Posts tagged ‘Poststrukturalismus’

21. Dezember 2016

Die Leere der strukturalen Ebene

Feuerbringer in Referenz zu Sam Harris schreibt über:

Was wollen Dschihadisten wirklich?

https://feuerbringer.wordpress.com/2016/12/21/was-wollen-dschihadisten-wirklich/

Eine Möglichkeit, was Dschihadisten „wollen“/ausdrücken/etc. ist:
Sie verhalten sich so, dass* sich eine Gesellschaft öffentlich fragt: Was wollen Dischihadisten wirklich?

Strukturale Handlungen sind (Sinn- und ggf. Trieb- und Energie- etc.-)Verschiebungshandlungen, die um einen leeren Kern kreisen (so z.B. in einer Interpretation [durch Leser und Autor] von Jacques Derrida).

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* Nicht voluntaristisch gemeint.

3. Januar 2016

Rationalität, Kritik etc. und gesellschaftlich-systemischer und -struktureller Rahmen

Es gibt in einer Gesellschaft – vereinfacht zusammengefasst formuliert – die erlaubten und die nicht erlaubten Dinge:

– unmoralische/vernunftethisch falsche Dinge, die gesellschaftlich erlaubt (oder stärker: institutionalisiert) sind, also systemisch erlaubt/nicht „zu bekämpfen“ sind. Diese erlaubten Dinge werden von den wichtigen gesellschaftlichen Akteuren (welche system-funktional und strukturell für die konkrete Ausgestaltung des vorgegebenen System-Rahmens zuständig sind) entweder toleriert oder gefördert (rhetorisch, materiell etc.). Z.B. als ‚erlaubte Abweichung‘ aka ‚künstlerisch wertvoll‘, als ’notwendiges Übel‘ deklariert oder als ‚moralisch‘ und ‚gut‘ (um)deklariert.

– ethisch falsche Dinge, die nicht erlaubt sind.

Ähnlich dazu gibt es auch gesellschaftlich als ‚gut‘ und als ’nicht gut‘ eingestufte Dinge (Ideen, Handlungen, Gruppen, etc.). Ein Beispiel für die einzelnen Erscheinungsformen/Folgen dieser systemisch-strukturell begründeten* (Zu-)Ordnung der Dinge [vergleiche Michel Foucault]: Die Religionsausübung.

Offizielle und gesellschaftlich-gouvernemental geordnet erfasste Kirchen ’sind‘ (d.h.: werden systemisch und gesellschafts-strukturell eingeordnet und bezeichnet als) gesellschaftlich gut. Als „Sekten“ bezeichnete Formen Religionsausübung sind gesellschaftlich-gouvernemental schlecht.

Ebenso gibt es irrationale und rationale** Dinge, die erlaubt sind oder erwünscht. Und irrationale und rationale Dinge, die verpönt sind oder system-bedingt (und durch die entsprechenden system- und struktur-tragenden Akteure) ausgegrenzt werden.

Alles, was gesellschaftlich inkorporiert, diszipliniert, gesteuert und kontrolliert werden kann, kann erlaubt sein. Was sich der gouvernementalen Rahmung und Eingliederung entzieht wird gesellschaftlich als negativ zugeordnet.

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* Die systemischen und strukturellen Rahmenbedingungen (Grundlagen und darauf aufbauenden Strukturen) sind die relativ ursprüngliche (im sozialen Bereich, nicht im naturwissenschaftlichen, was wieder dahinter stecken mag) (Ver)Ursache dessen, was Menschen in Systemen und Strukturen dann dem entsprechen/das nachvollziehend ausführen, in dem sie es in Handlungen umsetzen.

Auch dabei können Abweichungen (sozusagen Mutationen) passieren. Diese werden aber in der Regel schnell wieder disziplinert/“unschädlich“ gemacht. Einige Wenige davon verändern
– kulminierend, zusammen mit anderen Veränderungen, graduell oder in einem punktuellen Umbruch; nicht-intentional und nicht bewusst steuer-, plan- oder gestaltbar –
bestimmte Parameter des Systems. Allerdings verändern auch diese unbeabsichtigten/unabsehbaren systemisch-strukturellen Veränderungen vermutlich niemals die Grundlogik und die Grund-Bedingungen von Systemen und Strukturen als solche. Allen voran (in der gesellschaftlichen Status-Konstruktion hierarchisch) die system-repräsentierenden/-anführenden Akteure (Funktions-Eliten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen).
** Was in einer Gesellschaft als rational gilt ist auch (ko-)bedingt durch systemische und strukturelle Anforderungen, Logiken und Dynamiken. Aber auch wenn wir uns ‚Als ob‘ auf eine umfassende Rationalität einigen würden, würde die Gesellschaft qua strukturaler und systemischer Anforderungen immer noch zwischen erlaubten (systemisch und strukturell gestatteten) und unerlaubten, erwünschten und unerwünschten etc. rationalen Handlungen und Kritik unterscheiden. Die gestattete/erwünschte oder zumindest tolerierte Kritik wäre dann aus Sicht der system- und struktur-tragenden Akteure und Institutionen „hilfreich“, „konstruktiv“ etc. und die ‚falsche‘ (auch die noch so rationale) Kritik wäre „destruktiv“, „utopisch“, „verrückt“, „fantasierend“, „obskur“, „düstere Absichten“, „überzogen“, „maßlos“, „radikal“, „unausgewogen“ und viele sich im Laufe der Menschheitsgeschichte dauerhaft wiederholenden Sprechschablonen mehr.

12. November 2015

Kritisch-rationaler Poststrukturalismus.

Auch das ist es, was die Welt auch braucht.

8. September 2014

Imaginäres Begleitetsein (irdischer Art)

Meine imaginäre letzte Freundin. Mit der ich meine Perversionen und Angst teile. Meine Unzulänglichkeit und das Kapitulieren (aber Tocotronic hörte ich bisher ernsthaft/zuhörend/mitfühlend nur alleine). Eine Frau (ohne Genderfestlegung, wir sind ja nicht im werbungsmäßigen „Traum“), die mein Sein akzeptiert, ohne Taten. [-> Idiorrhythmisches Zusammenleben mit der imaginären Partnerin.]
Oder sollte ich ab jetzt nur noch Taten „sein“/tun, ohne (großgeschriebenes, adjektiv-nomisches) Sein [als postrukturaler Existenzialismus: nur noch im Handeln sein, ohne die Festlegung zur Festlegung kommen zu lassen]?.

Das würde meiner Vermutung der Parallelität des existenzialistischen Lebensangehens entsprechen: Depressive Verstimmungen und kopfüber in die Tat. Wäre eine Möglichkeit.

 

27. September 2012

Formulierung des Seins und des werdens

Substantiv -> als Sein -> Zustand, Situation, etc. -> relative Stabilität, relative Berechebarkeit (statistische Erfassung etc.) -> Teilgebiet: Strukturalismus

Verb -> als werden -> Prozess, Herausforderung, Arbeit, Aktion, Tun -> Potenzielle Abweichung, Unberechenbarkeit, Unschärfe, etc. -> Teilgebiet: Post-Strukturalismus

Adjektiv -> Sowohl als auch? -> technisch-realitätsbeschreibend -> zunächst neutral? -> regelmäßig (oder immer) mit etwas konnotiert -> also nie neutral -> subjektiv? -> durch soziale Zuschreibung geprägt => Wanderer zwischen der subjektiven Abweichung und der gesellschaftlichen, z.B. kulturellen, (temporären) Fixierung.

20. März 2012

Permanente Herausforderung und Recht auf Pause

Michel Foucault → Abweichung ist Trumpf. Permanent minority report. Minderheit und Potenzial des Menschen in der und durch die Abweichung (U.a. Marcuse [Herbert]: Randgruppen als Träger des/eines kritischen Potenzials).

Permanent deconstruction – nicht immer (weil anstrengend) aber grundsätzlich immer möglich (zeitlich) und auf alle Themen bezogen bzw. anwendbar (und grundsätzlich auch allem gegenüber egalitär anzuwenden). Not saving any topic from having the right to be deconstructed (just because you like it) → no conservation or Aussparung der jeweils eigenen Lieblinge etc. (But) at the same time teilweise Akzeptanz of some kind of partial construction: Als Referenz (und praktische Grundlage etc.) ‚A‚, auf die sich die jeweilige Dekonstruktion von Thema ‚B‚ beziehen kann. Denn man kann nicht (oder doch?, aber wäre das Nihilismus?) alles gleichzeitig – und zeitunabhängig vermutlich überhaupt nie inhaltlich alles dekonstruieren. Irgend einen Anker des Bezugs braucht der kritischste Mensch. Viele vermeintliche Supra-Kritiker sind sogar sehr verankert (bishin zu ideologisch zementiert) in bestimmten Urteils-„Gewissheiten“. Reflektierter und (selbst-)kritikoffener Steckenpferds-Konservatismus ist also praktischer und menschennäher als die postulierte Gewissheit, keine liebgewonnenen Gewohnheiten zu haben. Oasen der persönlichen Vorliebe (als lebendiger oder auch schläfrig-müßiggängerischer Garten oder Museum etc.) sind es, die uns offen machen für neue Eindrücke. Wer keine Oase hat, der sucht den Halt oft dort, wo er die Offenheit pflegen sollte und projiziert das Museum der Privatheit in eine Ideologie des öffentlichen Raums.

5. Dezember 2011

Slavoj Žižek bleibt stehen

Großartitsch. http://www.welt.de/kultur/article13741294/Occupy-Dieser-Hippie-Scheiss-ist-so-oede.html

Die Bewegung definiert sich, Žižek zieht weiter. Und andersherum: Die Bewegung bewegt sich, so ist das bei Bewegungen. Žižek bleibt stehen und denkt (weiter, anders?).

Der kleine Mann im Kopf

Was wir sind | Was wir sein wollen | Was wir tun

Die Kieker (Die Spoekenkiekerei )

Blick in die Zukunft des politisch-medialen Komplexes

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Ölmalerei, Acrylmalerei und Fotografie.

systemagazin

Online-Journal für systemische Entwicklungen