Posts tagged ‘Shimanov’

6. Oktober 2011

Leviathan und die unsichtbare Hand

»Wir ersetzen die unsichbare Hand. Und wir sind die unsichtbare Hand,« sagte Grigori Shimanov augenzwinkernd. »Das geht – zumindest in einer mehrdimensionalen, gedanklich aufteilbaren Welt.
Als ein Leviathan, der das Chaos beseitigt. Das Chaos, das teilweise ernsthaft als Gefahr empfunden wird – als größere Gefahr wie die brutalste vermeintliche Ordnung. Und das teilweise rein instrumentalisiert erfunden bzw. als Bedrohungsbild genutzt wird – zum sozialen Gewinn, Status etc.
Aber sowohl das inszenierte Chaos wie auch das Chaos als vermeintlich schlimmster Zustand muss aus realpolitischer Sicht integriert und aufgeteilt werden, da es nicht wegzudenken oder wegzudefinieren ist.«

»Adam Smith und Thomas Hobbes wären stolz auf diese unsere Arkadische Republik gewesen!« rief einer, sowohl direkt ernst als auch ironisch.

16. Dezember 2009

Gute Kratie, Schlechte Kratie

Für das Individuum, seine Familie, seine soziale Lebenswelt spielt es im Ergebnis keine Rolle, ob 10%, 50% oder 99% der anonymen Mitbürger, die er nicht kennt, mit den Entscheidungen der jeweiligen politischen Herrschaft einverstanden sind. So lange er nicht in wechselseitiger Beziehung mit Menschen steht, haben nur die Menschen in seiner sozialen Welt eine direkte Bedeutung und nur bestimmte, dazu fähige Menschen über Institutionen indirekten Einfluss auf sein Leben. Die Herrschaft der Mehrheit, absolut oder relativ ist heute in vielen Bereichen, auch kulturell, dominierend. Sie ist dem Wesen nach und in den Auswirkungen aber nicht moralisch oder praktisch besser und in vielen Fällen auch nicht anders. Der Unterschied liegt also nicht zwischen Monarchie oder Aristokratie auf der einen, bösen Seite und Demokratie auf der Guten, sondern in den praktischen Folgen für die von der jeweiligen Herrschaftsform betroffenen Menschen.

Dies haben wir gut gelöst, in dem wir den Menschen Freiheit in vielen Bereichen eingeräumt haben und diese mit sozialer Sicherheit kombiniert den Druck zu Broterwerb und moralisch begründeter Einengung genommen haben. Dafür haben Sie uns, wie im Hobbes’schen Gesellschaftsvertrag auch ihre positiv verankerten überpositiven Rechte zur sorgsamen Verwahrung anvertraut. Wenn der Mensch möglichst wenig Frusterfahrungen mit System und Institutionen, aber auch mit den Zwängen des irdischen Daseins hat, und die so gewonnene relativ sorglose Zeit auch ohne zu starke sittliche Restriktionen genießen kann, ist der Druck auf dem Ventil der Herrschaft gering bzw. kontrollierbar. Bis jetzt sind wir damit gut gefahren und die Rückmeldung aus dem betroffenen Volke ist mehrheitlich zufrieden bis apolitisch.

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14. Dezember 2009

Musikalische Untermalung oder Kunst

Shimanov: „Im Rahmenprogramm wird die Historypunk-Band ‚Schmalkaldischer Frieden“ auftreten. Das gut funktionierende Musikkollektiv spielt neben Punkversionen von historischem Liedgut, wie dem pragmatistischen Klassiker „Die Partei hat immer recht“ oder (dem launigen) „Brüder, zur Sonne zur Freiheit – aber bitte gut eingecremt“ auch eigene Werke zu historisch unzwefelhaften Ereignissen, wie z.B. dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor.
Die Band passt mit ihrer Musik gut ins Jugendprogramm und die Texte passen derzeit auch gut zu unserem Staat. Daher lassen wir Sie hier gerne als offizielle Musikkünstler spielen.“

Hm: „Was ist wenn die Texte mal nicht so passen?“

Shimanov: „Nun, so eine Auftrittsgenehmigung und Spielerlaubnis wird ja auf aktueller Grundlage entschieden. Daher könnte es durchaus sein, dass einzelne Teile oder das ganze Programm angepasst werden müssten. Wenn dies nicht im Sinne der/einer Band wäre, würden andere hungrige junge Gruppen nachrücken.“

Hm: „Wie oft kommt es zu solchen Zensurfällen?“

Shimanov: „Auch nicht häufiger als in anderen Ländern. Nur ist es bei uns begründet.“ Shimanov lächelte Hm verschmitzt an

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14. Dezember 2009

Guter Regler statt gute Regeln?

Hobbes Vorstellung eines „guten Reglers“, der Chaos, Willkür, Gewalt und Verbrechen von Menschen einhegt, ist zwar in so fern eine Vergötterung des weltlichen Herrschers Staat zum allweisen, einzig gerechten Lenker. Das ist erfahrungsgemäß praktisch nicht gegeben. Aber das System an sich ist – wenn auch un-utopisch – praktisch umsetzbar. So haben wir es gemacht, so kann man es machen, also ist es so. Gesellschaftsverträge sind gut, so lange man dafür sorgt, dass sie nicht gekündigt werden. Das, meine Damen und Herren, ist die Aufgabe der politischen Führung.

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14. Dezember 2009

Shimanov über die Utopie des Liberalismus

Im Liberalismus setzt auch das politische Recht am Individuum an. Der einzelne Mensch hat in dieser Theorie viele bzw, starke Rechte, die nicht zur Disposition stehen sollen. In der Realität, also der Praxis des Regierens aber entscheidet über alle Fragen, die zur Entscheidung stehen auch die Macht. Es wird praktische Realität, was durchgesetzt wird. Sei es von einer Herrschaft, die eine aktive Mehrheit zu sammeln weiß, oder sei es eine passive Mehrheit, die diese Praxis duldet. Das Recht ist nur so viel wert, wie es durchgesetzt werden kann.

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6. Dezember 2009

Wahr-schein-lichkeit

Wahrheit und Sein bzw. die Defintion wie es zu sein hat ist weder objektiv noch subjektiv. Sie ist gegeben und doch in steter, mal schnellerer und mal langsamerer, Veränderung begriffen.
Was wahr ist sollten Sie in zwei Kategorien aufteilen:
Sie können nebenher bzw. für sich selbst eigene Kriterien anwenden und eine eigene Vorstellung davon haben, was wahr ist, bzw. was sie für die Situation der Welt, die Gesellschaft, die Natur des Menschen und so weiter halten. Das bleibt ihre Welt, die Gedanken sind frei.
Für die, nennen wir es offizielle Welt, gibt es aber nur ein Wahrheitskriterium bzw. ein Ergebnis für die Frage nach dem, was ist und wie es – nach „göttlichem Plan“ oder wie auch immer – sein soll: Das, was sich durchsetzt und das, was damit faktisch ist, das ist wahr, das ist richtig – das ist.

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Der kleine Mann im Kopf

Was wir sind | Was wir sein wollen | Was wir tun

Die Kieker (Die Spoekenkiekerei )

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