Schlagwort: Potenzial

Sag das Zauberwort und du hast die Macht

Sailor Moon deutsches Titellied

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Mehrdeutig: Als Nihilist habe ich vor nichts Angst.

Ich bin aber nicht nur Nihilist. Zwischen (formuliert als) Nichts, Alles und Etwas.
Etwas als Teil eines Ganzen und/oder als Eigendynamik wahrgenommen, interpretiert, re-konstruiert. (Re-Konstruktion als Nachbildung eines essenziellen oder vor-konstruktiven Gehalts und/oder als Um-Konstruktion, also als Verändern einer Konstruktion oder ihrer Interpretation).
Substantive, Verben und die vielen (zur Ordnung der Welt und Konstruktion der Weltbilder und Identitäten verwendeten) Adjektive. Verben sind weniger vielfältig vielleicht, aber haben vielleicht mehr Potenzial.

Growing old in authenticity?

Where is this Authenti City?
Die Schwerkraft des jeweils in einer Gegenwart Faktischen (Faktisches kurz-, mittel- und längerfristiger Art) ist stark, sehr stark. Schwer zu entgehen (außer temporärer Biedermeier), schwer überhaupt zu kritisieren. Aber nicht unmöglich (sapre aude).
Aber die Überdeterminiertheit und Widersprüchlichkeit des Lebens (als Ganzes) schlägt den einzelnen Kraftfeldern immer wieder doch ein Schnippchen. Schön. Und was draus zu machen (?) (als Frage und Potenzial).
Träume von Kommunen und anderem Leben etc. gibt es. Aber ein Mensch wird älter und sucht Sicherheit. Und braucht Sicherheit. Aber diese muss nicht deckungsgleich mit dem jeweils gerade vorliegenden, inhaltlich fixierten, gesellschaftlich üblichen oder erfolgreich verkauften Verständnis oder Angebot von Sicherheit sein.

Absurdität und Abhängigkeit (oder Gewohnheit)

Wenn der Staat Geld in die Finger bekommt, sieht das Ergebnis meist ähnlich gut aus wie das Tellerchen einer Klofrau: Ein kleiner Teil der Bevölkerung legt viel aufs Tellerchen und findet beschissene Verhältnisse vor. Der restliche Teil legt wenig oder nichts aufs Tellerchen und findet ebenfalls beschissene Verhältnisse vor. Ein paar wenige Verantwortliche kassieren das meiste ab und leben davon, dass sich nichts am System ändert.

[…] Weiterlesen: Vince Ebert – Unfairteilung

Ich liebe den Sozialstaat, und gerade auch seine Imperfektion. Diese ergibt bzw. weist auf, immer wieder Abweichung und Spielraum in der ansonstigen Stabilität („Ordnung“).

Aber seine Schwächen sind oftmals lustig. Manchmal, gerade was das Geld für Bedürftige angeht, auch sehr anstrengend und man muss sich mit vielem rumschlagen, um an sein Recht zu kommen. Aber dass er da ist, ist unbestritten (von „neoliberalen“ bis zu „neosozialistischen“ KritikerInnen).

Kunst der ungreifbaren Mitte auch in der Kultur

Die ‚ominöse Mitte‘ ist nicht greifbar, nicht klar und ein-deutig definierbar. Das macht sie aus und das macht sie zur Kunst(herausforderung) im psychologischen (Innen-)Bereich wie auch in sozialen Kontexten.

Laissez autoritaire b

Auch und besonders in der Kulturdebatte gibt es die – für mich klassische, menschheits-traditionelle – (zumindest theoretische) Pol-Linie (z.B. als Stufenmodell oder Kontinuum darstellbar) zwischen Laissez-Faire und Autoritarismus:

– Ist „der Mensch“ fähig, seine eigenen Potenziale und das „was gut für ihn ist“ selbst zu suchen? (Von „Wir haben es gefunden“ sprechen oftmals die Ideolog[i]en.)
– Oder muss ein Mensch, von ‚Individuum‘ bis ‚Masse‘, erst kulturell gebildet und erzogen werden, gezeigt bekommen, was „richtige“ und was „falsche“ Kultur, Lebensweise und Geschmack sind? Aber, da es keine im Voraus gesetzte Objektivität gibt, wer mögen die „auserwählten“ Menschen sein, die den Menschen erziehen, wie Jean-Jaques [Rosseau] „seinen“ Emile? Wie es Max Stirner radikal kritisiert.

Die „Kulturindustrie“ (als abstrakte Zusammenfassung aller [offensichtlich] „kommerziellen“ Unterhaltungen) hat hegemoniale Tendenzen (vgl. Adorno). Die „Wahre Kultur“, wenn sie bloße arrogante Gegenkonstruktion bleibt, ist aber ebenso nicht inter-subjektiv orientiert, sondern projiziert eigene Vorstellungen und ein subjektives „Das ist Kultur und das nicht“ auf die gesamte Gesellschaft.

Y lichtendzrin

Ostern

Dualistisch formuliert hat alles zwei Pole. Zwischen denen man sich bewegen kann, und manchmal entscheiden muss, was seine Lebensphilosophie angeht. Da wären: Ideeller Absolutismus* versus Pragmatischer Relativismus.

Wir suchen das Schöne, Wahre, Gute (siehe Goethe, Antike, etc.) und erhalten doch das, was wir erhalten. Von Verdienen kann hier keine Rede sein. Das Leben ist keine Ökonomie. Eher eine große Suche nach dem Osternest des Lebens. Die Suche ist das Ziel. Zwischendurch gibt es Geschenke.

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* Zum ideellen Absolutismus [in gewisser Weise auch: Rigorismus] zähle ich den radikalen (konsequenten und am Ideal als Maßstab orientierten) Idealismus, wie auch den radikalen Relativismus (als Absolutismus, der den Idealismus als Anti-Idealismus bzw. Negations-Idealismus spiegelt).

Permanente Herausforderung und Recht auf Pause

Michel Foucault → Abweichung ist Trumpf. Permanent minority report. Minderheit und Potenzial des Menschen in der und durch die Abweichung (U.a. Marcuse [Herbert]: Randgruppen als Träger des/eines kritischen Potenzials).

Permanent deconstruction – nicht immer (weil anstrengend) aber grundsätzlich immer möglich (zeitlich) und auf alle Themen bezogen bzw. anwendbar (und grundsätzlich auch allem gegenüber egalitär anzuwenden). Not saving any topic from having the right to be deconstructed (just because you like it) → no conservation or Aussparung der jeweils eigenen Lieblinge etc. (But) at the same time teilweise Akzeptanz of some kind of partial construction: Als Referenz (und praktische Grundlage etc.) ‚A‚, auf die sich die jeweilige Dekonstruktion von Thema ‚B‚ beziehen kann. Denn man kann nicht (oder doch?, aber wäre das Nihilismus?) alles gleichzeitig – und zeitunabhängig vermutlich überhaupt nie inhaltlich alles dekonstruieren. Irgend einen Anker des Bezugs braucht der kritischste Mensch. Viele vermeintliche Supra-Kritiker sind sogar sehr verankert (bishin zu ideologisch zementiert) in bestimmten Urteils-„Gewissheiten“. Reflektierter und (selbst-)kritikoffener Steckenpferds-Konservatismus ist also praktischer und menschennäher als die postulierte Gewissheit, keine liebgewonnenen Gewohnheiten zu haben. Oasen der persönlichen Vorliebe (als lebendiger oder auch schläfrig-müßiggängerischer Garten oder Museum etc.) sind es, die uns offen machen für neue Eindrücke. Wer keine Oase hat, der sucht den Halt oft dort, wo er die Offenheit pflegen sollte und projiziert das Museum der Privatheit in eine Ideologie des öffentlichen Raums.