen Politik eine große Rolle spielt.

Oder könnte eine relativ aufgeklärte Gesellschaft auch eine bewusste Erotik betreiben, praktizieren (intentional) bzw. ausführen (von Biologie, Sozialisation, Strukturen und System[en] wegen)?
Oder müsste dann, wenn dies einem großen Teil der Menschen bewusst wäre, bzw. diese sich dies bewusst machten, wieder eine bewusste/absichtliche Illusion geschaffen werden, um die Erotik aufrechterhalten zu können (für viele) bzw., eher: Um die Erotik mit den sonstigen systemischen Anforderungen (des Wirtschaftens, der Kulturaustarierung, der sozi(et)alen Positionen und Verteilungen, der Politik im weiteren Sinne) kompatibel zu erhalten.

U.a. Wilhelm Reichische Sprengkraft der Sexualität. U.a. Michel Focaults Formulierung der Eingebundenheit von Körper, Sexualität etc. in strukturelle Verhältnisse/Wechselwirkungen und Macht-, Bedeutungs- und Positionsverteilungs-Fragen  und Biopolitik noch dazu.

Erotik jenseits des Systems als existenzialistische (und sonstige) Angelegenheit für Künstler (mit Bild, Film, Literatur etc.) bzw. Kunst als Handlung, Erscheinungsform, die systemisch wenig funktional ist–oder gerade dadurch Ausflugsmöglichkeiten/“Ablenkung vom Alltag“ bietet, und damit zur Systemstabilität beiträgt/dazugehört wieder integriert wird und aktiver Teil der Systeme wird (nicht nur tolerierter Anders-Bereich ist). Intellektuelle/Fantasie-entsprungene Randerscheinungen und temporäre Fluchten im sich dauernd stabilisierenden und disziplinierenden/die menschlichen Perspektiven vorformenden Fluss der Systeme. Aber selbst als temporäre und durch die Systemschwerkraft begrenzte Ausflüge in andere Möglichkeiten der Existenz/des Handelns kann nicht(direkt)systemische (bzw. rand-systemische) Erotik ja ein schönes Phänomen sein.
Eine strukturalistische Dualisierung wäre noch: Diese nicht-direkt-systemischen Formen der Erotik (und alle nicht-direkt-systemischen Formen von Kunst und allem anderen) müssen vielleicht von vielen verachtet, jedenfalls ausgeschlossen werden (als „unsauber“, „nicht ästhetisch“, „nicht erotisch“ etc.), damit es, gebunden an das Ganze, existieren (sich vielleicht erst herausbilden kann) und andere es genießen können.

Wäre eine auf- oder abgeklärtere Gesellschaft in Sachen Umgang mit dem Körper schädlich für die Stimmung, für die ‚Erotik‘, ‚Romantik‘? Oder ist es einfach so wie es ist biologisch und sozial vorgegeben, ob wir nun darüber reden oder nicht. Warum wir nicht über unsere verschiedenen Motive und Hintergründe und Vorlieben etc. reden, sondern etwas inszenieren. Oder kann auch dieses Reden schon eine kleine Befreiung sein. Das Reden darüber als Änderung/existenzialistisches Trotzdem in der individuellen Kommunikation, gegenüber und während der Unentrinnbarkeit des Flusses des Lebens.
‚Reden darüber‘ als ernsthafte Kommunikation, den Anderen als individuell zusammengesetzte Person ernst nehmen. Nichts ändern können aber uns anders darüber unterhalten und dadurch wiederum für uns in diesem Moment etwas zu ändern. Nicht den Fluss ändern, aber den Moment darin.

In der Kunst und in unserer konkreten Lebenspraxis bezüglich verschiedener Aspekte  wie u.a. Erotik, Schönheitsempfinden, Menschenwahrnehmung, Kommunikation etc.  gehen wir die dafür systemisch vorgesehenen Wege oder  manche mehr, viele (funktional logisch) weniger  andere Wege, die auch da sind, aber in der Regel für andere Aspekte ‚vorgesehen‘ und die nur in Randfällen anderweitig verwendet/interpretiert etc. werden.

 

Liste bedrohter abstrahierender Beschäftigungen

Was auf die Liste der von Marginalisierung bedrohten Human-Beschäftigungen gehört,
u.a.:

– Die Neoklassik
Die Beschäftigung mit der Schönheit der Wirtschaft als Theorie, als Modell und Form. Nicht als schnöde Anpassung an die „Realität“. Das klingt teils ironisch, ist es doch auch die Kritik an der Neoklassik und ihrer Modellwelt(en). Es ist aber auch ihre Stärke gegenüber allen soziologischen und (sonstigen) empirischen Herangehensweisen, von denen ein Teil derzeit (strukturell immer zurecht) wieder en vogue ist.

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