Schlagwort: Fiktion

Der Individualist auf dem Berg sagt: Ob die Goldene Horde mehr ‚Gold‘ oder mehr Horde war und was davon wie interpretiert und serialisiert wird, ist in unserem Universum nicht Aufgabe der Objektivität.

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Die Kreuzrittertruppe

Wir raubten und mordeten ein wenig die Juden in der Stadt. Dann ließen wir uns von Ihnen aushalten, und falls es zu wenige waren, auch von den Patriziern der Stadt. Und wenn es uns in einer Stadt gefiel dann blieben wir dort länger und sprachen den Genüssen zu — christlich und Gott zur Ehr‘.

Nach dem Heiligen Land sind wir dann nicht mehr weitergereist. Wir hatten ja hier eine wichtige Aufgabe.

Unsere Gruppe hat aber immer wieder betont, dass wir auch die Musulmannen durchaus besiegt hätten. Wir wussten aber damals, dass der Westen gar nicht so schlecht ist und sind gleich dageblieben.

Namensdebatte im Café Milani

„Für Namen kann man kämpfen, Namen geben Zuordnung und Sinn.“
„Sekundären Sinn.“
„Ja, aber aller Sinn ist sekundär.“
„Nach dem Motto: Die Existenz geht der Essenz voraus im Sartre’schen Existenzialismus?“
„Jo. Und auch – in den Regeln des Rationalismus – richtig zu sagen: Im Existenzialismus, nicht erkannt vom Existenzialismus, sondern innerhalb der Regeln des Sprach-Spiels oder sonstigen Sozusagen-Spiels des Existenzialismus.“

Neo-Milani

Unsere anarcho-konservative Gruppe mit dem Namen „Café Milani“ trifft sich unregelmäßig an idyllischen Plätzen und an Brunnen. Wir haben u.a. Anteile von daoistischen und Míngjiā (Schule der Namen) Perspektiven und Wegen. Ob wir unseren Namen direkt oder indirekt auslegen oder ob nichtpersönliche Namen (uns) etwas bedeuten, wissen wir noch nicht. Ideologisch sind wir also engagiert, aber teilweise offen.

Fiktive Wahlwerbungs-Sätze

„Deutschland quälen, Grüne wählen.“
„AfD – die Alternative für ein Deutschland, das es nicht mehr gibt.“
„CDU. Wir sind immer stabil und verlässlich da, wo Angela Merkel gerade spontan hinsteuert. ‚Die Kanzlerin‘ steht über den Parteien.“
„SPD, schwache Positionen, dafür deutliche Worte gegen alles was wir als ‚rechts‘ bezeichnen.“
CSU: „Wir sprechen uns zünftig gegen die aus unserer Sicht falsche ungeregelte Einwanderungspolitik von Angela Merkel aus. Etwas daran verändern können wir leider nicht – wir sind ja schließlich in der Regierung.“
„FDP; Wirtschaftsliberalismus ist nie populär, vielleicht finden wir ja irgendwann ein anderes Thema.“
„Linkspartei – Merkel wird das schon machen, aber irgendwas anderes sollte auch noch gesagt werden. Wenn sie nur wollen, nehmen sie Katja und Sahra mit auf Traumreise.“

Fiktion: Treffen von gesellschaftlich unterschiedenen Gruppenkonstruktionen

Z.B. ArbeiterInnen oder AkademikerInnen etc. treffen sich mit Menschen aus der sozial konstruierten (ggf. eine sozialfunktionale Rolle personifizierenden) Gruppe der „Sozial Verachteten“. Manche von den ArbeiterInnen (meist Männer, aber nicht nur) haben Probleme, die Sozial Verachteten nicht nur als eine zu ihnen abgegrenzte Gruppe zu sehen, sondern sich auf sie als Menschen einzulassen. Sie als Individuen wahrzunehmen, ihnen auf Augenhöhe zu begegnen, und ihre grundsätzliche Gleichberechtigung anzuerkennen, in der Kommunikation und in allen menschlichen Berechtigungen.

 

Fixiertes Sein und offenes denken und handeln (welches erst in der Praxis wird)

 

Zu denjenigen mit den größten Problemen (mit) der Gleichberechtigung sagt Arbeiter Ewald: „Ihr strebt immer noch nach einem – vom Inhalt letztlich unabhängigen – ‚Höhersein‘ in der sozialen Hierarchie-Konstruktion. Statt nach höherer Einsicht.
Streben nach dem Erreichen der Zugehörigkeit zu einer in der hierarchischen Konstruktion als ‚höher‘ fixierten – also in ihrem Status innerhalb der Konstruktion abgesicherten – Gruppe. Oder, nach erfolgtem Erreichen, angetrieben vom Motiv der Verteidigung dieser Zugehörigkeit. Dafür auch Verteidigung des Status der Gruppe, und implizit oder explizit oft auch der gesamten Konstruktion, innerhalb derer dieser Status vergeben wurde und besteht.
Die Orientierung eines Menschen an einer feststehenden Position, die unabhängig von seinen konkreten Handlungen, seinen Taten, ist, ist eine Selbstverortung in einem fixierten Sein. Ein Sein, welches den höheren Status festigt und ohne größere eigene Denkens- und Handelnsanstrengung die Identitätsbausteine fest vorgibt. Im Unterschied dazu ermuntere ich dazu, relativ offen, ohne die Sicherheit der vorherigen weitgehenden Festlegung, und auch noch selbst, zu denken und zu handeln und sich mit seinem Handeln der Kritik und Selbstkritik zu stellen.“
So spricht Ewald. Manche hören ihm bis zum Schluss zu. Ob seine aus seiner Sicht schöne Rede was gebracht hat, lässt sich nicht feststellen, zumindest nicht kurzfristig.

Insgesamt bewegt sich aber durch das, und bei dem, Aufeinandertreffen der Menschen aus den zwei gesellschaftlichen Gruppen etwas auf der sozialen Mikro-Ebene. Abgrenzungen werden teilweise überwunden (oder – da die sozial-funktionale Rolle der Abgrenzung vermutlich weiter besteht, diesbezüglich vermutlich -: verlagert. Fragt sich wohin und ob es dabei einen Fortschritt, oder nur utilitaristische Mengenunterschiede, oder nur-nur strukturelle und inhaltliche Varianten des ethisch gleichen geben kann).
Es bildet sich eine neue, konkrete – nicht abstrakt-ideologisch zusammengefasste – Semi-Gruppe (eine lose, aber sich kommunikativ austauschende Beziehung) aus ArbeiterInnen und Sozial Verachteten. Diese tauscht sich nun regelmäßig aus und engagiert sich in der sozialen Arbeit. Sie bearbeiten und teilweise lösen gemeinsam Alltagsprobleme, auch solche die man vorher gar nicht als solche erkannt hat. Und sie gleichen durch gleichberechtigte Praxis soziale Ungleichgewichtungen aus, auf Mikroebene. Ob sich das auch auf die größeren Strukturen der Welt auswirkt ist immerhin offen. Und wenn viele ihrem Beispiel folgen würden, könnte man sehen, ob es dadurch Fortschritt gäbe.

Keine Weihnachtsgeschichte, aber doch eine optimisische Fiktion.